Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Urlaub daheimJubiläumsgewinnspiel "75 Jahre Frankenpost"WohnzimmerkunstBlitzerwarnerCoronavirus

Rehau

Gegen das Kirchturmdenken

Sabrina Gartinger ist Regionalmanagerin im Dreiländereck Bayern-Sachsen-Böhmen. Im Rehauer Stadtrat stellt sie ihre Arbeit für die Integrierte Ländliche Entwicklung vor.



Rehau - Sabrina Gartinger, Regionalmanagerin der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) Dreiländereck Bayern-Sachsen-Böhmen, hat im Rehauer Stadtrat sich und die Aufgaben des Managements im Dreiländereck vorgestellt. Die studierte Geografin aus der Region ist nach einem zweijährigen Aufenthalt in Dingolfing zurück in den Landkreis Hof gekommen, um das Management der ILE Dreiländereck zu übernehmen.

Gartinger bezeichnete die Koordination der beteiligten Partner als Tätigkeitsschwerpunkt. Zudem sei sie in ihrem Büro im Rehauer Rathaus Anlaufstelle für Anliegen aller beteiligten Akteure, die sich mit der grenzübergreifenden Regionalentwicklung am "Grünen Band Europas" befassen. Die Integrierte Ländliche Entwicklung wiederum ist ein freiwilliger interkommunaler Zusammenschluss von mehreren Gemeinden im ländlichen Raum. Im Falle des ILE Dreiländerecks sind dies Regnitzlosau, Rehau und Schönwald. Ziel ist es, wichtige Themen in der Region gemeinsam anzugehen und dadurch die Standortqualität zu steigern. Als wichtigste Aufgaben bezeichnete Sabrina Gartinger "aktives Netzwerken", was einen großen Teil ihrer täglichen Arbeit einnehme, Ideenentwicklung und Projektmanagement. Neben der Koordination von Terminen, der ausführlichen Projektarbeit sowie der Öffentlichkeitsarbeit koordiniert Gartinger den Kontakt zwischen Bürgern, ILE-Managern aus anderen Regionen sowie lokaler Aktionsgruppen (LAG).

Mit ihrem Start in der ILE Dreiländereck im November 2019 war die junge Regionalmanagerin im Rahmen eines Seminars zur Erweiterung eines integrierten ländlichen Entwicklungskonzeptes beteiligt. Dabei entstand ein strategischer Leitfaden für die beteiligten Kommunen. "Im Ergebnis wollen wir das Dreiländereck attraktiver gestalten und besser bekannt machen."

Als Beispiel nennt die Homepage der ILE, dass am Dreiländereck Bayern-Sachsen-Böhmen eine Stele aufgestellt wurde, die den Grenzpunkt markiert. Gleichzeitig wurden in diesem Bereich die Wege und Brücken erneuert und die Beschilderung auf ein einheitliches System abgestimmt.

Die ILE unterstützt zudem Ansätze zur Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs wie die Verbindung des Hofer Landbusses, der zwischen Regnitzlosau und Rehau Bürger an 185 möglichen Haltepunkten abholt.

Als wichtiges Ziel des ILEK nennt die Geografin auch die Verbesserung der Zusammenarbeit mit Sachsen und Tschechien: "Wir müssen alle das Kirchturmdenken überwinden und gemeinsame Aktivitäten stärken." Im Ergebnis gehe es darum, bei der heimischen Bevölkerung ein stärkeres Bewusstsein für die attraktive Heimatregion zu schaffen. Top-Projekte seien das Radwegekonzept, altersgerechtes Wohnens, Themenwanderwege sowie die Gewässerpflege und der Artenschutz. Als Ziel für den länderübergreifenden Veranstaltungskalender soll der Freizeitkalender Vogtland um die Veranstaltungen in Rehau, Regnitzlosau und Schönwald ergänzt werden.

Im Projekt "Wasser3" hat die ILE Aktivitäten um die Sophienquelle, das Freibad und die Mühle zusammengefasst: "Wir wollen dieses Thema attraktiver für Touristen aufbereiten", erläuterte Sabrina Gartinger diesen Ansatz der Integrierten Ländlichen Entwicklung.

Als weiteren wichtigen Aufgabenbereich nannte die Managerin den "Vitalitäts-Check für Kommunen". "Wir wollen durch die Ermittlung von Leerständen und Baulücken in den Gemeinden den Bestand zuverlässig erfassen und damit eine Planungsgrundlage zur Innenentwicklung der Kommunen bieten."

