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Sonntags-Party eskaliert: Festnahme mit einem rechten Schwinger

Bei einem Polizeieinsatz in Weismain wird eine junge Frau mit einem Faustschlag zu Boden gebracht. Nun überprüft das LKA, ob dies rechtmäßig war.



In Internet wird gegenwärtig ein Clip heiß diskutiert, der Ausschnitte eines Polizeieinsatzes in Weismain zeigt. Foto: cm
In Internet wird gegenwärtig ein Clip heiß diskutiert, der Ausschnitte eines Polizeieinsatzes in Weismain zeigt. Foto: cm  

Weismain - Das Video eines Polizeieinsatzes im Landkreis Lichtenfels erhitzt gegenwärtig die Gemüter im Internet. Entstanden ist die Aufnahme in Weismain, wo Streifenbeamte aus Lichtenfels am Sonntagvormittag in einem Mehrfamilienhaus eine private Party beenden wollten. Sie waren wegen Ruhestörung gerufen worden. Das Video von wenigen Sekunden Länge ist von einem Balkon - offenbar im ersten Stock - aus aufgenommen worden und relativ unscharf.

Allerdings ist gut zu erkennen, wie eine junge Frau von zwei Polizisten aus dem Haus gezerrt wird; dagegen leistet sie Widerstand. Dann holt einer der Polizisten aus und verpasst der Frau einen kräftigen, rechten Schwinger, der sie zu Boden bringt. Neben den Beamten steht eine weitere junge, blonde Frau, die die Beamten beschimpft. Dann bricht die Aufnahme ab. Sie wurde offenbar von der Mutter der erstgenannten Frau bei Facebook eingestellt - als Anklage gegen ungerechtfertigte Polizeigewalt.

Feststeht, dass die zuständige Staatsanwaltschaft in Coburg inzwischen ein Ermittlungsverfahren gegen den Polizeibeamten eingeleitet hat. Dies bestätigte Johannes Tränkle, der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Coburg, am Dienstag auf Anfrage unserer Zeitung. Dem Verfahren liegt eine Anzeige wegen Körperverletzung im Amt zugrunde. Mit den Ermittlungen beauftragt ist eine Ermittlungsgruppe des Landeskriminalamtes in München. Dabei handelt es sich um das übliche Vorgehen bei Vorwürfen gegen Polizeibeamte.

Unter den Facebook-Nutzern wird das Video kontrovers diskutiert. Während etliche Diskussionsteilnehmer den Faustschlag gegen die 21-jährige als unverhältnismäßige Gewaltanwendung verurteilen, begrüßen andere das Durchgreifen der Beamten gegen die Teilnehmer einer aus dem Ruder gelaufenen Party.

Das Polizeipräsidium Oberfranken beteiligt sich gegenwärtig nicht mehr an der Diskussion - aus Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen, wie ein Pressesprecher am Dienstag begründete. Noch am Montag hatte die oberfränkische Polizei in einem eigenen Facebook-Betrag darauf hingewiesen, dass es sich bei dem Video nur um einen sehr kurzen Ausschnitt eines länger dauernden Einsatzes handelt. Es sei dem Clip weder zu entnehmen, was dem Schlag vorausging, noch was ihm nachfolgte.

In einer Pressemeldung, die das Polizeipräsidium Oberfranken noch am Sonntag veröffentlicht hatte, war von gleich mehreren Teilnehmern der Party der Rede, die sich lautstark dagegen wehrten, nach Hause geschickt zu werden. Besonders erwähnt wurde dabei die 21-jährige Frau, die später den Faustschlag des Polizisten abbekam. Sie habe sich einem Platzverweis widersetzt, die Beamten erheblich beleidigt und habe "erheblich Widerstand gegen die weiteren Maßnahmen" geleistet. Gleiches gelte für einen Bekannten von ihr. Wörtlich heißt es in der Pressemeldung: "Die Beamten mussten beide letztlich mit körperlicher Gewalt festnehmen und fesseln."

Damit war aber immer noch kein Friede in Weismain hergestellt. Die Lichtenfelser Polizeibeamten forderten zwei weitere Streifenbesatzung als Unterstützung an. Mit deren Hilfe seien zwei weitere Männer im Alter von 23 und 29 Jahren sowie eine weitere Frau festgenommen worden. Zwei der eingesetzten Beamten wurden verletzt.

Die erstgenannte 21-jährige war nach ihrer Festnahme immerhin wieder soweit bei Kräften, dass sie im Inneren des Streifenwagens eine Autoscheibe mit Fußtritten beschädigen konnte. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Coburg bestätigte, dass gegen Partygäste eine ganze Reihe von Ermittlungsverfahren wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung und Sachbeschädigung eingeleitet wurden.

Das Polizeipräsidium Oberfranken nahm den Vorfall als Anlass, den für den Herbst geplanten Einsatz der Bodycams zu begrüßen. Deren Aufnahmen könnten künftig ganze Einsätze dokumentieren und so Rechtssicherheit schaffen.

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Joachim Dankbar

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Veröffentlicht am:
22. 05. 2019
00:00 Uhr

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