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Bablo, der Polizist auf vier Pfoten

Der Schäferhund schützt seine Hundeführer im Einsatz. Im Ernstfall beißt er mit einer Kraft von 1,2 bis 1,6 Tonnen zu.



Der will nicht nur spielen: Bablo ist Polizeidiensthund. Mit einer Beißkraft von bis zu 1,6 Tonnen hält er fliehende oder angreifende Personen fest. Für das Foto stellten Michael Daubner im Schutzanzug und Diensthundeführer Gerhard Fischer eine Szene nach.	Fotos: Florian Miedl
Der will nicht nur spielen: Bablo ist Polizeidiensthund. Mit einer Beißkraft von bis zu 1,6 Tonnen hält er fliehende oder angreifende Personen fest. Für das Foto stellten Michael Daubner im Schutzanzug und Diensthundeführer Gerhard Fischer eine Szene nach. Fotos: Florian Miedl  

Selb - Bablo ist ein echter fränkischer Polizeidiensthund. Deswegen hört der Langhaarschäferhund zweimal auf ein weiches "B". Wobei der fellige Beamte die Gesetzeshüter im Alltag unterstützt, zeigen er und Diensthundeführer Gerhard Fischer auf dem Gelände der Bundespolizei in Selb. Michael Daubner, der bis 2010 Diensthundeführer war, zieht die Schutzkleidung an. "Für den Hund ist es ein Erfolgserlebnis, wenn er beißen darf", erklärt Gruppenleiter Polizeihauptkommissar Andreas Greger. Mit dem neugierigen Bablo an der Leine kommt Diensthundeführer Gerhard Fischer zur gestellten Szene. Auf Kommando "verbellt" der Hund den Protagonisten Daubner, der im Dienstalltag eine Person sein könnte, die flüchtet oder angreift. Bablo ist trainiert, seinen Hundeführer und die Kollegen bei Durchsuchungen und im Einsatz zu schützen. Bewegt Daubner den Arm, beißt Bablo mit einer Kraft von 1,2 bis 1,6 Tonnen zu. "Grundsätzlich beißen die Hunde in den Arm", sagt Greger.

Fünf Diensthundeführer sind bei der Bundespolizei in Selb tätig. Doch jedem, der denkt, der Tiere wegen eine Ausbildung bei der Polizei zu beginnen, macht Polizeihauptkommissar Dieter Pfitzner einen Strich durch die Rechnung. Wer diesen Berufswunsch hegt, sei herzlich willkommen. "Aber zuerst wird man Polizist und dann Diensthundeführer", macht Pfitzner klar. Polizeihunde werden ausgebildet als Schutzhunde und können dann weiterqualifiziert werden zu Sprengstoffspürhunden.

Gekauft werden die Hunde im Alter von etwa einem bis maximal drei Jahren von Züchtern, Händlern oder nach Privatangebot. 50 Zentimeter Mindestgröße muss haben, was ein Polizeihund werden will. "Präventive Wirkung" nennt Greger das. Vier Wochen nimmt sich der potenzielle Hundeführer Zeit, um zu beobachten, ob der Hund für den Dienst geeignet ist. Umweltgeräusche sollten die Hunde vertragen können, darunter auch Schüsse aus der Schreckschusspistole. Zudem müssen die Tiere Willen zeigen, sich zu verteidigen. "Wenn ein Hund nur zweidimensional sieht, bis zum Waldrand geht und nicht weiter, dann wird das nichts", stellt Greger klar. Deshalb sollte der Wald für vierbeinige Anwärter keine ungewohnte Umgebung sein.

Hat der Hund die Probezeit bestanden, wird ein tierärztliches Gutachten erstellt. Und dann beginnt das Training an anfangs vier bis sechs Tagen in der Woche. "Hund und Mensch werden gleichzeitig ausgebildet", betont Fischer. Bis zur Prüfung gilt es für die Spürnasen, innerhalb von zehn Wochen Fährten zu verfolgen, sich unterzuordnen und Schutzdienst zu leisten. Im Gegensatz zu Gerhard Fischer, dessen Prüfung zum Diensthundeführer für die gesamte Dienstzeit gilt, muss Bablo die Prüfung jährlich wiederholen.

In den Einsatz gehen ausschließlich geprüfte Diensthundeführer mit ausgebildeten und geprüften Hunden. Doch irgendwann kommt auch der Vierbeiner ins Pensionsalter, spätestens, wenn er die Prüfung nicht mehr besteht. Dann bleibt er bei seinem Diensthundeführer. "Ein Diensthund wird in die Familie integriert. Und er geht nur mit seinem Diensthundeführer in den Einsatz", weiß Fischer. Ein Diensthund, auch ein ehemaliger, unterscheidet präzise zwischen Freizeit und Arbeit seines Führers. "Er kennt Kleidung und Fahrzeuge und weiß, wann er dienstlich unterwegs ist", erklärt Greger.

Polizeihunde können übrigens auch im Hubschrauber zum Einsatzort fliegen, wenn ein Gelände gesperrt und geräumt werden muss. Die Tiere werden zudem nach Fußballspielen eingesetzt, um abreisende Fans zu begleiten. Im Amtsdeutsch ist ein Diensthund ein "Hilfsmittel der körperlichen Gewalt". Auf der Dienststelle und in der Familie ist Bablo ein treuer Begleiter.

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Silke Meier
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Veröffentlicht am:
08. 11. 2019
20:46 Uhr

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Silke Meier

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Veröffentlicht am:
08. 11. 2019
20:46 Uhr



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