Topthemen: Hofer Kaufhof wird HotelHilfe für NachbarnBenefiz-BallStromtrasse durch die RegionGrabung bei NailaGerch

Rehau

Das Auto kommt per Anruf

Wer selbst nicht mehr zum Einkaufen fahren kann, bekommt in Regnitzlosau prompt Hilfe. Für diesen Fahrdienst engagieren sich vier ehrenamtliche Helfer.



Dieses Quartett fährt in der Freizeit mit Privat-Autos nicht mobile Senioren und Menschen mit Handicap zu Supermarkt, Bank, Arzt oder zur Apotheke in und um Regnitzlosau (von links): Ruth Seuß, Gertraud Steinhäuser, Bernd Rocktäschel und Helga Steiniger.	Foto: Ronald Dietel
Dieses Quartett fährt in der Freizeit mit Privat-Autos nicht mobile Senioren und Menschen mit Handicap zu Supermarkt, Bank, Arzt oder zur Apotheke in und um Regnitzlosau (von links): Ruth Seuß, Gertraud Steinhäuser, Bernd Rocktäschel und Helga Steiniger. Foto: Ronald Dietel  

Regnitzlosau - Anruf genügt! Wer als nicht mobiler Senior in Regnitzlosau zum Einkaufen, Arzt oder Apotheke muss, der wird ohne großes Tamtam gefahren. Dafür sorgt ein ehrenamtlicher Einkaufsfahrdienst. Es sind dies Gertraud Steinhäuser, Ruth Seuß, Helga Steiniger und Bernd Rocktäschel, die mit ihren Privatautos unterwegs sind. Die Vier fahren aber auch Menschen, die zum Beispiel aus Krankheitsgründen auf Hilfe angewiesen sind. Das Quartett gehört zu den insgesamt 30 Ehrenamtlichen im Alter zwischen 16 und 80 Jahren, die sich seit 2015 in Regnitzlosau um besagte Mitbürger kümmern. Neben den Einkaufsfahrten zählen dazu Besuchsdienst, Spaziergänge, Hilfe im Garten und die mobile Tafel. Die beiden Seniorenbeauftragten Ute Hopperdietzel und Sandra Schnabel kümmern sich um die Organisation. Das Ganze läuft unter dem Dach der evangelischen Kirche, die alle Ehrenamtlichen während ihrer Tätigkeit versichert.

Doch zurück zum Einkaufsfahrdienst. Bevor die Helfer überhaupt einen Meter fahren, geht ein sogenanntes Erstgespräch voraus. Hier wird die Art der Hilfeleistung ermittelt. Am Tisch sitzen der oder die Bedürftige, deren Angehörige, Mitglieder des Fahrdienstes und die zwei Seniorenbeauftragten. Dann wird geschaut, wer von den Fahrern Kapazitäten frei hat und die Verfügbarkeit abgerufen. Am Ende wird das Gespräch dokumentiert und die Person bekommt die Telefonnummern ihrer persönlichen Fahrdienstpersonen. Dann geht's los. Einmal in der Woche folgen Fahrten zum Einkaufen, zur Bank und zum Arzt oder zur Apotheke.

Gertraud Steinhäuser und Helga Steiniger fahren fest eine Person im Wechsel. Dagegen sind Ruth Seuß und Bernd Rocktäschel flexibel. "Die Leute rufen an und erkundigen sich, ob Zeit ist, um zum Arzt zu fahren", schildert Rocktäschel. Diese Touren können durchaus mal zwei Stunden dauern.

Allerdings gibt es beim Fahrdienst Grenzen. Die Helfer pendeln lediglich innerhalb Regnitzlosaus, in die Außenorte bis Rehau. Für weiter entfernte Fahrten wird von den Verantwortlichen eine gesonderte Lösung gesucht. Da es immer wieder die gleichen Gesichter sind, verlieren die Senioren sehr schnell die Scheu: "Die Fahrt bietet dann Gelegenheit zum Erzählen", berichtet Helga Steiniger. Interessant die Hintergründe, weshalb sich die vier Helfer für den ehrenamtlichen Fahrdienst engagieren. Ruth Seuß beispielsweise gesteht: "Ich bin ein Mensch, der gerne hilft." Eigentlich werde sie überall gebraucht. Von einem anderen Ansatz spricht Helga Steiniger: "Als mein Mann Peter schwer krank war, haben wir auch Hilfe erfahren, deshalb will ich etwas zurückgeben." Durch die Teilnahme am Fahrdienst erlebe sie zudem eine große Dankbarkeit. Bei Gertraud Steinhäuser gestaltete sich das Mittun ganz anders: "Ich bin von Ute Hopperdietzel und Sandra Schnabel gezielt angesprochen worden." Beide seien sehr nett gewesen. Ihr sei bekannt gewesen, dass Hilfe gebraucht werde. "Froh, wieder unter die Leute zu kommen", ist Bernd Rocktäschel. Der Regnitzlosauer lebt nach dem Tod seiner Frau vor zweieinhalb Jahren alleine.

