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Auf dem Weg zur alten Buchführung

Selb - Die Stadt Selb wird wieder zur altbewährten Kameralistik zurückkehren und sich von der doppelten Buchführung verabschieden.



Auf dem Weg zur alten Buchführung
Auf dem Weg zur alten Buchführung  

Selb - Die Stadt Selb wird wieder zur altbewährten Kameralistik zurückkehren und sich von der doppelten Buchführung verabschieden. Lediglich der Fraktionsvorsitzende von CSU und Freien Wählern Selb, Wolfgang Kreil, stimmte in der Stadtratssitzung am Montag für die Beibehaltung der "Doppik". Alle anderen Stadträte sprachen sich dafür aus, dass die Stadtverwaltung die "Rückumstellung" vorbereitet und die Ergebnisse dem Gremium für einen endgültigen Beschluss vorlegt.

Wie berichtet hatte die Stadt 2007 die Doppik eingeführt. Sie sollte vor allem die finanziellen Verhältnisse der Stadt deutlicher darstellen. Der Bayerische Kommunale Prüfungsverband hatte nun darauf hingewiesen, dass die Doppik nicht komplett umgesetzt worden sei. Für eine ordnungsgemäße Umsetzung wäre allerdings eine zusätzliche Vollzeitstelle in der Kämmerei erforderlich. Die Stadt solle prüfen, ob die Vorteile der Doppik diesen zusätzlichen Personalaufwand rechtfertigen. Nach Angaben der Verwaltung belaufen sich die Personalkosten für zwei Voll- und eine Teilzeitstelle derzeit auf 227 450 Euro pro Jahr. Eine weitere Vollzeitstelle würde zu einem erheblichen Mehraufwand führen.

Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch machte zu Beginn der Diskussion deutlich, warum er für eine Rückkehr zur Kameralistik ist. Nach seiner Meinung ist die Doppik für Kommunen nicht das richtige Instrument, selbst wenn sie gut gemeint und gut gedacht sei. Denn eine Bewertung von Straßen und Plätzen sowie deren Abschreibung sei eher schwierig. Die doppelte Buchführung wie in einem Unternehmen sei in einer Stadt nur bedingt oder gar nicht möglich oder gewollt. Deswegen sollte man zur Kameralistik zurückkehren.

Dr. Klaus von Stetten, (Aktive Bürger) nannte die Doppik einen "riesigen Flop, der uns Millionen gekostet hat". Außer Selb habe keine andere Stadt im Landkreis die Doppik eingeführt. Auch führe das System zu Problemen mit den Aufsichtsbehörden bei der Beurteilung des Haushaltes. "Lasst uns die Doppik beerdigen, und dann ist gut." Rudolf Kirschneck (SPD) schloss sich dieser Argumentation an.

Wolfgang Kreil, in dessen Amtszeit die Doppik eingeführt worden war, führte ins Feld, dass die finanzielle Situation 2006 eine ganz andere war. Damals habe es noch keine Stabilisierungshilfen gegeben. Die Stadt sei damals aufgefordert worden, ihren Haushalt in Ordnung zu bringen. Er räumte allerdings ein, dass die Doppik ihren Zweck nicht in vollem Umfang erreicht habe: Sie habe nicht nur Lösungen, sondern auch Probleme gebracht.

Nach dem Mehrheitsbeschluss wird die Kämmerei die Einzelheiten klären, ein endgültiger Beschluss könnte dann schon in der Januarsitzung fallen. ago

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Veröffentlicht am:
29. 11. 2018
16:34 Uhr

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