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Typisierungsaktion in Regnitzlosau: 506 potenzielle Stammzellenspender

Mehr als 500 Personen lassen sich in Regnitzlosau als potenzielle Stammzellenspender registrieren. Sie alle wollen Heidi Schenker helfen. Die zweifache Mutter ist an Blutkrebs erkrankt.



Typisierungsaktion in Regnitzlosau
Mehr als 500 Menschen lassen sich in Regnitzlosau als potenzielle Stammzellenspender registrieren.   Foto: Isabel Wilfert

Regnitzlosau – 506 Menschen haben sich am Samstag zwischen 11 und 16 Uhr im Vereinshaus des Sängerbundes in Regnitzlosau als potenzielle Knochenmark- und Stammzellspender registrieren lassen. Zusätzlich kamen Geldspenden in Höhe von 7840 Euro zusammen. Organisiert hatte die Aktion „Rettet unsere Mama“ der Sängerbund Regnitzlosau gemeinsam mit der Familie der an Blutkrebs erkrankten Regnitzlosauerin Heidi Schenker und mit Unterstützung der DKMS, gemeinnützige GmbH (ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei). Als die Krankheit der Mutter bekannt wurde, schlossen sich Vereinsmitglieder und andere Menschen aus Regnitzlosau zu einer Initiativgruppe zusammen, um die Typisierungsaktion auszurichten.


Für den aus Prex stammenden Hofer Kevin Höll ist die Unterstützung Ehrensache. Zusammen mit fünf Freunden folgte der 19-Jährige dem Aufruf, sich typisieren zu lassen. Er kenne Heidi Schenker nicht persönlich, aber für Höll ist klar: „Mit 37 Jahren ist man zu jung zum Sterben, und die beiden Kinder haben es nicht verdient, ohne ihre Mutter aufwachsen zu müssen.“ Der mitfühlende junge Mann findet: „Da zu helfen, das gehört sich einfach.“


Bürgermeister Hans-Jürgen Kropf, Schirmherr der Aktion, zeigt sich von der Resonanz auf den Typisierungsaufruf überwältigt. „Schon vor dem offiziellen Start um elf Uhr hatten wir einen guten Zulauf, der bis zum Schluss keinen Abbruch gefunden hat.“ Er selbst ist seit Jahren bei der DKMS registriert. „Hoffentlich nützt es auch unserer Bürgerin oder doch zumindest überhaupt einem an Leukämie erkrankten Menschen“, wünscht sich Kropf.


Zirka 40 Freiwillige halfen am Samstag mit, Aufklärungsarbeit zu leisten, Aufnahmeformulare auszugeben, die Prozedur des Wangenabstrichs zu erklären oder Geldspenden zu sammeln. Weitere Helfer schenkten Tee und Kaffee aus und verteilten Kuchen und belegte Brote an alle Beteiligten.


„In Deutschland sind zwischen achteinhalb und neun Millionen potenzielle Spender registriert, weltweit sind es mehr als 35 Millionen. Allein im letzten Jahr wuchs die Zahl um 500 000“, erklärt Andreas Bausch von der DKMS. Jeder gesunde Mensch zwischen 17 und 55 Jahren darf aufgenommen werden, wenn er mindestens 50 Kilogramm auf die Waage bringt und wenn sein Body-Mass-Index unter 40 liegt, konkretisiert Bausch die Voraussetzungen für Spender. 


Einmal in die Spenderkartei aufgenommen, komme man theoretisch bis zum 61. Lebensjahr weltweit für alle an Leukämie erkrankten als Spender in Frage. „Viele Spenden gehen in Gebiete der USA, wo sich Europäer angesiedelt haben und so der Genpool eher mit unserem übereinstimmt“, erklärt Bausch. Gespendet werde natürlich trotzdem in Deutschland, nur die Spende schicke man per Charterflug zum Empfänger weiter.


„Die Person zu sein, die tatsächlich passt, ist nicht sehr wahrscheinlich“, gibt der Aktionsleiter zu. Die dafür notwendigen HLA-Merkmale (siehe Infokasten) befinden sich auf einem Abschnitt der DNA-Leiter. Zwölf Merkmale würden aktuell untersucht, um einen passenden Spender zu finden. „Das Problem ist, dass es von diesen Merkmalen 15 000 Ausprägungen gibt, die sich wiederum in 50 Millionen Varianten kombinieren lassen“, erklärt der DKMS-Mitarbeiter. Dennoch liege die Wahrscheinlichkeit für Blutkrebspatienten bei 92 Prozent, einen Spender vermittelt zu bekommen. „Ein Drittel an passenden Spendern wird in der Verwandtschaft gefunden“, weiß Bausch zu berichten. In den ersten zehn Jahren nach der Registrierung spende jedoch nur etwa ein Prozent der Hilfswilligen tatsächlich Stammzellen oder Knochenmark. 


Neben der DNA spielen auch andere Marker eine Rolle bei der Vermittlung. So zum Beispiel der CMV-Wert. Das CMV (Humanes Cytomegalievirus) ist ein weit verbreitetes Herpesvirus, das entweder beide, also Spender und Empfänger, haben sollten oder beide eben nicht haben sollten.
Bürgermeister Hans-Jürgen Kropf dankt allen Menschen, die an diesem Tag nicht nur aus der Gemeinde und dem Umkreis von Hof, sondern auch aus Marktredwitz, Kulmbach oder dem Vogtland nach Regnitzlosau gekommen sind, um auf die ein oder andere Art Gutes zu tun.

Autor

Isabel Wilfert
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
09. 02. 2019
18:06 Uhr

Aktualisiert am:
10. 02. 2019
20:50 Uhr

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Isabel Wilfert

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Veröffentlicht am:
09. 02. 2019
18:06 Uhr

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10. 02. 2019
20:50 Uhr



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