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Selb

AWO feiert 100 Jahre Dienst am Menschen

Der Selber Ortsverband der Arbeiterwohlfahrt blickt auf das Jubiläumsjahr. Die Aufgaben haben sich seit 1919 kaum verändert.



Auf 100 Jahre AWO blickten bei der Jahreshauptversammlung in Selb zurück: (von links) AWO-Bezirks-Präsidiumsmitglied Inge Aures, Kreisvorsitzender Alexander Wagner, die Geehrten Ursula Richter, Hans-Peter Schindler, Heidi Sailer, Walter Öggl und Vorsitzender Rainer Pohl sowie Bezirksrat Holger Grießhammer und dritter Bürgermeister Dr. Klaus von Stetten.
Auf 100 Jahre AWO blickten bei der Jahreshauptversammlung in Selb zurück: (von links) AWO-Bezirks-Präsidiumsmitglied Inge Aures, Kreisvorsitzender Alexander Wagner, die Geehrten Ursula Richter, Hans-Peter Schindler, Heidi Sailer, Walter Öggl und Vorsitzender Rainer Pohl sowie Bezirksrat Holger Grießhammer und dritter Bürgermeister Dr. Klaus von Stetten.  

Selb - "Die Arbeiterwohlfahrt kümmert sich seit 1919 um Menschen, die Arbeit geht uns nicht aus." So hat der Selber AWO-Ortsvorsitzende Rainer Pohl die Aufgaben des Sozialverbands anlässlich der Jahreshauptversammlung zusammengefasst. Während die AWO auf Bundesebene in diesem Jahr ihr hundertjähriges Bestehen feiert, werde der Selber Ortsverband im kommenden Jahr folgen.

Ehrungen

109 Mitstreiter zählt der AWO-Ortsverband aktuell - der Zuwachs um drei Menschen, trotz einiger Todesfälle und Wegzüge, freute Rainer Pohl. "Danke, dass ihr dabei seid und uns teils seit vielen Jahren die Treue haltet", sagte er mit Blick auf die Jubilare. Auszeichnungen für langjährige Mitgliedschaft erhielten Nadin Löffler und Walter Öggl (10 Jahre), Elke Schertel (15 Jahre), Heidi Sailer (20 Jahre), Gerd Kazda, Ursula Richter, Hans-Peter Schindler und Hermann Strobel (40 Jahre) sowie Hans Wurzbacher und Anna Plommer (45 Jahre). Auch Rainer Pohl selbst zählte mit 30 Jahren Mitgliedschaft zu den Geehrten.

 

In seinem Bericht zählte Rainer Pohl die zahlreichen Angebote der Selber AWO auf und verdeutlichte damit, in wie vielen Bereichen des Lebens der Verband seine Mitglieder und Mitmenschen begleitet. Er erinnerte an die Hausaufgabenbetreuung in der Bogner- und der Luitpoldschule, an den Kindergarten, das Seniorenwohnheim und das Blockschulinternat auf der Kappel. Besonders stark nachgefragt werde die Haushaltshilfe für ältere Menschen, die die Selber AWO organisiert.

 

AWO-Kreisvorsitzender Alexander Wagner hatte bereits in seinem Grußwort an weitere Dienste erinnert. So hat die AWO zu Beginn dieses Jahres die Trägerschaft für das Selber Frauenhaus übernommen. Hier steht ein Neubau an. "Wir beantragen noch heuer Fördermittel", schon zum Jahresende könnte der erste Spatenstich stattfinden. Derzeit baue der Kreisverband außerdem einen eigenen ambulanten Pflegedienst auf. "Wir haben Bewerbungen en masse, weil bei einigen anderen Diensten die Arbeitsbedingungen katastrophal sind." Alexander Wagner kritisierte heftig, dass es nicht angehen könne, im Dreischichtbetrieb nur 800 Monat monatlich zu verdienen.

