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Länderspiegel

Verband befürchtet dramatischen Lehrermangel in Bayern

"Die Hütte brennt", sagt die BLLV-Vorsitzende Fleischmann. Etwa 500 Planstellen könnten nicht besetzt werden. Der Schulminister beschwichtigt.



München - Nach Einschätzung des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV) droht an den Grund-, Mittel- und Förderschulen im Freistaat ein dramatischer Lehrermangel. "Die Hütte brennt", erklärte BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann in München. Aktuell seien nach Schätzungen des Verbandes rund 500 Planstellen an den drei Schularten nicht besetzt, der Kernunterricht könne nur durch Notmaßnahmen wie den Einsatz pensionierter Lehrkräfte oder "umgeschulter" Gymnasiallehrer abgedeckt werden. Die Situation wird sich laut Fleischmann weiter verschärfen, da bis 2030 etwa 40 Prozent der aktiven Grundschullehrer in Pension gingen. Gleichzeitig sinke die Zahl der Lehramtsstudenten. Neben langfristigen Maßnahmen zur Sicherung der Lehrerversorgung brauche es ein "Sofortprogramm, um die Brände an den Schulen zu löschen", sagte Fleischmann.

Wegen des Lehrermangels sei die Bildungsqualität an den drei Schularten gefährdet, fuhr Fleischmann fort. Zwar werde wohl am ersten Schultag im September vor jeder Klasse ein Lehrer stehen, doch schon jetzt sei klar, dass dafür pädagogische Zusatzangebote, Arbeitsgruppen und Differenzierungsstunden gestrichen werden müssten. "Schule muss aber mehr sein als das Aufrechterhalten des Regelunterrichts", sagte Fleischmann. Selbst das aber gelinge nicht mehr überall. Indiz dafür sei, dass zuletzt 8,5 Prozent des Unterrichts nicht planmäßig hätten gehalten werden können, 1,7 Prozent gar ersatzlos ausgefallen seien.

BLLV-Vize Gerd Nitschke warnte davor, den Lehrermangel durch Mehrarbeit oder verschärfte Teilzeitregelungen auf Kosten des aktiven Personals kompensieren zu wollen. Dies führe nur zu mehr Krankmeldungen und Frühpensionierungen. Auch dürfe das Krisenmanagement durch größere Klassen oder Kürzungen in der Stundentafel nicht auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden.

Schulminister Michael Piazolo (Freie Wähler) hielt die BLLV-Kritik für überzogen. "Das Bild von brennenden Hütten passt nicht in die bayerische Kultuslandschaft", sagte er. Die Staatsregierung habe vereinbart, bis 2023 etwa 5000 neue Lehrerstellen zu schaffen. Mit der Einstellung qualifizierter Lehrkräfte werde die Unterrichtsversorgung auch im kommenden Schuljahr gesichert sein. Meinung

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Jürgen Umlauft
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Veröffentlicht am:
24. 07. 2019
20:56 Uhr

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Jürgen Umlauft

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Veröffentlicht am:
24. 07. 2019
20:56 Uhr



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