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Am Kornberg rollen bald Bagger an

Mit dem Bike-Park wird es konkret: Der Kanalbau steht an. Der Planer des Ganzen ist zuversichtlich, dass in zwei Jahren die Biker losfahren können.



Am Gipfelbereich des Großen Kornbergs wird sich nichts ändern. Archivfoto: Florian Miedl
Am Gipfelbereich des Großen Kornbergs wird sich nichts ändern. Archivfoto: Florian Miedl  

Schönwald - Noch herrscht Ruhe am Großen Kornberg. Doch damit könnte es in wenigen Wochen vorbei sein. Läuft alles nach Plan, können demnächst die Arbeiten starten für die Verlegung der Kanäle für Wasser und Abwasser. Das kündigte Stefan Krippendorf an. Der Planer des Bike-Parks am Kornberg des Landratsamtes Hof stand auf Einladung des CSU-Ortsverbandes Schönwald im Schützenheim Grünhaid über 50 Interessierten Rede und Antwort.

In der kommenden Woche hofft Krippendorf, die Aufträge für den Kanalbau vergeben zu können. Der Schwerpunkt der Arbeiten folgt im Jahr 2020. Im Jahr 2021 soll der Park eröffnet werden. Krippendorf betonte, der eigens für dieses Projekt gegründete Zweckverband habe das Herzstück des Bike-Parks abgesegnet. Grundlage ist ein naturschutzrechtliches Gutachten. "Damit bietet unsere Planung keinen Angriffspunkt mehr für einen Rechtsstreit." Wie mehrfach berichtet, hat sich auch eine Gruppe von Kornberg-Gegnern zusammengefunden, die die Planung ablehnt.

Der Kanal zur Talstation des Liftes soll entweder entlang eines Weges oder der Straße von Spielberg her gebaut werden. In letzterem Fall muss diese laut Krippendorf vorübergehend gesperrt werden. Sollte genug Schnee für Skibetrieb fallen, so würde eine provisorische Zufahrt geschaffen. Parallel zum Kanal lässt der Zweckverband noch ein Leerrohr legen, um auf dem Kornberg ein starkes Wlan-Netz zu schaffen.

Die weiteren Maßnahmen, für die die Bauanträge gestellt sind: Den Kinderlift ersetzt ein Förderband. Der große Lift wird für Sommernutzung mit Fahrrädern verändert. An Stelle der im Frühsommer abgetragenen alten Kornberghütte soll ein neues Kornberghaus mit Gastronomie und Bike-Shop treten. Dessen Gastraum lässt sich für die Wintersaison vergrößern. Die Toilettenanlagen werden allgemein zugänglich sein. "Wir haben bereits einen Pächter und Betreiber im Auge", verriet Krippendorf. Hinter der Holzhütte an der Lift-Talstation erhält die im Vorjahr angeschaffte neue Pistenraupe eine Unterstellhalle.

Das Herzstück der Parks werden diverse Trainingsanlagen für Biker, übrigens auch E-Biker reiferen Alters: ein Pumptrack an der Talstation, daneben zwei Parcours. Von der Bergstation des Liftes führt der große Trail östlich der Piste in Kurven nach unten. Unterwegs gibt es diverse Abzweigungen wie zu einer "jumpline" mit 16 Sprüngen. Jeder Gast kann anschließend seine Fahrt im Bereich der Talstation elektronisch analysieren und erhält Informationen - auch über rücksichtsvolles Verhalten in der Natur.

Letzeres hätten sich auch die Planer auf ihre Fahnen geschrieben: "Wir lassen den Trail um bestehende Bäume laufen und lassen nur einige wenige fällen." Habitat-Bäume blieben unberührt, und die Trassen würden geschützte FFH-Bereiche umgehen. "Das größte zusammenhängende Waldgebiet auf dem Kornberg lassen wir in Ruhe." Krippendorf betonte: "Hier steht Nutzwald, und wir haben unser Vorgehen mit den Forstbetrieben abgestimmt." Mit dem Bau des Parks werde der Zweckverband einen der größten Bike-Park-Bauer Europas beauftragen, der auch schon in den Alpen tätig war.

Einer der Diskussionspunkte ist die Verkehrsanbindung des Parks. Der Planer informierte: Die Stadt Selb habe eine Brandruine am Ortsrand von Spielberg gekauft und wolle dort einen Parkplatz mit Wendeschleife für den Radbus anlegen. Von hier aus solle dann ein Shuttle-Verkehr die Biker zum Berg bringen. Für den Bike-Park kalkuliert der Zweckverband mit 12 000 Besuchern im Jahr. Zu einer zweiten Erschließung über eine Straße von Martinlamitz sage der Forst derzeit Nein.

Am Gipfelbereich des Großen Kornberges wird sich nichts ändern, ließ Krippendorf auf Nachfrage wissen. Beschneiung sei derzeit kein Thema, zumal dafür mit Sicherheit kein Wasser aus der öffentlichen Leitung genommen werden kann. Auf die Frage nach der Finanzierung betonte der Planer: "Das Projekt muss natürlich kostendeckend laufen." Außer Kanal- und Straßenbau gibt es für die Arbeiten großzügige Zuschüsse aus EU- und Landesmitteln. Wie hoch die Nutzungsgebühren liegen werden, vermochte der Referent allerdings noch nicht zu sagen.

Am Skibetrieb soll sich nichts ändern - sofern er stattfinden kann. Im vergangenen Jahr standen Piste und Loipen zumindest an 30 Tagen zur Verfügung, was auch dem neuen Spurgerät geschuldet gewesen sei. In den Jahren vorher sei der Lift teilweise nur an neun oder zehn Tagen gelaufen. Im kommenden Winter müssen Abfahrer und Langläufer mit einigen Provisorien leben, unter anderem bei den Toilettenanlagen.

CSU-Ortsvorsitzende Ursula Tuscher befürwortete die Planungen: Erst müsse das attraktive Angebot da sein, dann würden auch mehr Touristen kommen. Dass das Fichtelgebirge bei Fachleuten stärker in den Blick gerät, bestätigte Stefan Krippendorf nach dem Besuch einer Messe in München: Einige Hotelbetreiber hätten konkretes Interesse an der Region geäußert.

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Wolfgang Neidhardt
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Veröffentlicht am:
15. 10. 2019
22:32 Uhr

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Wolfgang Neidhardt

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Veröffentlicht am:
15. 10. 2019
22:32 Uhr



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