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Selb

Ascher Hausberg bekommt Gasthaus zurück

Ein privater Gönner lässt die Gastronomie auf dem Hainberg sanieren. Der zweite Bürgermeister Pavel Klepácek hofft auf Fertigstellung im Oktober.



Die Gaststätte knapp unterhalb des Hainberggipfels wird derzeit nach historischer Vorlage saniert. Foto: Wolfgang Neidhardt
Die Gaststätte knapp unterhalb des Hainberggipfels wird derzeit nach historischer Vorlage saniert. Foto: Wolfgang Neidhardt  

Asch/Aš - Einkehr auf dem Hausberg in Tschechien: Darauf dürfen sich Wanderer und Skifahrer aus der Region freuen. Ein privater Gönner lässt derzeit das Traditionsgasthaus knapp unterhalb des Hainberggipfels oberhalb von Asch/Aš sanieren. Dabei soll das Gebäude sein historisches Gesicht bewahren. Das war über ein Jahrzehnt lang stark entstellt: Nach einem Brand stand unterhalb des Bismarckturmes nur eine Ruine. Nur die Außenmauern als Fachwerkkonstruktion waren noch erhalten.

Die Sanierung des Hauses hat die Stadt Asch einem Gönner zu verdanken: Dr. Georgis Konstantinidis. Der gebürtige Grieche hat in der damaligen tschechischen Republik die medizinische Hochschule besucht und ist nach seinem Studium in Tschechien geblieben. Seit einigen Jahrzehnten praktiziert er schon in Asch. "Als Patriot hat er die Ruine vor knapp zwei Jahren gekauft und rekonstruiert", freut sich Pavel Klepácek, der zweite Bürgermeister der Stadt. "Wir sind sehr froh und dankbar, dass Herr Doktor das Haus restaurieren lässt." Klepácek hofft, dass die Arbeiten im Oktober abgeschlossen werden können. Über dem Gastraum werden im ersten Stock auch nach historischem Vorbild einige Gästezimmer entstehen.

Die erneuerte Gaststätte rundet die Investitionen der Stadt auf dem Hainberg (tschech: Haj) ab. "Wir haben in den vergangenen zehn Jahren viel investiert", berichtet Klepácek. Entstanden sind ein großes Sportcamp, unter anderem mit einer geteerter Trainingsrunde für Skilangläufer oder Skater, Spielfelder für Tennis und Basketball, eine Kletterwand und eine Minigolfanlage sowie ein Wohnmobil-Stellplatz. Unterhalb des Hainbergs veranstaltet die Stadt Konzerte und Volksfeste.

Der 758 Meter hohe Hausberg von Asch, die höchste Erhebung des Elstergebirges, hat eine lange Geschichte als Erholungszentrum. Die hat Richard Heinrich vom FGV Selb-Plößberg, der aus Niederreuth bei Asch stammt, aufgearbeitet: Bereits im Jahr 1885 ließ die acht Jahre zuvor gegründete Sektion Asch des damaligen Deutsch-österreichischen Alpenvereins ein Unterkunftshaus errichten.

Bereits Anfang der 1860er-Jahre, hatte der Wirkwarenfabrikant Unger auf dem Gipfel den ersten Hainberg-Garten und damit ein "grünes Haupt" auf dem Gipfel angelegt; davor war der Berg weitgehend unbepflanzt. Nun wurde er im Laufe der Zeit wieder bewaldet. Nach der politischen Wende und der Grenzöffnung ließ die Stadt Asch das Umfeld des Gipfels mit dem Bismarckturm wieder freilegen, so dass die Besucher heute freie Rundumsicht genießen - vom Vogtland bis ins Fichtelgebirge.

Heinrich berichtet, dass schon in den 1870er-Jahren die Idee aufgekommen sei, einen Turm auf dem Hainberg zu bauen. Den Anstoß gab eine lustige Tafelrunde des Ascher "Geselligkeitsvereins", dem Fabrikanten und wohlhabende Bürger angehörten. Rasch war ein großzügiger Fonds gegründet. Trotzdem dauerte es bis ins 20. Jahrhundert, ehe der Bau angegangen werden konnte. Eingeweiht wurde der Bismarckturm am 19. Juni 1904. Die Steine kamen übrigens aus dem Steinbruch beim Schüsselstein im nahen Längenau.

Der Name des Turmes war laut Heinrich im alten Kaiserreich eine Provokation, da der Name Bismarck nicht gerade beliebt war. Der Turm ist einer von drei Bismarcktürmen in Tschechien. Ein zweiter steht nahe der deutschen Grenze auf dem Grünberg/Zelená hora, etwa vier Kilometer westlich von Eger/Cheb. Er wurde 1909 erbaut.

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Wolfgang Neidhardt
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Veröffentlicht am:
19. 06. 2019
16:52 Uhr

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Wolfgang Neidhardt

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Veröffentlicht am:
19. 06. 2019
16:52 Uhr



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