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Selb

"Der Trend geht eher nach unten"

Die Auflösung der Feuerwehr Mühlbach ist auch ein Zeichen für die Nachwuchsprobleme der Wehren. Stadtbrandinspektor Mario Hoffmann zeigt Gründe und Lösungen.



Einsatz auch am späten Abend: Am 31. August musste die Selber Feuerwehr einen brennenden Bus löschen. Foto: News5/Fricke
Einsatz auch am späten Abend: Am 31. August musste die Selber Feuerwehr einen brennenden Bus löschen. Foto: News5/Fricke   » zu den Bildern

Selb - Zum Ende des Jahres wird sich die Freiwillige Feuerwehr Mühlbach auflösen. Zurzeit gehören ihr noch acht Aktive an. Für den Selber Stadtbrandinspektor Mario Hoffmann ist das ein Warnsignal für die kommenden Jahre.

Wie sieht es bei den anderen Ortsteilwehren im Bereich Selb aus? Gibt es dort ähnliche Personalprobleme?

Wie es bei unseren Ortswehren um die aktuellen Mitgliederzahlen bestellt ist, kann ich nicht im Detail sagen. Generell ist es aber für alle Organisationen und auch Vereine schwieriger geworden, Nachwuchs für die eigenen Reihen zu finden. Es gibt einfach immer weniger Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren möchten. Aus meiner Sicht wird sich die Situation in den kommenden Jahren weiter verschlechtern.

Und bei der Standortwehr Selb?

Aktuell haben wir 16 Jugendliche in unseren Reihen - wir würden uns aber über mehr Jugendliche riesig freuen. Allerdings geht auch hier der Trend eher nach unten als nach oben.

Wie kann auch in Zukunft ein flächendeckender Brandschutz gewährleistet werden? Ist eine Zusammenlegung von Ortsteilwehren ein Möglichkeit?

Vorab muss man sagen, dass der Brandschutz weiterhin gewährleistet ist und auch bleibt! Was vielleicht oftmals ein Irrglauben ist: Es muss nicht in jedem Ortsteil eine Feuerwehr vorgehalten werden - vielmehr sagt der Gesetzgeber, dass an jedem Punkt einer Stadt oder eine Gemeinde innerhalb von zehn Minuten ein geeignetes Rettungsmittel eintreffen muss. Was man auch nicht außer Acht lassen sollte, und hier schließe ich die Feuerwehr Selb mit ein, ist die Tatsache, dass viele Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner oftmals nicht mehr am Ort arbeiten und somit tagsüber nicht zur Verfügung stehen - das ist aber auch ein flächendeckendes Problem. Hier gibt uns aber der Gesetzgeber die Möglichkeit, dass sich Feuerwehrleute einer anderen Wehr, die von außerhalb oder aus den Ortsteilen nach Selb zum Arbeiten kommen, bei uns in Selb mit einer sogenannten Zweitmitgliedschaft zumindest tagsüber als Einsatzkraft anschließen können. Aktuell können wir als Feuerwehr Selb dies noch gut auffangen - was aber in den kommenden Jahren auf das Feuerwehrwesen im Allgemeinen zukommt, kann ich noch nicht einschätzen.

Die Feuerwehren werben ja schon seit Langem um neue Mitglieder. Wie ist das Ergebnis?

Uns selbst brachte es leider keine neuen Mitglieder. In einer Stadt von der Größenordnung Selbs ist es sowieso schwierig, ehrenamtliche Mitglieder zu gewinnen. Aber da stehen wir nicht alleine da, dieses Problem haben andere Vereine auch, egal ob Fußball-, Turn- oder Gesangverein.

Beim "Tag der Hilfsorganisationen" präsentieren sich die Wehren und andere Helfer. Wie ist dort die Resonanz?

Die Resonanz aus der Bevölkerung ist durchwegs sehr, sehr positiv. Aber Eintritte in die Wehr konnten wir mit dieser Veranstaltung nicht verzeichnen.

Ist es für Jugendliche noch "in", zur Feuerwehr zu gehen?

Das müsste man die Jugendlichen selber einmal fragen. Die Feuerwehr an sich bietet natürlich einiges: Technik, handwerkliches Geschick, tolle Kameradschaft und vieles mehr. In die Feuerwehr kann man eigentlich immer eintreten, egal ob mit zwölf oder mit 32, 42 oder auch 52 Jahren, eine Altersgrenze gibt es hier nicht - außer die gesetzliche Altersgrenze für den "Feuerwehrruhestand". Auch sogenannten "Quereinsteigern" bieten wir die Möglichkeit, sich bei uns ehrenamtlich zu engagieren - alle notwendigen Ausbildungen und das nötige Fachwissen können von jedem und aus jeder Altersklasse einfach erlernt werden.

Wenn Sie in einem Satz für die Feuerwehren werben dürfen, wie lautete der?

Gegen den allgemeinen Trend - Hilfe am Nächsten!

Die Fragen stellte Andreas Godawa

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Veröffentlicht am:
04. 10. 2018
18:06 Uhr

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04. 10. 2018
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