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Rehau

Kornberg auf dem Sprung

Die Erhebung soll mehr Touristen anlocken als bisher. Dafür schließen sich die beiden Kreise Hof und Wunsiedel zusammen. An konkreten Plänen fehlt es aber noch.



Spektakulär könnten die Mountainbiker künftig am Kornberg unterwegs sein, sollten die Landkreise Hof und Wunsiedel ihre Pläne verwirklichen können.
Spektakulär könnten die Mountainbiker künftig am Kornberg unterwegs sein, sollten die Landkreise Hof und Wunsiedel ihre Pläne verwirklichen können.  

Rehau/Schönwald - Im März wurde aus dem Gerücht ein offizielles Statement: Die Landkreise Hof und Wunsiedel wollen den Kornberg für Touristen attraktiver machen. Schon lange vorher kursierten Gerüchte, die besagten, dass am "Tor zum Fichtelgebirge" ein Mountainbike-Park entstehen soll, vielleicht sogar ein Hotel. Von Letzterem war von offizieller Seite nie die Rede, zumindest nicht öffentlich. Dafür kristallisierten sich bis zum Sommer erste Details heraus, nachdem die beiden Landräte zuvor lediglich erklärt hatten, den Tourismus am Kornberg gemeinsam vorantreiben zu wollen. Mountainbike-Parcours, ein Hauptquartier am Fuße des Skiliftes und eine Tubingbahn sind für die Landkreise drei zentrale Aspekte der touristischen Belebung. Grundvoraussetzung für die Umsetzung: Erst muss es eine fest installierte Wasserversorgung geben. Auch die wollen die beiden Landkreise angehen - vorbehaltlich der Finanzierung.

Was bekannt ist

Die Landkreise Wunsiedel und Hof planen, den Kornberg touristisch neu zu erschließen. Das soll mit einem Bikepark geschehen, der mehrere Mountainbikestrecken und Trainingsbereiche umfasst. Dazu kämen der Ausbau der Zufahrtsstraße, die Verlegung schnellen Internets, einer Wasserleitung und der Abwasserentsorgung und der Bau eines Abenteuerspielplatzes - unter anderem.

Die Kosten dürften zwischen drei und vier Millionen Euro liegen. 10 000 Besucher pro Jahr sollen nach Schätzung der Beteiligten das Angebot nutzen.


Es dauerte nicht lange, bis sich nach der Veröffentlichung der Pläne die ersten Kritiker zu Wort meldeten. Früh gründete sich eine Bürgerinitiative, die massive Bedenken äußerte, eine touristische Aufwertung könne die Idylle am Kornberg stören. Dieser Bürgerinitiative "Unser Kornberg" gehört auch der ehemalige Kreisvorsitzende des Bundes Naturschutz (BN) Hof, Udo Benker-Wienands, an. Er betont unter anderem die potenziellen ökologischen Auswirkungen einer intensiveren touristischen Nutzung des Kornbergs, wenn er sagt: "Wenn an Spitzentagen auch im Sommer 1000 Besucher kommen, muss man mit 400 bis 500 Autos rechnen. Wo sollen die parken? Was stoßen die an Abgasen aus?"

Wortführer der Initiative ist der Rehauer Peter Geißler, der eine Online-Petition mit dem Titel "Bitte keinen ,von Amts wegen' verordneten Mountainbike-Tourismus am Großen Kornberg" gestartet hat. Geißler ist in Pilgramsreuth aufgewachsen und lebt jetzt in Rehau. "Der Kornberg ist ,mein Berg'. Zu ihm habe ich einen engen Bezug und verbinde damit viele schöne Erinnerungen." Aus diesem Grund ist Peter Geißler die von den Kreistagen Hof und Wunsiedel kürzlich gemeinsam beschlossene Aktivierung des Mountainbike-Tourismus auf dem Rehauer Hausberg ein Dorn im Auge. Damit ist er offenbar nicht alleine: Rund 500 Unterschriften hat die Initiative bis zum Winter gesammelt.

Über das Jahr hinweg rumorte es auch stetig an der Kornberg-Hütte. Besitzer Max Hertel hatte nach dem Abgang von Pächterin Evelin Spannruft Probleme, einen Wirt zu finden, der den Skifahrern an den Betriebstagen des Lifts Essen und Getränke serviert. Für die Saison 2016/2017 sprang der Niederlamitzer Ochsenbräter Rainald Küspert ein. Doch schon nach einer Saison trennten sich die Wege von Hertel und Küspert wieder. Die Hütte stand erneut ohne Wirt da. Im Herbst dann die Nachricht: Die Wirte vom Alten Pfarrhaus in Göringsreuth machen es. Katrin und Axel Grünert wagen den Schritt an den Fuß der Skipisten und wollen einfach mal schauen, wie das Geschäft hier läuft. Dafür nehmen sie einige Unbill in Kauf, die mit der provisorischen Wasserversorgung zu tun hat: Weil die Wasserleitung fehlt und ebenso das Abwasser nicht per Leitung abtransportiert werden kann, muss immer ein Wassertank an den Kornberg gewuchtet werden. Das Gesundheitsamt hat ein strenges Auge darauf, dass die Hygiene gewahrt bleibt, was kostspielige Analysen mit sich bringt. Nach einigen Öffnungstagen in den vergangenen Wochen hat die Kornberg-Hütte nun nach dem Tauwetter vorerst wieder geschlossen. Die Grünerts hoffen auf eine baldige Schneepracht, die Skifahrer und somit Gäste anlockt.

Diese Gäste konzentrieren sich dann auf einen verhältnismäßig kleinen Bereich am Kornberg: die Skipiste und den Parkplatz. Eine Besucherlenkung erscheint hier momentan nicht notwendig. Die aber fordert der Bund Naturschutz für den Fall, dass die Pläne der Landkreise umgesetzt werden. 10 000 Besucher pro Jahr sollen nach Schätzungen der Planer zum Mountainbike-Park und zu den Abenteuerspielplätzen kommen.

Im Moment formuliert der BN seine Meinung zu den Kornberg-Plänen noch sehr zurückhaltend. Der Hofer Kreisgeschäftsführer Wolfgang Degelmann begegnet den Planern mit einem "lauen Jein". Die vorliegenden Pläne seien aktuell noch zu rudimentär, um sich eine absolute Meinung zu bilden. Dennoch drängt der Bund darauf, dass möglichst wenig Fläche beansprucht wird und, was Degelmann betont, der Besucherstrom so gelenkt wird, dass nicht das komplette Kornberg-Gebiet bevölkert wird.

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Patrick Gödde

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Veröffentlicht am:
29. 12. 2017
17:33 Uhr

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29. 12. 2017
17:33 Uhr



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