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SPD fordert Entlastung bei Schulkosten

Eine Erstausstattung für Grundschüler kann rasch ins Geld gehen. Bildungssprecher Martin Güll nimmt den Freistaat in die Pflicht. Der soll Eltern besser unterstützen.



München - Mit Blick auf die Einschulung von rund 112 000 Erstklässlern in der kommenden Woche hat SPD-Bildungssprecher Martin Güll eine weitere Entlastung der Eltern von Schulkosten gefordert. Nach seiner Rechnung müssen Eltern für jeden Abc-Schützen gut 300 Euro für Schul- und Lernmaterial ausgeben. Diese setzten sich aus den Kosten für Schulranzen und Sportbekleidung, aber auch aus Ausgaben für Schul- und Arbeitshefte, Stifte, Schreib- und Malblöcke sowie Schnellhefter und zahlreiche andere Utensilien zusammen. Die Kosten seien ein "echtes Ärgernis" und passten nicht zur gesetzlich garantierten Lernmittelfreiheit. "Bildung muss komplett kosten- und gebührenfrei sein", erklärte Güll. Der Freistaat müsse auch die "Nebenkosten für Schulkinder" übernehmen.

Nach den Vorstellungen Gülls sollte der Freistaat auch spätere Zusatzkosten für Schüler übernehmen. Über die Grundausstattung hinaus gingen unter anderem Anschaffungen für Schulatlas, Duden und Taschenrechner, aber auch für Schullandheimaufenthalte, Skilager, Studienfahrten sowie Museums- und Theaterbesuche. Das alles summiere sich schnell auf mehrere Hundert Euro. Ebenfalls kostenfrei müsse die Mittags-, Nachmittags- und Ferienbetreuung werden. Weiter einsetzen will sich die SPD laut Güll auch für die Kompletterstattung der Schulwegkosten nach der 10. Klasse. "Die Kosten für Bildung dürfen die ohnehin vorhandene soziale Spaltung nicht weiter vertiefen", betonte Güll.

Mitstreiter in einigen Punkten hat Güll in den Freien Wählern gefunden. Deren Bildungspolitiker Michael Piazolo richtete den Blick vor allem auf die Digitalisierung. Bei der Anschaffung digitaler Lehr- und Lernmittel wie Computer oder Tablets müsse die Staatsregierung nach sozialverträglichen Lösungen suchen. Die teuren Geräte gerieten sonst zu einer enormen Belastung für viele Familien.

Im Kultusministerium wies man die Forderungen der Opposition zurück. An allen öffentlichen Schulen gelte grundsätzlich Lernmittelfreiheit. Gebrauchsgegenstände wie Schulranzen, Radiergummis oder Formelsammlungen fielen allerdings nicht darunter. Für einkommensschwache Familien gebe es aber die Möglichkeit finanzieller Hilfen durch die Sozialbehörden.

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Jürgen Umlauft
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Veröffentlicht am:
07. 09. 2017
20:42 Uhr

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Jürgen Umlauft

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Veröffentlicht am:
07. 09. 2017
20:42 Uhr



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