Einen Blick auf die Kinderbetreuung warf dritter Bürgermeister Dr. Klaus von Stetten. Es sei erfreulich, dass an der Jahnstraße neben dem geplanten AWO-Seniorenzentrum auch ein zusätzlicher Kindergarten gebaut werden könne. "Ich freue mich schon auf die Bewerbung der AWO um die Trägerschaft", sagte er. Dass zusätzliche Betreuungsplätze dringend nötig sind, verdeutlichte Martin Huscher in seinem Bericht über den Kappel-Kindergarten: Dank einer Ausnahmegenehmigung finden hier aktuell 35 Kinder Platz in Krippe und Regelgruppe. Rainer Pohl ergänzte, dass in der ganzen Stadt derzeit 155 Plätze fehlten und schilderte die Nöte der Eltern, die teils in Wut umschlügen. Klaus von Stetten erinnerte daran, dass die Stadt zusätzliche Räume für die Kinderbetreuung in modularer Bauweise zur Verfügung stellen werde, bis die Kita an der Jahnstraße fertig ist. Der dritte Bürgermeister bedankte sich beim Ortsverband für den Einsatz. "Selb kann auf ein gutes soziales Netzwerk bauen, die AWO ist dabei ein wichtiges Element und unverzichtbar."

Das unterstrich auch der frisch als SPD-Landratskandidat nominierte Holger Grießhammer, der als Bezirksrat für Soziales zuständig ist. "Die AWO gehört zu Selb", sagte er, der übrigens selbst seit langen Jahren Mitglied ist. Von den 436 Millionen Euro, die den Haushalt des Bezirks bildeten, gingen nach seiner Schätzung 95 Prozent in soziale Angelegenheiten. "Das zeigt, dass der Bezirk fest an der Seite der sozialen Vereine und Institutionen steht." Ein wichtiger Punkt sei der Ausbau von Tagespflegeplätzen und Angeboten für Menschen mit Demenz. Um solche Aufgaben zu bewältigen, sei Fachpersonal unabdingbar. Dem Pflegenotstand könne man nur begegnen, wenn die Arbeitnehmer für ihre anstrengende Tätigkeit gut entlohnt würden. Wertschätzung habe auch etwas mit dem Geldbeutel zu tun.

Dank sagte den Engagierten auch die Landtagsabgeordnete Inge Aures, die in ihrer Funktion als stellvertretende Vorsitzende des AWO-Bezirksverbands Ober- und Mittelfranken nach Selb gekommen war. In ihrem Referat über 100 Jahre Arbeiterwohlfahrt erinnerte sie an die Not der Gründerjahre und Gründerin Marie Juchacz. Diese sei nicht nur in sozialen Fragen Vorreiterin gewesen, sondern habe sich als Sozialdemokratin auch für das Frauenwahlrecht stark gemacht. Marie Juchacz habe den Menschen nicht nur eine Stimme gegeben, sondern mit der AWO auch existenzielle Hilfe. "Die Arbeiterwohlfahrt ist die Selbsthilfe der Arbeiterschaft", habe Friedrich Ebert einst formuliert, erster Reichspräsident der Weimarer Republik. In diesem Geist handle die AWO bis heute. "Der Wandel bleibt, die Arbeit hört nicht auf", fasste Inge Aures zusammen. Für Selb bedeute dass, dass der AWO-Bezirksverband ein neues Seniorenzentrum baue und am renovierten Blockschulinternat festhalte.

Revisor Klaus Fichter bescheinigte Kassiererin Cornelia Jackwerth, die detailliert von einer zufriedenstellenden finanziellen Situation sprach, eine einwandfreie Kassenführung. Vorsitzender Rainer Pohl kündigte an, dass die Selber AWO verstärkt Öffentlichkeitsarbeit betreiben will - unter anderem präsentiert sie sich zum Bürgerfest mit einem Infostand gegenüber dem Rathaus. Dort werde der Film "100 Jahre AWO" gezeigt, und es gebe Informationen über die Angebote des Ortsverbands.

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Veröffentlicht am:
21. 05. 2019
16:46 Uhr

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21. 05. 2019
16:46 Uhr



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