Die beiden Seniorenbeauftragten freuen sich über den Einsatz und die Zuverlässigkeit der Einkaufsdienstfahrer. Sandra Schnabel weiß auch um den Grund. Sie sagt: "Die Helfer geben das, was in ihren Herzen drin ist, an andere weiter." Damit gelinge es, zurückgezogenen Senioren wieder etwas Teilhabe am Alltagsleben zu ermöglichen. Das gilt laut Schnabel gleichermaßen auch für Veranstaltungen.

Autor
Ronald Dietel

Ronald Dietel

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
08. 09. 2018
00:00 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Apotheken Auto Ehrenamtliches Engagement Evangelische Kirche Private Einkäufe Senioren Ärzte
Regnitzlosau
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Die 120 Mitarbeiter der Regnitzlosauer Kirchengemeinde im Altarraum von Sankt Aegidien. Foto: Metzner

17.01.2018

120 Helfer tragen die Gemeinde

Die evangelische Kirchengemeinde Sankt Aegidien blickt auf 2017 zurück. Pfarrer Holger Winkler dankt seinen Mitarbeitern. » mehr

Dieses Trio - Peter Reschke, Edith Benkert und Maria Hopperdietzel (von links) - sucht noch Gesellschaft. Und das nicht nur zum Kaffeeklatsch, sondern als dauerhaften Mitbewohner. In der Senioren-WG der evangelischen Diakoniestation Regnitzlosau sind noch drei geräumige Zimmer frei. Foto: Dietel

21.06.2018

Zimmer frei in der Senioren-WG

Nicht nur alte Menschen sind in der Wohngemeinschaft in Regnitzlosau willkommen. Die Diakonie bietet Interessenten ein "Schnupperwohnen" an. » mehr

"Augen die sehen, aber nicht mehr verstehen" nennt Fotograf Georg Hornfischer diese Aufnahme. Beim Seniorennachmittag gibt es mehr zu sehen aus seiner Ausstellung "Berührungen".

02.08.2017

Fest für Zufriedenheit und Schönheit

Am 5. August steigt im Pfarrhof von Regnitzlosau der zweite ökumenische Seniorennachmittag. Gastgeber ist "Re_aktiv". » mehr

Zum Jahresauftakt folgte die zweite Auflage des Erste-Hilfe-Kurses für Senioren. Unter Anleitung von BRK-Bereitschaftsleiter Burkhard Hauenstein (rechts) übten die Teilnehmer die Mund-zu-Mund-Beatmung an einer Puppe.	Foto: Re_aktiv

10.08.2018

Auch Vereine interessieren sich für Angebote

Die Regnitzlosauer Seniorenbeauftragten ziehen Halbjahresbilanz. Es gibt viel zu tun für Ute Hopperdietzel und Sandra Schnabel. » mehr

Die Bürger von Regnitzlosau waren eingeladen, um Details zu den Planungen der Architekten zur Umgestaltung der Ortsmitte zu erfahren.	Fotos: Faltenbacher

17.07.2018

Ideen für lebenswerte Ortsmitte

Die Gemeinde Regnitzlosau will ihren Ortskern neu gestalten. Bei einem Infoabend stellen die Architekten ihre Pläne im Detail vor. » mehr

Schüler mit ihren Lehrerinnen, Mütter mit Kinderwagen sowie Seniorinnen mit Rollatoren und Rollstuhl signalisieren in Regnitzlosau mit einer Menschenkette den Autofahrern: Der Gehstreifen (gelbe Markierung) gehört uns! Gestern Morgen startete die Aktion an Schule und Behindertenparkplatz am Postplatz. Mehr Bilder im Internet auf www.frankenpost.de Foto: Dietel

18.07.2018

"Gehsteige gehören den Fußgängern"

Kinder, Eltern und Senioren demonstrieren in Regnitzlosau gegen Gehwegparker. Passanten müssen oft auf die Straße ausweichen. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Saso Avsenik Hof

Saso Avsenik und seine Oberkrainer | 17.11.2018 Hof
» 60 Bilder ansehen

Blaulicht-Party

Blaulicht-Party | 16.11.2018
» 45 Bilder ansehen

ATSV Erlangen - SpVgg Bayern Hof 1:0  (1:0) Erlangen

ATSV Erlangen - SpVgg Bayern Hof 1:0 (1:0) | 17.11.2018 Erlangen
» 6 Bilder ansehen

Autor
Ronald Dietel

Ronald Dietel

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
08. 09. 2018
00:00 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".