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Botschafter aus dem Fichtelgebirge

Die Viertklässler der Selber Luitpoldschule schmücken einen Weihnachtsbaum in Weimar - natürlich mit Porzellananhängern im Bauhausstil.



Die Luitpoldschüler und die zweite Bürgermeisterin Dorothea Schmid bei der Baumschmuckaktion vor dem Bauhaus-Museum in Weimar. Foto: Silke Meier
Die Luitpoldschüler und die zweite Bürgermeisterin Dorothea Schmid bei der Baumschmuckaktion vor dem Bauhaus-Museum in Weimar. Foto: Silke Meier  

Selb - Eine Tanne aus dem Fichtelgebirge, geschmückt mit Rosenthal-Porzellan, ist in der Adventszeit ein Botschafter der Region. Ein klingender Weihnachtsbaum, behängt mit Porzellan in Bauhaus-Formen, steht seit Donnerstag auf dem Unesco-Platz 1 in Weimar. Die Porzellananhänger klingen im Wind zart wie Weihnachtsglöckchen.

Am Donnerstag schmückten die Klassen 4e und 4f der Luitpoldschule die Tanne, eine Spende der Bayerischen Staatsforsten, vor dem neu gebauten Bauhaus-Museum. Tage zuvor hatte Udo Benker-Wienands den Baum zum ausgewählten Standort gebracht. "Wir waren uns schnell einig, dass es im Bauhaus-Jubiläumsjahr Weimar sein soll", sagte Joachim Reuer, Werkleiter bei Rosenthal am Rothbühl. Rosenthal spendete und färbte die Porzellanmasse, aus der Luitpold-Grundschüler und Mitarbeiter des Porzellanikons, des staatlichen Museums für Porzellan, die Anhänger ausstachen. Gelb, Rot und Blau als Dreieck, Kreis und Quadrat.

Morgens um 7 Uhr starteten die Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrerinnen und Schulleiterin Christa Liebner in die Hauptstadt von Thüringen. Auch die zweite Selber Bürgermeisterin Dorothea Schmid, Porzellankönigin Anna-Lena I., Jürgen Judas vom Verein "Porzellanstraße" und Joachim Reuer fuhren im Reisebus mit.

Die Fahrt führte "in eine für Deutschland sehr bedeutende Stadt", erklärte Benker-Wienands. Drei Dinge müsse man über Weimar wissen: Goethe, Schiller und die Verfassung der Weimarer Republik. Weihnachtslieder stimmten die Schüler während der Fahrt an, als sie auf dem Wegweiser den Namen der Stadt und die verbliebenen "5 Kilometer" lasen. Nicht mehr weit vom aufgestellten Baum entfernt wuchs dann die Aufregung. Und noch mehr, als ein kräftiger Wind den Baum beinahe umkippte. Erst als der Baum neu eingekeilt war, konnten die Schüler die einstudierten Weihnachtslieder singen, konnten die Grußworte gesprochen werden und die Porzellananhänger über die Zweige gehängt werden. Kurz besuchte auch der stellvertretende Wunsiedler Landrat Roland Schöffel die Baumschmückaktion.

Gropius, das Bauhaus, Porzellan, Kunst und Design seien die Brücken, die beide Städte miteinander verbinden, betonte Dr. Claudia Kolb, Beigeordnete für Bauen und Stadtentwicklung der Stadt Weimar. Dorothea Schmid berichtete von Kindheitserlebnissen mit Walter Gropius im Erkersreuther Schloss. Von Kamerateams und regionalen Radiosendern begleitet schmückten die Schüler dann mit der Porzellankönigin den Baum. Und gleich darauf blieben die ersten Passanten stehen und bewunderten die außergewöhnlichen Formen und Farben der Anhänger. Mit einem Lächeln lauschten auch die Besucher des Bauhaus-Museums dem feinen Klang der Porzellananhänger.

Im Congress Centrum Weimarhalle speiste die Gruppe mit den Schülern an gedeckten Tischen und von heimischem Porzellan. Anschließend gingen Schüler, Lehrer, Bürgermeisterin und Porzellankönigin über den Weihnachtsmarkt und durch die historische Innenstadt. Goethe und Schiller, die berühmten Schriftsteller, stehen als Denkmal inmitten der Eislaufbahn auf dem romantischen Weihnachtsmarkt. Tafeln und Schriftzüge an Häusern, auf Fensterscheiben und an Restaurants erinnern an die Zeit der dichtenden Denker in der Stadt. Weimar, sieben Jahre lang auch Wohnort von Johann Sebastian Bach, hat den Charme jener Zeit auch in der Architektur erhalten und ist als Kunst- und Hochschulstadt für Musik jung geblieben.

Bei der Stadtführung wusste Udo Benker-Wienands, früher Schulleiter an der Dr.-Franz-Bogner-Grundschule, viel über die Stadt zu berichten.

Freudig sammelten die Viertklässler letzte Herbstblätter von einem Gingko-Baum, den Johann Wolfgang von Goethe hatte pflanzen lassen. Im Schiller-Haus besuchte eine der vierten Klassen die Ausstellung "Abenteuer der Vernunft - Goethe und die Naturwissenschaften um 1800". Die andere Klasse traf sich zum Bauhaus-Basteln im "Neuen Museum".

Am späten Nachmittag, als es zu dämmern begann, und nach letzten Fotos am beleuchteten und mit Bauhaus-Porzellan geschmückten Baum ging die Fahrt zurück nach Selb.

Die Kosten für die Busfahrt übernimmt der Förderverein des Porzellanikons. Mit dem Erlös aus verkauften Baumanhängern wird die Schulausbildung von James Gitau in Nakuru bezahlt. Der Verein "Leben und lernen in Kenia" hat die Patenschaft für den Jungen übernommen.

Autor

Silke Meier
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Veröffentlicht am:
29. 11. 2019
16:52 Uhr

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Autor

Silke Meier

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Veröffentlicht am:
29. 11. 2019
16:52 Uhr



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