Bürgermeister Michael Abraham ergänzte die Ausführungen der Regionalmanagerin und verwies auf die finanzielle Unterstützung der ILE durch das Amt für Ländliche Entwicklung: "Es geht darum, gemeinsame Strukturen zu schaffen", beschrieb der Bürgermeister das Ziel der landkreis- und länderübergreifenden Einrichtung. "Mithilfe des Regionalbudgets unterstützt die Organisation auch Vereine und Einrichtungen." Ohne derartige Mittel wären Projekte wie das Radwegekonzept nach Überzeugung von Abraham nicht realisierbar. "Bisher wurden im ILE-Gebiet bereits 71 400 Euro für verschiedene Projekte bereitgestellt."

Autor
Lothar Faltenbacher

Lothar Faltenbacher

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
23. 07. 2020
19:58 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeit und Beruf Bevölkerung Bürger Integrierte Ländliche Entwicklung Ländliche Entwicklung Management Michael Abraham Projektmanagement Regionalentwicklung Stadträte und Gemeinderäte Überzeugung
Rehau
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Eine Stadt lässt sich testen

22.07.2020

Eine Stadt lässt sich testen

Nachdem sieben weitere Corona-Fälle in Rehau bekannt geworden sind, herrscht großer Andrang am Corona-Testmobil. Viele sind besorgt - aber nicht ängstlich. » mehr

Eis

04.08.2020

Rehau will innerörtliche Eisverkäufer schützen

Das Eiscafé "Florida" aus Hof habe sich beim Verkauf aus dem Wagen nicht an die Regeln gehalten. Das erklärt der Wirtschaftsförderer der Stadt. » mehr

Das Architekturbüro EMBT Miralles Tagliabue aus Barcelona hat den Architekturwettbewerb für "Arte Noah" gewonnen und legte ein Konzept vor, in dem sich das Zentrums-Gebäude in die Natur des Wagnersberges bei Neuhausen einfügt. Ob diese Architektur jemals in Neuhausen zu sehen sein wird, hängt maßgeblich davon ab, ob die Stadt einen Fördertopf anzapfen kann. Grafik: EMBT

22.07.2020

Aus für Arte Noah in Rehau

Im Rehauer Stadtrat sind die Meinungen über das Scheitern der Arte Noah geteilt. Ulrich Scharfenberg kritisiert den Landrat, Bürgermeister Abraham widerspricht deutlich. » mehr

Eindrucksvoll und teuer, eventuell zu teuer: Das geplante Biodiversitätszentrum Arte Noah in Neuhausen. Grafik: EMBT Architekten

17.07.2020

Arte Noah funkt SOS

Dem ehrgeizigen Ziel eines Zentrums für Biodiversität in Neuhausen droht das Aus. Der Freistaat zieht bei der Finanzierung nicht mit. Jetzt liegt es am Stadtrat, ob es weitergeht. » mehr

Hier sollen sich in einem Jahr nicht nur Mountainbiker treffen: Für das zukünftige Kornberghaus ist die Bodenplatte bereits gelegt. In wenigen Wochen soll der Dachstuhl stehen.	Foto: Florian Miedl

23.06.2020

Gesucht: die Marke Kornberg

Design-Studenten haben zahlreiche Vorschläge für die Vermarktung des neuen Natur- und Sportzentrums. Der Zweckverband will aber auch die Meinung der Bürger hören. » mehr

Bauland ist ein hohes Gut für die Kommunen. Die Stadt Rehau will mithilfe einer Stiftung nun neues Bauland erschließen. Symbolfoto: Adobe Stock

07.07.2020

Grundstückskauf auf Stiftungs-Kosten

Um ein neues Baugebiet ausweisen zu können, muss die Stadt Rehau Flächen ankaufen. Möglich macht das nun eine Stiftung. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Radtour in der Fränkischen Schweiz

Radtour in der Fränkischen Schweiz | 14.08.2020 Fränkische Schweiz
» 5 Bilder ansehen

Dota Kehr und Lappalie in der Filzfabrik Hof

Dota Kehr und Lappalie in der Filzfabrik | 06.08.2020 Hof
» 44 Bilder ansehen

FC Trogen - SG Regnitzlosau Trogen

FC Trogen - SG Regnitzlosau |
» 62 Bilder ansehen

Autor
Lothar Faltenbacher

Lothar Faltenbacher

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
23. 07. 2020
19:58 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.