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Selb

Die Welt mit kleinen Schritten retten

Was übertrieben klingt, hat einen ernsten Kern: Der Klimawandel bedroht die menschliche Existenz. Mit wenig Aufwand kann sich ihm jeder entgegenstellen. Wie, das zeigt die ÖBI.



Schon mit wenig Achtsamkeit kann man seine persönliche CO2-Bilanz verbessern: Beim Einkauf spart ein eigener Korb die Plastiktüte ein. Foto: Marcel Kusch/dpa
Schon mit wenig Achtsamkeit kann man seine persönliche CO2-Bilanz verbessern: Beim Einkauf spart ein eigener Korb die Plastiktüte ein. Foto: Marcel Kusch/dpa   » zu den Bildern

Hohenberg - "CO2-Spartipps - leicht gemacht" heißt der neue Flyer, den die Ökologische Bildungsstätte (ÖBI) Burg Hohenberg veröffentlicht hat. "Anlass dafür war die Bundestagswahl", sagte ÖBI-Vorsitzender Udo Benker-Wienands bei der Vorstellung des Faltblatts. "Im Wahlkampf haben Umwelt, Ökologie und Klimawandel keine Rolle gespielt. Dabei sind sie entscheidend für unser aller Zukunft." Schließlich gibt es nur eine Erde, obgleich die Menschheit schon jetzt so viele Ressourcen verbraucht, als hätte sie zwei oder vier Planeten zur Verfügung.

So kann es nicht weitergehen. Aus dieser Überzeugung heraus hat die ÖBI den Flyer aufgelegt. "Viele fragen sich, was ein Einzelner schon tun kann", weiß Udo Benker-Wienands. "Aber wenn viele Menschen einen kleinen Schritt tun, dann kommt ganz schön was zusammen." Zum Beispiel beim Spritverbrauch: Würde jeder der rund 36 Millionen Kraftfahrer in der Bundesrepublik gelegentlich zu Fuß zum Einkaufen gehen und dabei auch nur einen Liter Benzin sparen, würde das grob gerundet 100 Millionen Liter weniger Rohölbedarf im Jahr bedeuten.

Apropos Öl: 30 Gramm braucht man für eine Plastiktüte, die beim Verbrennen wiederum 80 bis 100 Gramm CO2 freisetzt. Dabei sind die Plastiktaschen und -folien, denen man beim Einkaufen begegnet, leicht einzusparen. Udo Benker-Wienands rät, einen eigenen Korb mitzunehmen, Äpfel zum Beispiel lose zu kaufen und auf eingeschweißte Gurken zu verzichten. "Wir Verbraucher haben Macht. Denken Sie nur an die Spartaste bei der Toilettenspülung." Tatsächlich ist die heute Standard; vor zwanzig Jahren war das noch anders. "Hier hat sich das umweltschonende Prinzip zur Normalität entwickelt" freut sich Udo Benker-Wienands, "und so müsste es mit vielen Dingen sein. Wir müssen dahin kommen, dass das umweltschädliche Verhalten die Ausnahme ist."

Das sieht auch Swanti Bräsecke-Bartsch so. Die Grafikerin und Fotografin aus Schwarzenbach an der Saale hat die Bilder für den Flyer beigesteuert. Darauf zu sehen sind Naturschönheiten aus dem Fichtelgebirge, etwa eine Libelle, die sie in der Nähe von Habnith fotografiert hat. Den Menschen die Schönheit vor der eigenen Haustüre bewusst machen, ist ihr ein Anliegen. Und das Verantwortungsgefühl für die Mitgeschöpfe und die Natur zu wecken. "Wenn wir nicht anfangen, Ressourcen zu sparen, geht's uns allen an den Kragen", bringt sie das Problem grenzenlosen Konsums auf den Punkt.

Statistisch gesehen ist jeder Deutsche pro Tag für ungefähr 27 Kilo CO2 verantwortlich, die sich in der Atmosphäre sammeln und zur Erderwärmung beitragen. Beim Autofahren, aber auch beim Heizen der Wohnung oder beim Kaffeekochen. Der ÖBI-Flyer erinnert daran, dass Fahrgemeinschaften eine Alternative sind, ein Grad weniger Raumtemperatur immerhin acht Prozent weniger Energiebedarf bedeutet und Kaffeemaschinen mit Thermoskanne auch Strom sparen. Dann schlägt das Kilo Kaffee zwar immer noch mit gut fünf Kilo CO2 zu Buche, aber die Warmhalteplatte fällt weg.

"Das Problem ist, dass Ökonomie immer noch vor Ökologie geht", bedauert Udo Benker-Wienands. Etwa wenn sich eine Reparatur wirtschaftlich nicht mehr rentiert. Die Reparaturcafés in Selb und Waldershof, bei denen Ehrenamtliche Kleingeräte wieder zum Laufen bringen und so vor dem Müll bewahren, lobt er ausdrücklich. Swanti Bräsecke-Bartsch hofft in Zukunft auf eine echte Kreislaufwirtschaft, in der kein Müll übrig bleibt, sondern die Rohstoffe wiederverwertet werden. "Ich höre oft, dass viele Arbeitsplätze verloren gehen, wenn Geräte ewig halten würden. Aber ein ordentliches Recycling würde auch wieder neue Arbeitsplätze schaffen", ist sie überzeugt. Bis dahin habe jeder Einzelne die Möglichkeit, etwas zum Wohl der Umwelt und damit seines eigenen Lebensraumes beizusteuern. Einfache Tipps finden sich im Flyer der ÖBI. "Der erhebt auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern soll Denkanstöße geben, was ich im Alltag ab und an besser machen kann." Und da sind sie wieder, die vielen kleinen Schritte, die in der Summe etwas Großes bewegen können.

Zu haben sind die Flyer bei der ÖBI, demnächst aber auch an vielen Stellen im öffentlichen Raum wie Touristinfos und Rathäuser.

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Tamara Pohl
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Veröffentlicht am:
10. 01. 2018
17:30 Uhr

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Tamara Pohl

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Veröffentlicht am:
10. 01. 2018
17:30 Uhr



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