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Selb

Ein Festakt mit vielen Anlässen

Das WGG feiert seinen Namensgeber, dessen Schaffen im Bauhaus, den eigenen Geburtstag und die Namensgebung. Grund genug für ein tolles Programm und kurze Reden.



Ganz im Geist des Bauhauses: Ein "Triadisches Ballett" hatten die Schüler der Klasse 9cs mit Susanne Becher und Diandra Reich für den Festakt im Walter-Gropius-Gymnasium einstudiert.
Ganz im Geist des Bauhauses: Ein "Triadisches Ballett" hatten die Schüler der Klasse 9cs mit Susanne Becher und Diandra Reich für den Festakt im Walter-Gropius-Gymnasium einstudiert.   » zu den Bildern

Selb - Ein blauer Kreis, ein gelbes Dreieck und ein rotes Quadrat: Die Symbole des Bauhauses, die Freiheit, über den eigenen "Tellerrand" hinaus zu denken und Kunst als Glück für die breite Masse zu gestalten, haben den Jubiläumsfestakt im Walter-Gropius-Gymnasium (WGG) bestimmt. Am Freitagmittag feierten Schüler und Ehemalige, Lehrer, Eltern, Schulleitung, SMV und viele Ehrengäste mehrere Jubiläen: 100 Jahre Bauhaus, die Gründung der "Realschule" in der Lessingstraße im Jahr 1928, die Einweihung des Gymnasiums an der Hohenberger Straße im Jahr 1969 und die Namensgebung nach Walter Gropius 1999.

Die Zeit nach 1919, in der die Menschen geistig zermürbt vom Krieg und aufgepeitscht durch Propaganda waren, inszenierte die Jazz-AG unter der Leitung von Mathias Elser mit der Popballade "After you’ve gone". Der Song wurde 1918 aufgenommen und eroberte 1919 die amerikanischen Charts.

Johanna Veit, Yannick Sonntag, Lukas Purucker und Jonas Röder moderierten die Musikstücke in der Rolle des Walter Gropius’, eines Butlers und zweier Zeitzeugen. "Kunst soll demokratisch sein", forderte Purucker in der Rolle des Architekten, den er als willensstark und als Improvisationstalent und mit dem "Auge für das Richtige" darstellte. "Vielleicht habe ich auch einen guten Biografen", meinte Gropius und erläuterte die Gropius-Wiege, mehr in Türkis und Pink - den Farben des Selber Gymnasiums - als in den elementaren Farben des Bauhauses.

Die Massenfertigung wollte Gropius durch eine Einheit von Kunst und Technik perfektionieren. Typische Einzelstücke sollten auch industriell herstellbar sein: Schön durch einfache und schlichte Formen, funktional im Design und von guter Handwerkskunst. Heute würde die Bauhaus-Wiege freilich sehr viel Geld kosten.

Geld war das Stichwort für die Moritat von Mackie Messer aus dem Jahr 1928, eindrucksvoll interpretiert von einem großen Ensemble und geleitet von Florian Niedrig. 1969, als der Grundstein für das heutige WGG gelegt wurde, hatte Gropius für Rosenthal das Service "TAC" entworfen. Bei der Namensgebung 1999 war im Gespräch das Gebäude "Egerlandgymnasium" zu nennen. Letztlich einigte ,man sich auf Gropius als Namensgeber. Gropius und Bauhaus stünden für Offenheit, Neugier und clevere Lösungen, sagten Purucker, Sonntag und Veit. Das Ensemble wählte für das Jahr 1969 den Titel "With a little help from my friends" von Joe Cocker und für 1999 "You’ll be in my heart" von Phil Collins.

Jeweils drei Begriffe aus der Schule des Bauhauses und zwei Minuten Zeit wurden den Gastrednern gegeben. Unterhaltsam sprachen Landtagsabgeordneter Martin Schöffel, der Selber Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch, Dr. Harald Vorleuter, Ministerialbeauftragter für die Gymnasien in Oberfranken, und Dr. Bernd Pufe, Elternbeirat, ihre Grußworte. Schöffel betonte die "gute Verfassung", in der die Schule sei und die Persönlichkeiten, die mit dem Abitur das Haus verlassen. Pötzsch übertrug die "Zwitscher-Maschine" von Paul Klee auf das "Ankurbeln" der Schüler. Vorleuter setzte auf die Assoziationskraft der Zuhörer und erwähnte helle Kuben, klare Formen und kühle Eleganz. Pufe deutete die Geometrie und die Farben des Bauhauses nach den verschiedenen Lebensphasen, auch der Schüler.

Über Bauhaus und Pädagogik referierte Philine Sollmann vom Bauhaus Dessau: "Die Fragen der Zeit damals sind Fragen der Zeit heute, die in den Unterricht mitgenommen werden können." Mit einem Triadischen Ballett, einstudiert von Susanne Becher und Diandra Reich mit Schülern aus der 9cs, endete der Festakt.

In der Pausenhalle war eine Ausstellung aus dem P-Seminar "Gropius - Plan und Wirklichkeit" zu sehen. Foodstylistin Beate Roth kreierte Köstlichkeiten der "Roten Köchin" nach Rezepten einer spartakistischen Zelle am Bauhaus in Weimar. —————

Die "Rote Köchin", ein Abend mit Zeitgeschichten und Gerichten, dargeboten und zubereitet von Tabea-Stephanie Amtmann und Beate Roth, ist übrigens am 29. September im Rosenthal-Theater zu erleben.

Autor

Silke Meier
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Veröffentlicht am:
05. 07. 2019
19:28 Uhr

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Silke Meier

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Veröffentlicht am:
05. 07. 2019
19:28 Uhr



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