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Rehau

Brandserie? Drei Gartenlauben brennen nieder

Schon wieder hat es in Rehau gebrannt. Es ist noch unklar, ob das Feuer mit den Bränden in der Kleingartenanlage zusammenhängt. Die Kriminalpolizei ist vor Ort und ermittelt.



Brand in Rehau
  Foto: Chirstian Weidinger » zu den Bildern

Rehau - Es ist 2 Uhr, als die alte Dame glaubt, jemanden an ihrem Schlafzimmerfenster vorbeilaufen zu hören. Zwei Stunden später klingelt die Feuerwehr alle Anwohner aus dem Schlaf. Die Gartenlaube steht in Flammen. Keine 20 Meter entfernt vom Haus. "Die Hitze war so stark, dass ich sie durch die Jalousie im Schlafzimmer gespürt habe", erzählt Rainer Raab. Er ist Anwohner des Mehrfamilienhauses in der Kornbergstraße. Schon Montag und Dienstag letzter Woche brannten zwei Lauben Raabs in der städtischen Kleingartenanlage nieder. Jetzt hat er Angst.

- Brand in Rehau - Foto:

Brand in Rehau
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"Wir trauen uns schon gar nicht mehr richtig schlafen", gesteht er. Seine Nachbarin steht in der offenen Eingangstür: "Dass die jetzt schon in ein Wohngebiet gehen, damit haben wir nicht gerechnet", sagt Tina Heinzl. Mit "die" meint sie den oder die möglichen Brandstifter, die möglicherweise schon seit beinahe acht Jahren ihr Unwesen treiben.

"Wir ermitteln derzeit auf Hochtouren. Derzeit können wir noch nicht sagen, ob es einen Zusammenhang zu den anderen Bränden gibt - auszuschließen ist es nicht", berichtet Fabian Metzler, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken, auf Frankenpost-Anfrage.

Die Gebäude auf beiden Seiten der ausgebrannten Laube gehören der sozialen Wohnungsbaugesellschaft (Gewog) der Stadt Rehau. Bis zum Jahr 2006 war die Wohnanlage in der Kornbergstraße im städtischen Besitz. Genau wie das Grundstück der Kleingartenanlage in der Frauenberger Straße, in der es seit 2013 immer wieder brennt.

Wieder war es nur dem schnellen Eingreifen der Feuerwehrleute zu verdanken, dass die angrenzenden Gebäude nicht Feuer fingen. Beschädigt haben die Flammen die beiden Wohngebäude dennoch. Etwa 20 000 Euro Schaden sind in dieser Nacht entstanden. "Ich war entsetzt, als ich Montagmorgen auf dem Weg zur Arbeit vorbeigefahren bin", berichtet Jürgen Becker, Geschäftsführer der Gewog. Er habe die Berichterstattung der Frankenpost verfolgt und wisse von der Brandserie. Er wolle sich nicht an Spekulationen beteiligen, ob es sich um Brandstiftung handelt. "Wenn, dann spreche der Zeitpunkt in den frühen Morgenstunden aber für eine gehörige kriminelle Energie", meint Becker. Er wolle sich gar nicht ausmalen, was alles hätte passieren können, wäre die Feuerwehr nur 15 Minuten später eingetroffen. In einem Gebäude wohne eine alte Frau, die auf ein Hörgerät angewiesen sei und nicht mehr gut laufen könne.

"Ob sich der vermeintliche Täter überhaupt im Klaren ist, was er damit anrichten könnte?", fragt sich Becker empört. Vorerst habe die Gewog einen Bauzaun auf dem Gehsteig errichtet, um den Innenhof erst mal zu sichern. Sorge, dass es weitere Brände geben könnte, hat Becker aber derzeit nicht. "Hierfür gibt es derzeit keine Hinweise.", berichtet Becker. Besonders leid tue ihm eine alte Dame, die in der Brandnacht sowohl ihr E-Bike als auch ihren Rollator verloren hat. Beides ist in dem Schuppen verbrannt.

Die Frau heißt Anneliese Köppel. Sie konnte sich in den frühen Morgenstunden nicht einmal richtig ankleiden, als die Feuerwehr an ihrer Tür klingelte. Im Bademantel und mit Pantoffeln flüchtete sie gegen 4.30 Uhr zu einer Nachbarin. "Wer nur so etwas macht?", fragt sich Anneliese Köppel seitdem unentwegt. "Zehn Minuten später, und es wäre anders ausgegangen", meint ihr Sohn, Siegfried Köppel. Er war nur zufällig zu Besuch, als in dieser Nacht die Hütte in Flammen aufging. "Wenn es mitten in der Nacht plötzlich taghell wird, wundert man sich schon", erzählt Köppel, der eigentlich in England lebt.

Auch die Tochter steht am Vormittag gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrem Bruder in dem kleinen Vorgarten. Gemeinsam begutachten sie die Schäden. Bei ihnen sei am Haus nur der Sichtschutz angekokelt. Bei einem Nachbarn ist die Jalousie geschmolzen, bei einem anderen sind die Fenster durch die Hitze gesprungen. "Bis jetzt waren es Gott sei Dank nur Schuppen. Kaum auszumalen, wenn irgendwann einmal Häuser brennen", sagt Sabine Köppel.

Ein weiterer Anwohner, der das Feuer am frühen Morgen ebenfalls mitbekommen hat, fragt sich: "Wann nimmt das Ganze endlich ein Ende?" Damit ist er nicht der Einzige.

 

 

 

Autor

Christian Weidinger
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
13. 07. 2020
09:55 Uhr

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Christian Weidinger

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13. 07. 2020
09:55 Uhr



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