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Rehau

Wehrleute meistern extreme Belastung

Die Feuerwehr Rehau hatte jetzt viele Einsätze so dicht hintereinander wie noch nie. Der Höhepunkt: vier Mal ausrücken an einem Tag.



Ein anstrengender Einsatz von vielen in den vergangenen zwei Wochen - der Brand bei der Firma Südleder in Rehau, bei dem mehr als 200 Rettungskräfte im Einsatz waren.	Foto: Uwe von Dorn
Ein anstrengender Einsatz von vielen in den vergangenen zwei Wochen - der Brand bei der Firma Südleder in Rehau, bei dem mehr als 200 Rettungskräfte im Einsatz waren. Foto: Uwe von Dorn   » zu den Bildern

Rehau - Binnen zwei Wochen 15 Einsätze - die Feuerwehr Rehau ist in den vergangenen Tagen so oft ausgerückt wie noch nie. Zu brennenden Feldern, Gartenhütten und zuletzt zum Brand bei der Firma Südleder. Die Feuerwehrmänner und -frauen erzählen nun, nach einer kurzen Verschnaufpause, von den zahlreichen Einsätzen und ihren Erlebnissen.

Extrem heiße Temperaturen, schwere Schutzkleidung und zahlreiche Einsätze - die Feuerwehren in der Region haben in den vergangenen Wochen Stärke bewiesen. Die Feuerwehr Rehau versucht, sich schon vorab für die Hitze zu rüsten. "Wir haben bei solchen Temperaturen mehrere Getränkekästen auf den Fahrzeugen für unsere Kameraden parat", sagt der erste Kommandant Manuel Höll. Recht viel mehr Vorbereitungen scheint die Feuerwehr nicht treffen zu können, denn: "Jeder Einsatz ist anders", sagt Höll. Die Feuerwehr Rehau war in der Woche vom 18. bis 26. Juli, in der es die meisten Einsätze gab, auf die Vorkehrungen der Landwirte angewiesen. "An dieser Stelle möchten wir uns recht herzlich bei allen Landwirten der Region bedanken. Sie haben ihre Güllefässer vor den heißen Tagen mit Wasser befüllt und uns damit bei den Einsätzen tatkräftig unterstützt. Das ist nicht selbstverständlich", verdeutlicht der Kommandant.

Eine hohe körperliche und mentale Belastung bedeuten solche Einsätze bei knapp 40 Grad für die Männer und Frauen der freiwilligen Feuerwehren. Feuerwehrmann Thomas Schaller gibt zu: "Natürlich sind Einsätze bei so einer Hitze mit der Schutzausrüstung körperlich sehr anstrengend. Aber wir rücken aus, egal bei welchem Wetter, also meistern wir auch das."

Nach einer Arbeitsschicht noch motiviert auszurücken - für die Rehauer Feuerwehrleute ist das keine Seltenheit. Einige von ihnen sind Schichtarbeiter. "Ich bin nach einer meiner Frühschichten mit zum Einsatz gefahren. Das war schon wirklich anstrengend", berichtet Sebastian Koppisch. "Die Arbeitgeber unserer Feuerwehrmänner und -frauen haben sich in der Zeit der vielen Einsätze wirklich sehr verständnisvoll gezeigt. Wir wurden oft von unseren Schichten in der Arbeit bedingungslos befreit. Dafür möchten wir uns sehr bedanken", sagt Manuel Höll. "Ich hätte nach dem Brand bei der Firma Südleder noch zur Nachtschicht gemusst, da hat mich mein Arbeitgeber dann freigestellt", erzählt Feuerwehrmann Stefan Kemnitzer. "Ich finde, das ist nicht selbstverständlich, da den Betrieben dadurch ja Arbeitskräfte fehlen", ergänzt zweiter Kommandant Volker Bucher. Hinzu kommt, dass die Feuerwehrleute nach dem Einsatz nicht direkt nach Hause können. "Es muss geputzt, aufgefüllt und Papierkram erledigt werden - Arbeiten, die nochmals viel Zeit in Anspruch nehmen", informiert Manuel Höll. Die Feuerwehrleute erinnern sich: "An einem Tag hatten wir vier Einsätze." In Rehau rücken rund 25 Aktive aus, darunter bis zu fünf Frauen. "Innerhalb von zwei Minuten sitzen wir einsatzbereit im Fahrzeug. Die Fahrt von Zuhause bis zum Feuerwehrhaus ist mit eingerechnet", erklärt zweiter Kommandant Volker Bucher.

Die Feuerwehrkameraden haben bei den Einsätzen einiges erlebt. Ein negatives Ereignis beschäftigt sie besonders: "Bei Straßensperrungen wegen eines Einsatzes erleben wir immer wieder, wie sich die Leute darüber aufregen und keine Rücksicht zeigen. Selbst wenn sich ein Feuerwehrmann zusätzlich an der Straßensperrung positioniert und die Autofahrer auf den Einsatz hinweist, zeigen einige keinen Respekt. Das finden wir sehr schade, denn jeder kann die Feuerwehr einmal brauchen", sagt Manuel Höll. Die Mehrheit der Bevölkerung zeige sich aber sehr dankbar. "Ich werde sehr oft in Rehau angesprochen und bekomme sehr viel Lob und Respekt von der Bevölkerung zu spüren. Es ist schön, wenn man merkt, dass es registriert wird, wie viele Einsätze wir im Moment fahren", erzählt Kemnitzer. Bedanken möchte sich die Rehauer Feuerwehr auch für die gute Zusammenarbeit zwischen den Freiwilligen Feuerwehren der Region. Es haben laut Höll alle fleißig zusammengearbeitet und sich gegenseitig unterstützt. Die Feuerwehr appeliert an die Raucher, keine Zigaretten aus dem Autofenster zu schmeißen. Alte Glasflaschen sollten richtig entsorgt werden, sodass kein Glasmüll auf Wiesen und Wäldern liegen bleibt. Lagerfeuer müssen unbedingt gut gelöscht und immer beaufsichtigt werden. Bei besonders trockenem Boden sollte man ein Feuer im Garten aber besser ganz vermeiden.

Autor

Sarah Schmidt
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Veröffentlicht am:
03. 08. 2019
00:00 Uhr

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Sarah Schmidt

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Veröffentlicht am:
03. 08. 2019
00:00 Uhr



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