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Rehau

SPD will nicht alles der CSU überlassen

Die Partei befindet sich in einer schwierigen Zeit. Ob und wer 2020 um den Posten des Bürgermeisters in Rehau kämpft, ist noch nicht klar.



Im Frühjahr 2020 sind die Bayern aufgerufen, einen neuen Rat für ihre Stadt oder Gemeinde und einen Bürgermeister zu wählen. Grafik: Mikko Lemola/Adobe Stock
Im Frühjahr 2020 sind die Bayern aufgerufen, einen neuen Rat für ihre Stadt oder Gemeinde und einen Bürgermeister zu wählen. Grafik: Mikko Lemola/Adobe Stock  

Rehau - Hagen Rothemund sagt es ohne Umschweife: "Es ist nicht sexy, in der SPD zu sein." Und diese Einsicht, ein gutes Jahr vor der nächsten Kommunalwahl in Rehau, dürfte die eine oder andere Sorgenfalte auf die Stirn der Verantwortlichen bei der Rehauer SPD treiben. Umfragewerte von sechs Prozent auf Bundesebene sind schwierig aufzufangen. Hagen Rothemund ist sich dessen bewusst. Dennoch bleiben die Sozialdemokraten bei ihrem Fahrplan: "Wir haben keine Eile. Es ist noch mehr als ein Jahr Zeit", sagt der Fraktionsvorsitzende Rothemund. Der Vorstand tagt regelmäßig und will bis Herbst eine Liste von Kandidaten für den Rehauer Stadtrat vorlegen. Schon jetzt sind die SPDler dabei, mögliche neue Kandidaten zu akquirieren. "Wir sind da sehr offen", sagt Rothemund. Potenzielle Kandidaten müssten nicht zwingend ein rotes Parteibuch besitzen. Christa Eckardt und Andrea Geupel, die für die SPD im aktuellen Rehauer Stadtrat sitzen, sind ebenfalls keine Parteimitglieder. Diese Möglichkeit stehe jedem Rehauer offen.

Der Stadtrat 2014 bis 2020

Der Stadtrat Rehau besteht aktuell aus den drei Fraktionen CSU, SPD und FUWR. Die CSU stellt zehn Stadträte, SPD und FUWR jeweils fünf.

Vertreten für die CSU: Werner Bucher (stellvertretender Bürgermeister), Harald Ehm (Fraktionsvorsitzender), Dr. Dorothee Strunz, Rudolf Scholz, Kerstin Kropf, Birgit Weber, Vanessa Wagner, Thomas Schaller, Roland Lottes und Torsten Gärtner.

Für die SPD im Rehauer Stadtrat: Hagen Rothemund (Fraktionsvorsitzender), Ulrich Scharfenberg, Christa Eckardt, Andrea Geupel und Günther Rosmann.

Stadträte der Freien Unabhängigen Wählerschaft Rehau: Gerhard Puchta (Fraktionsvorsitzender), Gerti Röder, Martin Wurdack, Renate Böhm und Günter Martin.


Im Frühjahr 2020 sind die Bayern aufgerufen, ihre Stimmen abzugeben. Sowohl die Posten der Bürgermeister als auch die Besetzung der Stadt- und Gemeinderäte sind dann neu zu bestimmen. Der Rehauer Bürgermeister Michael Abraham hatte schon angedeutet, dass er eine dritte Amtszeit dranhängen möchte. Die Chancen für die SPD und alle anderen Mitbewerber dürften sich damit nicht zwingend erhöhen. Hagen Rothemund stellt aber klar, dass man sich keineswegs kampflos ergeben möchte: "Wir müssen keinen Kandidaten stellen. Aber es ist der Anspruch der SPD, dass wir einen Kandidaten stellen." Wer das sein wird, das steht noch in den Sternen. Dass am Ende dann doch eventuell er oder Ulrich Scharfenberg ranmüssen, "das ist reine Spekulation", sagt Rothemund. Scharfenberg pflichtet ihm bei: "Wir können jetzt noch nicht sagen, wer antreten wird."

Herausfordernd wird das Rennen um die begehrten Sitze im Rehauer Stadtrat nicht nur, weil es der SPD grundsätzlich nicht so gut geht. Ulrich Scharfenberg gibt auch zu bedenken: "In der Region sind wir immer noch sehr stark aufgestellt, mit dem besten Zweitstimmenergebnis Bayerns in der Landtagswahl und einer großen Fraktion im Kreistag." Beide, Scharfenberg und Rothemund, gehen davon aus, dass auch die AfD mit einer eigenen Liste zur Stadtratswahl antreten wird. Somit wird sich eine weitere Partei um die Wählergunst bewerben. Dass es Wählerpotenzial für die AfD in Rehau gibt, das hat nicht zuletzt die Landtagswahl gezeigt, als die Partei hier eines der stärksten Ergebnisse in der gesamten Region holte. In Faßmannsreuth lag die AfD gar bei über 20 Prozent, was auch wohl an der dortigen Ortssprecherin Bärbel Feulner gelegen haben dürfte, die 2017 in die AfD eingetreten war. Ulrich Scharfenberg glaubt, dass es nicht nur bei den Wählern Potenzial für die Partei mit den blauroten Farben gibt, sondern auch personell.

"Abgrenzen, nicht ausgrenzen" sollte laut Scharfenberg die Devise im Umgang mit potenziellen AfD-Stadträten im Rehauer Stadtrat sein. Im Herbst 2017 hatte Scharfenberg beantragt, Ortssprecherin Bärbel Feulner den Zugang zu nicht öffentlichen Stadtratssitzungen zu verwehren. Damit waren er und seine Fraktion nicht durchgekommen.

Themen, mit denen sich die SPD in Rehau positionieren könne, sieht Ulrich Scharfenberg einige. Etwa den Umgang mit der neuen Situation rund um das Feuerwehrgerätehaus, für das nun wohl doch ein Kredit her muss. Oder die Neukonzeption der Rehauer Jugendarbeit. Wie berichtet, hat die Stadt die Ausarbeitung eines Konzeptes für die Jugendarbeit in die Hände der Diakonie Hochfranken gelegt. Eine Entscheidung, die die SPD nur schweren Herzens mitgetragen habe. Scharfenberg hätte diesen Auftrag lieber in der Hand eines freien als eines kirchlichen Trägers gesehen. "Jetzt geht es erst einmal um das Konzept. Ob das dann auch so umgesetzt wird, muss man abwarten", sagt Scharfenberg. Mit diesen und weiteren, vorrangig sozialen Themen wolle man sich an die Wähler wenden. Dazu kommt auch Rothemunds Steckenpferd, der Unterhalt öffentlicher Gebäude und der Straßen. "Ich denke, die Zeiten des Plakat-Wahlkampfs sind vorbei. Wir werden Rehau nicht zukleistern", erklärt Hagen Rothemund. Vielmehr sei es wichtig, in der Stadt einen Stand zu haben und bei den Bürgern präsent zu sein. Die SPD verfüge ohnehin nicht über ähnlich große Mittel wie die CSU.

Hagen Rothemund schätzt, dass es einen "kurzen, knackigen Wahlkampf" geben wird. Im Herbst will die SPD ihre Kandidaten für den Stadtrat und möglicherweise den Bürgermeister-Kandidaten vorstellen. "Wir wollen wieder ein paar Sitze im Stadtrat holen und nicht alle 20 der CSU überlassen."

Autor
Patrick Gödde

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Veröffentlicht am:
07. 02. 2019
19:58 Uhr

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Patrick Gödde

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07. 02. 2019
19:58 Uhr



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