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Länderspiegel

Zusteller sind Frühaufsteher

Um 1 Uhr klingelt der Wecker. Charlotte und Rudolf Lucas sorgen seit acht Jahren dafür, dass die Frankenpost morgens in Brand und in Marktredwitz pünktlich zugestellt wird.



Wenn andere noch schlafen, schnappt Rudolf Lucas sich seine Zeitungspakete und zieht los. Seine Frau Charlotte Lucas (siehe Foto unten) ist ebenfalls jeden Morgen im Einsatz.
Wenn andere noch schlafen, schnappt Rudolf Lucas sich seine Zeitungspakete und zieht los. Seine Frau Charlotte Lucas (siehe Foto unten) ist ebenfalls jeden Morgen im Einsatz.  

Was nützt alle Arbeit fleißiger Redakteure, Fotografen oder Drucker, wenn die Frankenpost nicht am nächsten Morgen im Briefkasten der Zeitungsleser ankommt? Damit das auch zuverlässig klappt, sind hunderte Zusteller täglich in der Region unterwegs. Sie müssen früh aufstehen. Zwei dieser Austräger - quasi ein kleines Familienunternehmen - sind Charlotte und Rudolf Lucas. Seit acht Jahren stellen sie verlässlich die Frankenpost zu. Charlotte Lucas, früher lange Jahre Bedienung im "Strand", verteilt in Brand bei Marktredwitz jeden Tag 63 Exemplare an die Abonnenten.

Ihr Mann Rudolf Lucas hat einen Bezirk in Marktredwitz, der von der Fikentscher-, Eger- und Damaschkestraße über den Mühlberg bis zur Robert Koch-Straße reicht. Er wirft 67 Zeitungen in die Briefkästen. Damit aber nicht genug. Denn das Ehepaar trägt in seinem Bezirken haushaltsabdeckend zusätzlich den Blickpunkt und die Werbung aus, und für den FP-Briefdienst sind sie ebenfalls zuständig.

Wie sind die beiden zu dem Job bei der Frankenpost gekommen? Nun, Charlotte Lucas war schon als Bedienung gut zu Fuß. Und ihr Mann Rudolf hat bis zur Pension als selbstständiger Maler gearbeitet, was ihn fit gehalten hat. So meldeten sich die beiden auf ein Inserat in der Frankenpost , als Zusteller gesucht wurden - und wurden sofort genommen.

Deshalb heißt es seit acht Jahren früh aufstehen für das Ehepaar. Um 1 Uhr klingele der Wecker, erzählt Charlotte Lucas. Dann gibt es erst einmal ein gemeinsames Frühstück. Zwischen 2.15 und spätestens 3 Uhr liefert ein Kurierfahrer die druckfrischen Tageszeitungen in die Wohnung.

Während der Ehemann mit seinem Paket gleich von zu Hause aus losmarschieren kann, muss seine Frau mit dem Auto nach Brand fahren. Bis 6 Uhr früh soll die Zeitung beim Kunden sein, damit sie rechtzeitig auf dem Frühstückstisch liegt. Dann geht es zurück nach Hause, und rund zwei Stunden Schlaf sind dann schon noch drin. "Wir sind ja Rentner", sagt Charlotte Lucas.

Und wenn es mal nicht klappt? Wenn im Winter der Zeitungs-Kurier in den Graben rutscht oder einen Stau ihn ausbremst? "Die Beschwerden der Kunden bekommen wir ab", sagt Rudi Lucas. Doch die meisten seiner Abonnenten würden ihn kennen und Verständnis für den Austräger zeigen.

Einmal sei er ordentlich erschrocken, als er seiner Frau beim Austragen in Brand half, erzählt der Rentner. Nachdem er die Zeitung am Eingang der Brander Sparkasse abgelegt hatte, erblickte er im Inneren ein Paar Füße unter einer Bank. Als sich die Füße aber bewegten und er einen Rucksack daneben liegen sah, war Rudolf Lucas beruhigt: Vermutlich habe ein Wanderer sein Ziel nicht erreicht und sich zu einem Schläfchen in der Bank niedergelegt.

Schon sehr früh am Morgen warteten manche Leser sehnlich auf die Tageszeitung. Da gehe dann gleich die Tür auf und der Kunde greife zu, erzählt das Ehepaar Lucas. Sie hätten nicht mehr schlafen können und deshalb auf die Zeitung gewartet, erzählten die Kunden dann meist.

"Wir laufen gerne", erzählen die Austräger. "Andere gehen spazieren. Wir tragen halt in der Früh die Zeitung aus." Beide genießen es, wenn die Sonne aufgeht und der Tag erwacht. Wie lange wollen sie noch durchhalten? "Solange die Gesundheit mitmacht", sagen die 69-Jährige und der 72-Jährige.

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Herbert Scharf
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Veröffentlicht am:
16. 10. 2020
00:00 Uhr

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Herbert Scharf

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16. 10. 2020
00:00 Uhr



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