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Artenschutz geht vor erneuerbaren Energien

Die Stadt Selb will keine Photovoltaikanlage in einem Biotop. Hier hat die Natur Vorfahrt.



Selb - Der Selber Bauausschuss hat einer Bauvoranfrage für eine Photovoltaikanlage in der Nähe der Autobahnanschlussstelle Selb-West eine Absage erteilt.

Schwierige Standortsuche für einen Geräteschuppen

Im Falle eines geplanten Geräteschuppens sucht der Selber Bauausschuss noch nach einer Lösung.

Ein Landwirt möchte auf seinem Grundstück in Lauterbach einen acht mal zehn Meter großen und 4,5 Meter hohen Geräteschuppen mit Satteldach bauen. Die Sache hat aber einen Haken. Die Fläche befindet sich zwar direkt neben dem Wohngebäude des Landwirts, aber auch im Außenbereich des Bebauungsplans.

Der Landwirt begründet seien Antrag damit, dass die landwirtschaftlichen Geräte derzeit in einem baufälligen Schuppen untergebracht seien, der auf der anderen Seite des Ortes liege. Praktischer sei es, Traktor und Hänger in der Nähe des Wohnhauses zu haben. Den alten Schuppen würde er abreißen, sagte der Landwirt.

Die Verwaltung hatte auch einen Standort in der Nähe des Wohngrundstücks empfohlen, den der Landwirt aber für nicht geeignet hält, weil er von Bäumen bewachsen und ein Vogelparadies sei. Außerdem befänden sich dort die Klärgrube und Kanäle sowie eine Stromleitung. In einer ausführlichen Stellungnahme dazu hatte die Bauverwaltung festgestellt, dass das vorgesehene Grundstück im Bereich der Schutzzone für den Naturpark Fichtelgebirge liegt. Dazu komme, dass der Antragsteller kein "echter Landwirt" im Sinne der Landwirtschaft sei und Imkerei oder Pferdehaltung "nicht privilegiert" seien. Der geplante Schuppen, hieß es, widerspreche nicht nur den Festlegungen des Flächennutzungsplans, er würde auch den landwirtschaftlich genutzten Teil durchschneiden und verkleinern und zusätzlich das Ortsbild stören. Bürgermeister Dr. Klaus von Stetten kündigte Gespräche mit dem Antragsteller an, um einen Standort zu finden.


Die Antragstellerin wollte "im Sinne einer klimaverträglichen Energieversorgung" prüfen lassen, ob ihre drei Grundstücke für eine Photovoltaikanlage geeignet sind. Das Vorhaben liege im Außenbereich und sei nicht privilegiert, teilte dazu die Bauverwaltung mit. Im Flächennutzungsplan ist das Areal als "Fläche für die Landwirtschaft mit besonderer Bedeutung für das Orts- und Landschaftsbild und die Naherholung" ausgewiesen. Außerdem sei der überwiegende Teil als Biotop und Artenschutzgebiet ausgewiesen. Damit, so die Verwaltung, sei die Anlage aus planungsrechtlicher Sicht an diesem Standort unzulässig. Großflächige Photovoltaikanlagen erforderten grundsätzlich die Aufstellung eines Bebauungsplans und die Änderung eines Flächennutzungsplans. Diese Entscheidung hätte der Bauausschuss dem Stadtrat empfehlen müssen. "Hier schlagen zwei Herzen in meiner Brust", sagte dazu Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch. Natürlich sei man für alternative Energien, aber eben auch für Biotop- und Landschaftsschutz - und der bliebe bestehen. Würde ein Biotop verbaut, müsse die Stadt Ersatz ausweisen. Nach kurzer Beratung kam der Bauausschuss überein, dem Stadtrat kein Bauleitverfahren zu empfehlen. Das Projekt habe wenig Aussicht auf Erfolg.

Keine Einwände hatten die Mitglieder des Bauausschusses gegen den Bau von 24 Fertiggaragen im Vorwerk. Das Grundstück liegt im Geltungsbereich des Bebauungsplans, der dort bereits einen Garagenhof ausweise. Dort befindliche baufällige Garagen wurden abgebrochen und sollen nun ersetzt werden. Eine geringfügige Überschreitung der Grenzen sei städtebaulich vertretbar, einigten sich die Mitglieder des Bauausschusses.

Zur Ortsstraße gewidmet wird der Wendehammer am Edith-Stein-Weg. In Vielitz gab es zwar grundsätzlich Grünes Licht für den Bau eines zweigeschossigen Einfamilienwohnhauses. Allerdings will der Antragsteller dort ein Flachdach. Das ist jedoch nicht im Sinn des Bebauungsplans, der in diesem Gebiet nur "geneigte Dächer" vorsieht. Im gesamten Baugebiet, sagte Bauamtsleiter Helmut Resch, gebe es nur Satteldächer. Ein reines Flachdach füge sich weder in die Umgebung ein, noch sei es im Bebauungsplan vorgesehen. Die Aufstellung eines neuen Bebauungsplans würde mindestens ein Jahr in Anspruch nehmen. Außerdem schaffe die Stadt mit der Genehmigung einen Präzedenzfall. Dazu würde nach jetzigem Stand eine Genehmigung gegen geltendes Baurecht verstoßen. Der Bauausschuss folgte der Argumentation des Bauamtsleiters.

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Herbert Scharf
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Veröffentlicht am:
10. 10. 2019
16:12 Uhr

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Herbert Scharf

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Veröffentlicht am:
10. 10. 2019
16:12 Uhr



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