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Länderspiegel

Zwei Kampfjets düsen über Oberfranken

Zwei laute Knallgeräusche erschrecken die Bürger im Raum Hof und im Fichtelgebirge. Der Grund: Zwei Jets der Luftwaffe begleiten eine Passagiermaschine.



  Foto: dpa-Archiv
Hof - Laute Knallgeräusche haben am Donnerstagvormittag einige Bürger in Ostoberfranken in Schrecken versetzt. Die Ursache für den Lärm: Zwei Kampfjets waren mit Überschallgeschwindigkeit unterwegs.
 
Der Grund für ihren Einsatz: Ein Passagierflugzeug, das in Toronto gestartet war und sich auf dem Weg nach Dubai befand, meldete sich beim Überflug des deutschen Luftraums nicht mehr bei der deutschen Flugsicherung. „Wir hatten keinen Kontakt mehr zu dem Airbus 380“, sagt Christian Hoppe, Pressesprecher bei der Deutschen Flugsicherung. „Daraufhin haben wir die Bundeswehr verständigt“, ergänzt Hoppe. 
 
Die Bundeswehr ließ daraufhin zwei Eurofighter des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74 aus Neuburg starten, um die Passagiermaschine so schnell wie möglich zu finden. „Der Flugweg führte zwischen 10.37 Uhr und 10.46 Uhr Ortszeit in einer Höhe von zirka 12500 Metern über Normalnull von Nürnberg über Hof nach Zwickau“, sagt Maik Bugenhagen, ein Sprecher des Luftfahrtamtes der Bundeswehr. Deshalb waren also die Knallgeräusche in weiten Teilen Oberfrankens zu hören.
 
Die zwei Jets hätten dann bei ihrem Schutzflug den Airbus 380 in der Luft gesichtet, identifiziert und aus Sicherheitsgründen bis zur tschechischen Grenze begleitet, berichtet Christian Schneider, ein Sprecher der Luftwaffe. „Dort haben wir dann das Flugzeug an die tschechischen Kollegen übergeben“, ergänzt der Sprecher. Unklar ist, weshalb es keinen Kontakt zum Passagierflugzeug gab. Während des Fluges der zwei Jets meldeten einige Internetnutzer aus der Region auf Facebook ein Wackeln und Knallgeräusche. Sogar von einem Erdbeben war die Rede.
 
Maik Bugenhagen vom Luftfahrtamt der Bundeswehr erklärt: „Eine Begleiterscheinung solcher Flüge, der sogenannte Überschallknall, ist physikalisch bedingt und wird durch die aerodynamische Form des Flugzeuges, dessen Geschwindigkeit und Flughöhe sowie die meteorologischen Bedingungen bestimmt. Mit dem Eintritt in den Bereich der Schallgeschwindigkeit treten Druckverdichtungen in der das Flugzeug umgebenden Atmosphäre auf, welche sich durch Druckstöße entladen. Diese breiten sich kegelförmig hinter der Schallquelle aus. Die Breite dieses Kegels kann bis zu 80 Kilometer betragen. Diese Druckstöße nehmen wir als Knall und Druckschwankungen wahr.“
 
Die Integrierte Leitstelle Bayreuth/Kulmbach erreichten gegen 10.45 Uhr zahlreiche Notrufe aus dem gesamten ILS-Bereich, von Pegnitz bis Gefrees. Alle Anrufer berichteten über zwei laut hörbare Explosionen. "Unsere Rückfrage bei der Deutschen Flugsicherung ergab die Auskunft, dass im nordbayerischen Raum zwei Kampfjets mit Überschallgeschwindigkeit geflogen sind", schreibt die  Integrierte Leitstelle Bayreuth/Kulmbach auf ihrer Facebook-Seite. Auch bei der Polizei Hof gingen Notrufe wegen der Knallgeräusche ein.

Seismologe Dr. Joachim Wassermann vom Geophysikalischen Observatorium Fürstenfeldbruck bestätigt auf Anfrage, dass die Ausschläge der Seismografen in der Region auf die beiden Überschall-Geräusche zurückzuführen sind. „Der Luftschall koppelt in den Boden“, sagt er. Daher ergibt sich auch das Messergebnis der Seismografen. Schäden seien angesichts der geringen Stärke der Erschütterungen nicht zu erwarten. 




 
 
Autor

Georg Jahreis, Patrick Gödde, Martin Kreklau
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
12. 10. 2017
11:40 Uhr

Aktualisiert am:
12. 10. 2017
13:45 Uhr

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Georg Jahreis, Patrick Gödde, Martin Kreklau

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12. 10. 2017
11:40 Uhr

Aktualisiert am:
12. 10. 2017
13:45 Uhr



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