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Rehau

Auschwitz, Holocaust und Rassismus

Zu diesen Themen bereiten drei Realschüler im Rahmen ihrer Projektarbeit eine Ausstellung vor. Auch Gastredner sind am 20. Februar ins Alte Rathaus eingeladen.



Die Lebensbedingungen, unter denen die Menschen in Auschwitz leiden mussten, berühren Theresa Meyer, Nasrin Schörner und Elias Gradl (von links). Mit einer Info-Veranstaltung wollen sie wach rütteln. Der Themenabend am kommenden Mittwoch, 20. Februar, im "Alten Rathaus" ist Teil einer Projektschulaufgabe in den Fächern Deutsch, Geschichte und Informatik. Foto: Silke Meier
Die Lebensbedingungen, unter denen die Menschen in Auschwitz leiden mussten, berühren Theresa Meyer, Nasrin Schörner und Elias Gradl (von links). Mit einer Info-Veranstaltung wollen sie wach rütteln. Der Themenabend am kommenden Mittwoch, 20. Februar, im "Alten Rathaus" ist Teil einer Projektschulaufgabe in den Fächern Deutsch, Geschichte und Informatik. Foto: Silke Meier  

Rehau - In einer unbeschwerten Kindheit ist nicht viel Platz für die Erinnerung an dunkle Zeiten früherer Generationen. Geht es um das Konzentrationslager in Auschwitz, den Holocaust und Rassismus, braucht es viel mehr Aufklärung. Das haben drei Neuntklässler an der Realschule in Rehau beobachtet. Theresa Meyer, Nasrin Schörner und Elias Gradl arbeiten seit einem Monat an einer Projektschulaufgabe, die in den Fächern Informatik, Geschichte und Deutsch benotet wird. Ein Produkt, das die Schüler frei wählen, wird bewertet. "Wir hätten auch ein Modell bauen können, aber wir haben uns entschieden, eine Informationsveranstaltung zu organisieren", sagt Meyer. In zwei Stunden wollen die Schüler am Mittwoch, 20. Februar, ab 17.30 Uhr im "Alten Rathaus" in Rehau eine Ausstellung zeigen und ein Referat halten. Gastredner sind eingeladen.

Bei der Recherche zum Thema "Konzentrationslager in Auschwitz" waren Meyer, Schörner und Gradl auch in der Buchhandlung Seitenweise unterwegs. Am Themenabend im "Alten Rathaus" wird aus ausgewählte Literatur vorgelesen. "Leute, die sich näher mit dem Thema beschäftigen wollen, haben in der Buchhandlung eine Anlaufstelle", sagt Nasrin Schörner. Aus Regnitzlosau hat Pfarrer Holger Winkler zugesagt, in einem Kurzreferat die Ethik in Auschwitz zu beleuchten. In dem KZ seien nicht nur Juden gefangen gewesen, berichtet Gradl. Und unter den Wachmännern seien auch gläubige Christen gewesen. "Wie also konnte es dazu kommen?", fragt Gradl und hofft auf eine Antwort am 20. Februar und viele Besucher, die an den Ereignissen in Auschwitz interessiert sind. Überlebende und Zeitzeugen konnten die Schüler nicht befragen. Die wenigsten Bewohner im Mehrgenerationenhaus haben in dieser Zeit gelebt. "Das Thema wird oft unterdrückt und darüber wird nicht geredet", stellte Meyer fest, "das ist so ein wichtiges Kapitel, darüber muss man persönlich nachdenken und das darf nicht vergessen werden."

Mit selbst entworfenen Plakaten und Flyern werben die Schüler um zahlreiche Besucher. Die Unkenntnis unter Schülern fanden sie erschreckend. Bei einer Umfrage in den fünften Klassen wusste keiner, was in Auschwitz geschah, in den achten Klassen waren es 46 Prozent. "Wir hoffen, dass sich viele für diese Zeit interessieren und dass danach niemand mehr Witze über dieses Thema macht." Auch das haben die drei Schüler beobachtet: Viele wüssten nichts, reden aber dumm darüber. "Wenn sich jemand die schlimmen Situationen vorstellt, lernt er für sich selbst daraus", hofft Nasrin Schörner, die erlebt, dass es Rassismus immer noch gibt. "Ich habe einen ausländischen Vater und wenn wir durch die Stadt gehen, spüre ich schon manchmal die Blicke und höre Kommentare", sagt sie.

Theresa Meyer kann sich nur schwer vorstellen, dass sich diese schreckliche Zeit wiederholen wird. "Nicht in dem Ausmaß", meint sie. Rassentrennung gebe es weltweit weiterhin und Menschengruppen würden ausgeschlossen, "aber dass so viele umgebracht werden, das wird nicht mehr passieren". Meyer wünscht sich auch, dass mehr darüber nachgedacht werden soll, warum gegenwärtig Menschen nach Deutschland geflohen sind. "Was da manchmal gesagt wird, ist verletzend und die Menschen haben sich ja nicht gewünscht, hierher kommen zu müssen."

Elias Gradl umreißt in Worten den Arbeitsprozess der Schulaufgabe: "Wir haben uns Gedanken gemacht, wie das in Auschwitz ausgesehen hat, wie es sich angefühlt hat und wie die Lebensbedingungen waren. Es muss schrecklich gewesen sein, sagen die Schüler, und dass es sie emotional sehr berührt."

Freilich wollen sie für das Projekt auch gute Noten. Ein persönlicher Erfolg wären ebenso viele Besucher zur Info-Veranstaltung. Lehrer, Eltern und Schüler, die zuhören und Mitgefühl entwickeln.

Am Ende des Schuljahres unternimmt die Klasse gemeinsam eine Exkursion nach Berlin, auf den Spuren eines dunklen Kapitels deutscher Geschichte.

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Silke Meier
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Veröffentlicht am:
13. 02. 2019
00:00 Uhr

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Silke Meier

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13. 02. 2019
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