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Länderspiegel

Vorwurf an Klinikum: Fahrlässige Tötung

Die Staatsanwaltschaft Hof führt ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und des Verdachts des Abrechnungsbetrugs im Zusammenhang mit dem Klinikum Bayreuth.



Bayreuth - Das bestätigte der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Robert Steiniger auf Anfrage. Zugrunde liege eine anonyme Anzeige, die Ende Juni 2018 eingegangen sei. Darin werde auch der Tod einer 19-jährigen Patientin geschildert, die im Klinikum wegen Epilepsie behandelt wurde. Es handle sich nur um diesen einen Fall, erläuterte Steiniger. Weitere Informationen könnten mit Blick auf laufende Ermittlungen nicht erteilt werden.

Das Klinikum teilte auf Anfrage mit, die Behandlung der Patientin sei korrekt und leitlinienkonform verlaufen. Das Klinikum habe diesen Fall nach einer internen Aufarbeitung auch einem externen Gutachter vorgelegt, dieser habe hinsichtlich der Epilepsie-Behandlung keine Beanstandungen gehabt, erklärte Pressesprecher Frank Schmälzle. „Der Tod der jungen Patientin berührt uns“, sagte er. Faktoren, die zu dieser dramatischen Entwicklung geführt hätten, habe das Klinikum nicht beeinflussen können.

Ärztepaar hatte Vorwürfe erhoben

Ein Ärztepaar, beide waren im Klinikum Spezialisten für die Behandlung von Epilepsie, hatte bereits im Februar 2018 Vorwürfe bei der Behandlung der Krankheit erhoben. Beide wurden daraufhin entlassen. Die zwei Oberärzte wehren sich gegen ihre Entlassung nun vor dem Arbeitsgericht. Dort wurde der Fall so dargestellt: Die junge Frau sei in Bayreuth zuletzt im Mai 2017 stationär behandelt worden. Damals sei festgestellt worden, dass sie versehentlich selbst ihre Medikation erhöht und über längere Zeit eine zu hohe Dosis eingenommen hatte. Bei dem einwöchigen Aufenthalt sei ihre Medikation reduziert worden. Aus Sicht der beiden entlassenen Ärzte wäre aber eine längere stationäre Betreuung sinnvoll gewesen. Einige Monate später, Anfang September 2017, habe die junge Frau einen Anfall erlitten. Sie sei zunächst nach Bayreuth gebracht und dann von dort nach Erlangen verlegt worden, wo sie starb.

In der ersten Verhandlung vor dem Arbeitsgericht ging es auch um den Vorwurf der möglichen Patientengefährdung. Das Klinikum bezeichnete die Vorwürfe als völlig haltlos. Das Gericht kam nach Aktenlage zum Schluss, die Vorwürfe seien durch ausreichende Indizien gestützt. Was den Tod der 19-jährigen Patientin angeht, könne man zwar nicht mit der erforderlichen Gewissheit herleiten, dass dieser gerade durch etwaige Mängel eingetreten sei, welche die Ärztin dem Gericht geschildert hatte. Es gebe aber „Indizien für einen nicht optimalen Verlauf der Behandlung“.

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Peter Engelbrecht
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Veröffentlicht am:
14. 09. 2018
19:51 Uhr

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14. 09. 2018
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