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Sägewerk wird Raub der Flammen: Vier Millionen Euro Schaden

Ein Großaufgebot an Hilfskräften hat am Montagabend in Höfles noch Schlimmeres verhindert. Am Dienstag steht fest: Der Schaden beträgt zirka vier Millionen Euro. Auch Erkenntnisse zur Brandursache gibt es.



Kronach: Brand in Sägewerk
  Foto: Rainer Glissnik

Kronach – 17.25 Uhr, inmitten der Sitzung des Kronacher Stadtrats, wird Hauptamtsleiter Stefan Wicklein – er ist auch Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr Kronach und aktiver Feuerwehrmann – von der Feuermeldung alarmiert. Stadträtin Carin Bülling bekommt die Alarmierung mit und hört noch, wie Stefan Wicklein in den Raum ruft: „In Höfles brennt das Sägewerk.“ Sie wohnt nicht weit vom Großbrand weg und ist erschüttert, kann es kaum glauben. „Ganz schlimm“, sagt sie. „Das Sägewerk ist total weg.“

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Brand in Kronacher Sägewerk
Am Montagabend steigt Rauch über dem Kronacher Ortsteil Höfles auf. Ein Sägewerk steht in Flammen.
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16.09.2019 - Kronach: Großbrand in Sägewerk - Foto: Rainer Glissnik/Feuerwehr Kronach

Kronach: Brand in Sägewerk
Kronach: Brand in Sägewerk
Brand in Sägewerk
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Kronach: Brand in Sägewerk
Brand in Sägewerk
Kronach: Brand in Sägewerk
Brand in Sägewerk
Kronach: Brand in Sägewerk
Brand in Sägewerk
Kronach: Brand in Sägewerk
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Brand in Sägewerk
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Brand in Sägewerk
Kronach: Brand in Sägewerk
Kronach: Brand in Sägewerk
Kronach: Brand in Sägewerk
Kronach: Brand in Sägewerk
Kronach: Brand in Sägewerk

Eine Vielzahl von Wehren ist am Einsatzort, unterstützt von weiteren Hilfsorganisationen wie BRK, ASB, THW oder Katastrophenschutz. Von weither sichtbar steht eine gewaltige Rauchsäule über dem Kronacher Stadtteil. Mit Hilfe von Drehleitern bekämpfen die Wehren aus Kronach und Küps den gewaltigen Brand und die vielen Brandstellen aus der Höhe. Wenigstens ist mit der Rodach in unmittelbarer Nähe auch zusätzlich zu den Hydranten Löschwasser schnell verfügbar. 

Vor allem gilt es, ein weiteres Ausbreiten der Flammen so weit wie möglich zu verhindern. Lange wird um ein Wohngebäude gekämpft. Etliche Holzstapel beginnen zu brennen. Die zahlreichen Feuerwehren sind aber gut verteilt und bekämpfen die Brandstellen. Die Koordination läuft vorbildlich und schnell stellen sich – wo es noch möglich ist – Erfolge ein. 

Fassungslos verfolgt Sägewerksbesitzer Gerhard Förtsch, wie das Werk mehrerer Generationen ein Raub der Flammen wird. „Ich vermute, es war ein Kurzschluss“, hat er eine mögliche Erklärung für die Ursache. Ihm sei gesagt worden, dass die Säge zum Schneiden von Brettern nur noch auf zwei Phasen laufe, nachdem ein Holz hineingezwickt war. „Da bin ich zur Maschine gegangen, habe alles sauber gemacht. Als ich den hydraulischen Motor anschaltete, hat es einen Patscher getan – und schon fing alles zu brennen an.“ 
Schon einmal, im Jahr 1930, hat es einen Brand im Sägewerk seiner Familie gegeben. Aber da war Gerhard Förtsch noch nicht geboren. 

„Ich stand draußen vor meinem Laden, da hörte ich einen lauten Knall“, zeigt sich der Altbürgermeister von Höfles, Manfred Schubert, erschüttert. „Plötzlich sah ich eine richtige Feuerwand! Rasend schnell breitete sich das Feuer aus.“ 

Kreisbrandrat Joachim Ranzenberger ist mit vielen Feuerwehrmännern und -frauen am Einsatzort. „Das Feuer hätte sich weithin ausgebreitet“, ist er erleichtert, dass zumindest das verhindert werden konnte. Benachbarte Häuser, auch ein Wohnhaus des Sägewerks, können vor dem Ausbrennen bewahrt werden. Schließlich kommt auch ein Polizei-Hubschrauber zum Einsatzort. 

„Wie viele Feuerwehren alarmiert wurden entzieht sich momentan meiner Erkenntnis. Verletzte gibt es keine. Umliegende Gebäude sind zum Glück keine mehr in Gefahr. Die Feuerwehr hat es wie es derzeit aussieht sehr gut unter Kontrolle“, erläutert Polizeihauptkommissar Matthias Rebhan. „Das Wichtigste ist, dass es keine Verletzten gibt.“ 

Ein Pressesprecher der Polizeipräsidiums Oberfranken bestätigte am Montagabend, dass Personen glücklicherweise durch den Brand nicht zu Schaden gekommen sind. Die Kriminalpolizei Coburg habe die Ermittlungen zur bislang ungeklärten Brandursache aufgenommen. Wegen der starken Rauchentwicklung sei die Bevölkerung gewarnt und angewiesen worden, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Wie die Polizei am Dienstagnachmittag mitteilt, liegt der Schaden bei etwa vier Millionen Euro. Nach derzeitigem Ermittlungsstand hat ein technischer Defekt an einer Säge zu dem Feuer geführt. Nach Auskunft der Brandermittler gebe es keine Hinweise auf vorsätzliches oder fahrlässiges Handeln.

Autor

Rainer Glissnik
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
16. 09. 2019
17:42 Uhr

Aktualisiert am:
17. 09. 2019
15:35 Uhr

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Rainer Glissnik

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Veröffentlicht am:
16. 09. 2019
17:42 Uhr

Aktualisiert am:
17. 09. 2019
15:35 Uhr



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