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SPD, Grüne und Parteilose auf einer Liste

Über Parteigrenzen hinweg wollen engagierte Regnitzlosauer etwas bewegen. Es geht um Naturschutz, Soziales und Infrastruktur. Die Kandidaten werden am 3. Januar nominiert.



Sind bereit zur Zusammenarbeit: von links (unten) Mirjam Kühne, Simon Strößner und Jennifer Bernreuther, dahinter Katharina Schnabel, Jenny Zeh, Sigmund Puchta, Udo Benker-Wienands und Astrid Hörner. Foto: Kaupenjohann
Sind bereit zur Zusammenarbeit: von links (unten) Mirjam Kühne, Simon Strößner und Jennifer Bernreuther, dahinter Katharina Schnabel, Jenny Zeh, Sigmund Puchta, Udo Benker-Wienands und Astrid Hörner. Foto: Kaupenjohann  

Regnitzlosau - -Mit einer ungewöhnlichen Initiative wollen Bürger aus Regnitzlosau etwas erreichen für ihre Heimat. Zur Kommunalwahl am 15. März 2020 treten Kandidaten der SPD, der Grünen und Parteilose auf einer gemeinsamen Liste an. Um darüber zu informieren, welche Ziele sie verfolgen, hatten sie zu einer Versammlung in die Gaststätte Raitschin eingeladen. Nominiert werden die Kandidaten am 3. Januar um 19.30 Uhr im Vereinsheim.

"Dann kann man sich über die Weihnachtsfeiertage noch Gedanken über unser Programm machen", meint Jennifer Bernreuther, SPD. Und Mirjam Kühne, Mitglied im Kreisverband der Grünen, stimmt ihr zu in der Aussage, dass man in vielen Punkten doch nicht weit auseinander liege, auch wenn man oft anders gewichte. So sei die Idee gewachsen, sich zusammenzutun. Das sei zwar organisatorisch aufwendig, aber es bestehe kein Fraktionszwang. Alle seien sehr motiviert und empfänden die Zusammenarbeit als bereichernd. "Wir sind lösungsorientiert und wollen gestalten."

Ältere Parteimitglieder unterstützten die Jungen, und auch viele Unparteiliche seien bereit, mitzuarbeiten, versichert Bernreuther. Man habe bereits 17 Kandidaten auf der Liste.

Zustimmung zum Zusammenschluss habe man aus vielen Ecken her erfahren. Der Grünen-Kreisverband habe das Okay zur gemeinsamen Liste gegeben, sagt Kühne. Regnitzlosau, wo es keinen Ortsverband gebe, sei eben "speziell". Ein solcher Zusammenschluss könnte vielleicht sogar Schule machen, meint Jennifer Bernreuther. Neue Ideen seien gefragt, eine kritische aber konstruktive Zusammenarbeit sei notwendig, um die Gemeinde voranzubringen.

Dann geht es ums Programm. Einen ganzen Katalog von Ideen und Vorschlägen zur Umsetzung haben die Verantwortlichen ausgearbeitet. Themen sind das Klima, der Natur- und Artenschutz, soziale Belange und die Infrastruktur in der Gemeinde. Mirjam Kühn, Jennifer Bernreuther, Udo Benker-Wienands, Katharina Schnabel und Simon Strößner tragen sie vor. Sie wollen, dass die Gemeinde den Klimavorbehalt beschließt, treten ein für ressourcenschonendes und energiesparendes Bauen und Sanieren, sauberen Strom ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen, die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf warmweißes LED-Licht, dem Nachtfalter zuliebe, und eine Baumschutzverordnung. Es gelte, den Förderdschungel nach neuen Möglichkeiten zu durchforsten.

Benker-Wienands verweist auf die Arbeitsgemeinschaft "Blütenreiches Fichtelgebirge" und wünscht sich ähnliches in Regnitzlosau und Umgebung. In Sachen natur- und insektenfreundliches Gestalten sollte man die Landwirte im Landkreis mitnehmen auf dem Weg zu einer glyphosatfreien Kommune. Auch müsse das Naturschutzgebiet für die Flussperlmuschel ausgeweitet werden.

Die Parteilose Katharina Schnabel macht deutlich, wie wichtig Extremismusprävention sei und eine dauerhafte Sicherung der Projektstelle. Jugendarbeit und professionelle Begleitung seien nötig, um junge Menschen zu stärken. Es brauche in Regnitzlosau eine zentrale Stelle, wo sich Junge und Ältere begegnen können, meint Bernreuther. Es gebe gute Ansätze wie Zukunftswerkstatt und Best Practice im Landkreis, die von Jugendlichen gut angenommen würden. Doch sei vieles noch nicht umgesetzt.

Auf die Dorferneuerung und die Infrastruktur kommt Mirjam Kühn zu sprechen. Man müsse darauf achten, dass nicht zu viel freie Fläche versiegelt wird. Vielmehr gelte es, alte Bausubstanz zu erhalten und zu nutzen, so etwa auch Schloss Niedernberg. Nötig seien auch die Dorferneuerung in Prex sowie die Sanierung des Alten Schulhauses und des Feuerwehrgerätehauses in Vierschau. Ein Kindergartenneubau sollte mit einer Küche ausgestattet sein, von der aus auch andere Einrichtungen versorgt werden können. Der Sportplatz der Schule müsse hergerichtet werden. Simon Strößner aus Osseck am Wald, von Beruf Wassermeister, rät zur Sanierung alter Leitungen. Es gelte auch, Brunnen und Einzugsgebiete zu schützen. Die Gemeinde sollte eine neue Stelle "Bautechniker" schaffen. Dieser könnte kompetent Bauvorhaben koordinieren und betreuen.

Autor

Lisbeth Kaupenjohann
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Veröffentlicht am:
25. 11. 2019
00:00 Uhr

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Autor

Lisbeth Kaupenjohann

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Veröffentlicht am:
25. 11. 2019
00:00 Uhr



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