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Selb

E-Autos auf Hundertwassers Spuren

Der Maler und Architekt propagierte schon 1998 die Elektromobilität. Daran erinnern die Selber Grünen, da nun Fans aus Uelzen zu Gast sind.



Hundertwasser-Fans vor der Rosenthal-Fabrik in Selb mit Dieter Baumgärtel (Zweiter von rechts). Foto: pr.
Hundertwasser-Fans vor der Rosenthal-Fabrik in Selb mit Dieter Baumgärtel (Zweiter von rechts). Foto: pr.  

Selb - Die Selber Grünen hatten am Wiesenfest-Samstag Besuch von überzeugten Hundertwasser-Fans, die mit zwei Elektroautos von Uelzen nach Wien reisten, um dazwischen die Architekturprojekte von Friedensreich Hundertwasser in Magdeburg, Wittenberg, Selb, Abensberg und Linz zu besuchen. Wie die Grünen mitteilen, waren darunter Raimund Nowak, der frühere Landesvorsitzender der Grünen in Niedersachsen, sowie Initiatoren des Hundertwasser-Bahnhofs von Uelzen.

Mit dieser Reise griff Nowak die Idee einer E-Mobil-Rallye von Friedensreich Hundertwasser aus dem Jahr 1998 auf, als Elektromobilität noch ein Nischenthema war. Der Maler Hundertwasser war ökologischer Vordenker und Revolutionär, der die nachfolgenden Generationen zu einem Leben in Harmonie mit der Natur inspirieren wollte. Sein Credo lautete: "Um glücklich zu sein, braucht der Mensch keine mechanische Energie, sondern eine innere schöpferische Energie. Der wahnsinnige, unbegründete Energieverbrauch des Menschen müsste einer dementsprechenden verantwortungsbewussten schöpferischen Intelligenz entsprechen. Die ökologische Bewältigung unserer verfahrenen Situation kann nur mit schöpferischem Geist, gepaart mit dem Wissen um die Gesetze der Natur, gemeistert werden." Ein Leitsatz der, wie die Grünen schreiben, nach wie vor Gültigkeit hat und sich in dem Tour-Motiv "Elektromobilität muss schön sein" widerspiegelt.

Das Hundertwasser-Haus in Selb ist das älteste Architekturprojekt des Künstlers. Federführend bei der Fassadengestaltung war Dietrich Müller gewesen, der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Rosenthal AG. Er beeindruckte die Zuhörer im Fabrik-Café mit einem lebendigen Bericht aus der Hundertwasser-Zeit. Müller erzählte von den Motiven Philip Rosenthals, Selb attraktiver zu machen, um neue Designer mit ihren Familien hier anzusiedeln; vom Beginn der Rosenthal-Feierabende in den 60er-Jahren mit Künstlern wie Louis Armstrong im damaligen Lichtspielhaus, vom Bau der neuen Gropius-Fabrik am Rothbühl sowie von der künstlerischen Umgestaltung der alten grauen Fabrikgebäude durch die neuen Regenbogen-, Spiegel- und Hundertwasserfassaden.

Leider sei es nie gelungen, so Müller, Hundertwasser zu bewegen, Porzellankunst zu machen, weil dem Künstler das weiße Gold zu glatt und nicht menschlich genug war. Auch aus dem Ansinnen Müllers, der Hundertwasser in Wien mit einem Koffer voller verschiedener Tonsorten besucht hatte, damit dieser wenigstens daraus etwas Künstlerisches für Rosenthal gestalten möge, wurde nichts.

Da in der Rosenthal AG die Meinung der Beschäftigten einen hohen Stellenwert hatte und ihnen Parkplätze wichtiger waren als Hundertwassers Kunst am Bau, gibt es seitdem auch die völlig freie Fläche gegenüber dem Hundertwasser-Haus ohne weiße Strichmarkierungen, dafür aber mit vielen Schatten und Sauerstoff spendenden Bäumen.

Hier treffe, so die Mitteilung, Funktionalität auf Schönheit, die von den Hundertwasser-Fans neben Umwelt- und Klimafreundlichkeit auch in Bezug auf die Elektromobilität gefordert werde. Die Umweltfreundlichkeit wachse mit der Verwendung von Strom aus erneuerbaren Energien für die Fahrten, aber auch für die Produktion der Fahrzeuge und Batterien, wobei Letztere unbedingt nach ihrem Gebrauch stationär weiterverwendet und dann recycelt werden müssten. Auf Schönheit sollte aber nicht nur bei den Elektroautos, sondern auch bei Ladesäulen oder Hinweisschildern geachtet werden.

"Warum", so fragen die Grünen abschließend, "werde im Tourismusbereich so wenig auf Friedensreich Hundertwasser hingewiesen? Die Rosenthal-Fassade in Selb dieses weltweit erfolgreichen Künstlers und provokanten Umweltaktivisten müsse ja nur etwas besser ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt werden, um neben Architekturbegeisterten auch überzeugte Umweltschützer zum Hundertwasserhaus nach Selb einzuladen.

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Veröffentlicht am:
08. 08. 2019
16:40 Uhr

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08. 08. 2019
16:40 Uhr



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