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Ideen für lebenswerte Ortsmitte

Die Gemeinde Regnitzlosau will ihren Ortskern neu gestalten. Bei einem Infoabend stellen die Architekten ihre Pläne im Detail vor.



Die Bürger von Regnitzlosau waren eingeladen, um Details zu den Planungen der Architekten zur Umgestaltung der Ortsmitte zu erfahren.	Fotos: Faltenbacher
Die Bürger von Regnitzlosau waren eingeladen, um Details zu den Planungen der Architekten zur Umgestaltung der Ortsmitte zu erfahren. Fotos: Faltenbacher   Foto: Thomas Neumann » zu den Bildern

Regnitzlosau - Wie soll die Regnitzlosauer Ortsmitte künftig aussehen? Drei Architekturbüros haben mit einer Machbarkeitsstudie Vorschläge erarbeitet. Die Ergebnisse präsentierten die Städteplaner im Vereinshaus des Sängerbundes. Rund 40 Bürger waren gekommen, um mit den Architekten zu diskutieren.

Bürgermeister Hans-Jürgen Kropf machte deutlich, dass im Zentrum von Regnitzlosau im Bereich des Postplatzes drei ortsbildprägende Häuser seit Längerem leer stünden. "Mit der Förderoffensive Nordostbayern hat der Freistaat Bayern ein Unterstützungsprogramm aufgelegt, das sich mit der Beseitigung von Leerständen befasst. Es ist für unsere Gemeinde das optimale Instrument, um die Gestaltung unserer Ortsmitte finanziell zu schultern."

Mit einer Machbarkeitsstudie will die Gemeinde herausfinden, welche baulichen Maßnahmen und neue Nutzungsmöglichkeiten den Ortskern beleben und damit die Lebensqualität in Regnitzlosau steigern können. In dem etwa 7000 Quadratmeter umfassenden Areal befassten sich die Planungsbüros in erster Linie mit der Gestaltung des Postplatzes sowie dem Abriss des "Sichelschmidts-Hauses" im Uferweg 2 und dem Gebäude der ehemaligen Metzgerei Fischer in der Hauptstraße 16. Das Haus am Postplatz 4 soll erhalten und umgestaltet werden. Als erster Schritt soll nun das Gebäude Uferweg 2 abgerissen werden.

Als zukünftige Nutzungsmöglichkeiten nannte Kropf die Vorgaben an die Planer: "Es sollte eine Arztpraxis, eine Apotheke sowie eine Praxis für Physiotherapie und eine Mehrgenerationenbegegnungsstätte oder eine Einrichtung zur Tagespflege möglich sein. Da unser Postplatz auch für eine Reihe von Veranstaltungen genutzt wird, wäre auch ein öffentliches WC sinnvoll." Als weitere Idee aus den Reihen des Gemeinderates nannte der Bürgermeister den Wunsch Räumlichkeiten für ein Radler-Hostel zu schaffen. "Das wäre gut, denn Regnitzlosau soll an den Flüsse-Radweg des Landkreises angebunden werden."

Vorschlag der Architekten Meyer & Partner: Die Planer um den Architekten Gerhardt Meyer sehen in ihrer Studie vor, das Anwesen Uferweg 2 zu erhalten, und zusätzlich in den Bereich des großen Gartengrundstücks ein neues Gebäude zu bauen. Nach den Vorstellungen der Bayreuther Architekten würde der Dreiländereck-Brunnen versetzt, um ihn vom Kleppermühlbach aus mit Wasser zu versorgen. Dadurch könnte ein Ruhebereich im Ortszentrum entstehen. Anstelle des Anwesens in der Hauptstraße 16 hat Meyer eine "Parkplatzscheune" mit zwölf Stellplätzen vorgesehen.

Vorschlag Hüttner Architekten: Den Entwurf des Planungsbüros aus Lichtenberg präsentierte Bürgermeister Kropf. Demnach will das Büro eine Auwiese als innerörtliche Grünfläche schaffen und den Postplatz durch attraktive Nutzungen stärken. Neben dem Dorfgemeinschaftshaus mit Toiletten-Anlage, das auch als Radler-Hostel dienen könnte, plant Bernd Hüttner Räume für Arztpraxis und Apotheke. Für die freie Fläche anstelle des Hauses in der Hauptstraße 16 hat Hüttner einen Grünbereich am Bach vorgesehen.

Vorschlag GHSW-Architekten : Karsten Hilbert hat zusammen mit dem Landschaftsplaner Klaus Pöhlmann ein Konzept erarbeitet. "Wenn man den Postplatz heute betrachtet, ist es eigentlich keine richtige Ortsmitte, das ist schade", ging der Architekt auf den Ansatz seines Büros ein. "Wir wollen mit der passenden Raumbildung ein Zentrum herstellen." Dazu könnte der Brunnen an seinem Platz bleiben. Um Wohnflächen zu beplanen, müssten nach Meinung von Karsten Hilbert mehr Informationen über den tatsächlichen Bedarf vorliegen. "Um diese Bereiche genauer zu planen, braucht es zunächst Investoren, die bereit sind, für bestimmte Nutzungsbereiche Geld auszugeben."

In der Diskussion machten einige Eltern deutlich, dass auch an die Kinder der Gemeinde gedacht werden sollte. Darauf antwortete Bürgermeister Kropf, dass Spielplätze und Einrichtungen für die Jugend vorgesehen seien. Die Anregung adäquate Räumlichkeiten für Arzt und Apotheker vorzusehen, haben alle Planer in ihren Entwürfen vorgesehen. Dazu meldete sich Kristof Hertel, Betreiber der Regnitz-Apotheke zu Wort: "Wenn das Konzept an sich passt und die Bedingungen für mich stimmen, dann wäre ich bereit, mit meiner Apotheke umzuziehen. Die Nähe zur örtlichen Arztpraxis ist dabei ebenfalls sehr wichtig." Gemeinderat Manuel Sörgel betonte, dass sich die Gemeinde aus der Machbarkeitsstudie eine Hilfe zur Konkretisierung der Entwicklung verspreche. Sein Ratskollege Fritz Papel ergänzte: "Wir wünschen uns von den Bürgern Vorschläge, die in die Planungen einfließen." Mit dieser Anregung ist nun der Gemeinderat gefragt: "Wir sollten uns auf einen Städteplaner festlegen und dann die Detailplanungen angehen", schloss der Bürgermeister den Informationsabend. Alle Pläne sind auf www.regnitzlosau.de und im Rathaus einsehbar.

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Lothar Faltenbacher

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Veröffentlicht am:
17. 07. 2018
19:38 Uhr

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Lothar Faltenbacher

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17. 07. 2018
19:38 Uhr



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