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Länderspiegel

SPD will mehr Geld für die Feuerwehren

Nach Ansicht der Partei hält die Staatsregierung mehrere Millionen Euro zurück. Das passiere bereits seit mehreren Jahren.



München - Der Freistaat hat nach Angaben der SPD-Landtagsfraktion im vergangenen Jahr mehr als 57 Millionen Euro zurückgehalten, die den Feuerwehren zugutekommen sollten. Das gehe aus einer Antwort der Staatsregierung auf die Anfrage einer Landtagsabgeordneten hervor, teilte die Fraktion am Sonntag mit. Seit Jahren seien am Ende des Jahres erhebliche Summen aus der Feuerschutzsteuer übrig, die nicht investiert würden. Städte und Gemeinden leisteten einen hohen finanziellen Anteil für die Feuerwehren. "Deshalb ist es so wichtig, dass die Gelder aus der Steuer auch wirklich bei den Feuerwehren ankommen", erklärte der SPD-Kommunalsprecher Klaus Adelt.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) teilte dagegen am Wochenende mit, dass im Jahr 2018 fast 52,8 Millionen Euro zur Förderung der Feuerwehren an die Kommunen ausbezahlt worden seien. Im Vorjahr waren es nach Angaben seines Hauses 51,6 Millionen Euro. "Damit werden die Weichenstellungen für die verbesserte Unterstützung der Kommunen und ihrer Feuerwehren jetzt deutlich sichtbar", so Herrmann, der in der Mitteilung nicht auf die konkreten Vorwürfe der SPD einging.

Unterdessen wird der Mangel an freiwilligen Hilfskräften in einigen Rettungsorganisationen in Bayern immer größer. Engagierten sich vor zwölf Jahren laut einer Umfrage noch 52 221 Jugendliche bei den Feuerwehren im Freistaat, waren es zu Beginn des vergangenen Jahres 46 847. Ein Grund für den Rückgang: Es gebe so viele Angebote für Jugendliche, sagte eine Sprecherin des Landesfeuerwehrverbandes. Bei den jungen Frauen stieg die Zahl aber: Im vergangenen Jahr gab es rund 12 500 junge Feuerwehrfrauen. Das waren knapp 600 mehr als im Jahr 2017. Eine abnehmende Zahl von ehrenamtlichen Jugendlichen registrieren auch die Johanniter: Waren im März 2014 noch fast 2000 junge Männer und Frauen aktiv, zählte die Unfall-Hilfe Ende 2018 rund 1730 Mitglieder in ihrer Jugendorganisation. "Allgemein stellen wir fest, dass sich Menschen nicht mehr so gerne festlegen", erklärte eine Sprecherin.

Beim Bayerischen Roten Kreuz (BRK) gebe es Nachwuchsprobleme für ehrenamtliche Aufgaben, sagte ein Sprecher. Ende Januar waren an die 31 000 junge Männer und Frauen im Alter von 14 bis 17 Jahren aktiv. Vergleichszahlen aus den vergangenen Jahren lagen keine vor. Anders sieht es bei der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) aus: In den vergangenen zehn Jahren sei die Zahl der jugendlichen Mitglieder um fast zehn Prozent gewachsen, erklärte ein Sprecher. Rund 20 000 Männer und Frauen bis 26 Jahre engagierten sich derzeit bei der Wasserrettung. Bis 2016 lag die Zahl der jungen Ehrenamtler bei unter 19 000.

Auch das Technische Hilfswerk (THW) freut sich seit einigen Jahren über mehr Jugendliche. Im vergangenen Jahr engagierten sich mehr als 2600 junge Männer und Frauen bei der Organisation im Freistaat. Zwei Jahre zuvor waren es knapp 2 470.

"Der demografische Wandel stellt eine große Herausforderung für die nicht polizeiliche Gefahrenabwehr dar", erklärte das für Rettungsdienste und Katastrophenschutz zuständige Innenministerium. Mit jährlich 275 000 Euro unterstützt der Freistaat einer Sprecherin zufolge den Landesfeuerwehrverband bei Kampagnen zur Rekrutierung von Nachwuchs. Für die freiwilligen Hilfsorganisationen stehe zudem pro Jahr ein Zuschuss von 100 000 Euro zur Verfügung. Foto: Matthias Balk/dpa

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Florian Reil
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Veröffentlicht am:
10. 02. 2019
21:22 Uhr

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10. 02. 2019
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