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Länderspiegel

Online-Betrüger erleichtern Sparkassen-Kunden

Die Cybercrime-Stelle in Bamberg klagt vier Männer aus Chemnitz an. Sie sollen 1,1 Millionen Euro von fremden Konten abgezweigt haben.



Kriminalität im Internet: Betrüger brachten Bank-Kunden um Millionen. Symbolfoto: valerybrozhinsky/Adobe Stock
Kriminalität im Internet: Betrüger brachten Bank-Kunden um Millionen. Symbolfoto: valerybrozhinsky/Adobe Stock  

Bamberg - Die bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg errichtete Zentralstelle Cybercrime Bayern hat gegen vier junge Männer aus dem Raum Chemnitz Anklage unter anderem wegen mehrfachen gewerbs- und bandenmäßigen Computerbetrugs zum Landgericht Bamberg erhoben. Das teilt die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg mit.

Nach dem Ergebnis der gemeinsam mit der Kriminalpolizeiinspektion Bamberg durchgeführten Ermittlungen versandten bisher unbekannt gebliebene Mittäter sogenannte Phishing-Mails, mit denen Sparkassenkunden aus dem gesamten Bundesgebiet auf von den Tätern erstellte Internetseiten gelockt wurden. Auf diesen Internetseiten, die den echten Internetseiten der Sparkassen täuschend ähnlich sahen, wurden die Kunden - hierunter auch eine Kundin aus dem Raum Bamberg - unter einem Vorwand dazu gebracht, ihre Zugangsdaten zum Online-Banking-Konto preiszugeben.

Laut Pressemitteilung geht die Anklageschrift von folgendem Sachverhalt aus: Ihre bisher unbekannten Mittäter übergaben die zuvor erlangten Zugangsdaten auf Listen über einen Cloudspeicherdienst an die vier Angeschuldigten weiter, die überprüften, ob sie sich mit diesen Daten Zugang zu den Konten der Sparkassenkunden verschaffen konnten. War ihnen dies gelungen, so überprüften sie den jeweiligen Kontostand und veranlassten eine Änderung des TAN-Verfahrens, so dass entweder sie oder ihre unbekannt ge-bliebenen Mittäter, Gelder von den Konten der Sparkassenkunden transferieren konnten.

Insgesamt soll es den Angeschuldigten und ihren Mittätern auf diese Art und Weise gelungen sein, unberechtigte Überweisungen in Höhe von mehr als 1,1 Millionen Euro zu veranlassen. Lediglich etwa 270 000 Euro hiervon konnten nach Erkenntnissen der Cybercrime-Stelle die beteiligten Sparkassen für ihre Kunden im Wege eines sogenannten Recalls sichern. Von den übrigen Beträgen erhielten die unbekannt gebliebenen Mittäter zwei Drittel, die Angeschuldigten sollen sich das restliche Drittel geteilt haben.

Die vier Männer im Alter zwischen 22 und 29 Jahren, die alle aus dem Raum Chemnitz stammen, sitzen bereits seit 30. November 2018 in Untersuchungshaft. Während sich ein 22-jähriger Angeschuldigter im Ermittlungsverfahren geständig eingelassen hat, haben die drei weiteren Angeschuldigten bislang keine Angaben zur Sache gemacht.

Wie die Generalstaatsanwaltschaft weiter mitteilt, sieht das Gesetz für jeden Fall des gewerbs- und bandenmäßigen Computerbetrugs eine Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren vor. Sollte es zu einer Verurteilung wegen mehrerer Taten kommt, beträgt das Höchstmaß der dann zu verhängenden Gesamtfrei-heitsstrafe 15 Jahre.

Die Zentralstelle Cybercrime Bayern warnt anlässlich dieses Falles insbesondere Bank-Kunden vor immer professioneller aussehenden Phishing-Mails. Sie sollten in keinem Fall auf die in den Mails enthaltenen Links klicken, sondern ihre Online-Banking-Seite immer durch eine unmittelbare Eingabe in die Adresszeile des Browsers aufrufen. Auch sollte immer darauf geachtet werden, dass die Seite über eine gesicherte Verbindung ("https") aufgerufen wird, was in den meisten Browsern durch das Symbol eines Vorhängeschlosses angezeigt wird. red

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Veröffentlicht am:
24. 06. 2019
15:40 Uhr

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24. 06. 2019
15:40 Uhr



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