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Selb

Ein Löwe, der Ilse Aigner noch fehlt

Das Geschenk der Staatskanzlei stammt aus Selb. Die Landtagspräsidentin hat viele Aha-Erlebnisse bei Rosenthal. Für ihr Büro nimmt sie das Jade-Service mit nach München.



Stefan Helgert erläutert Landtagspräsidentin Ilse Aigner die Herstellung des bayerischen Löwen. Interessiert blicken auch Werksleiter Joachim Reuer, die frühere Porzellankönigin und JU-Ortsvorsitzende Anne-Sophie Göbel, CSU-Ortsvorsitzender Matthias Müller, Landtagsabgeordneter Martin Schöffel und Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch (von rechts) zu. Fotos: Florian Miedl
Stefan Helgert erläutert Landtagspräsidentin Ilse Aigner die Herstellung des bayerischen Löwen. Interessiert blicken auch Werksleiter Joachim Reuer, die frühere Porzellankönigin und JU-Ortsvorsitzende Anne-Sophie Göbel, CSU-Ortsvorsitzender Matthias Müller, Landtagsabgeordneter Martin Schöffel und Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch (von rechts) zu. Fotos: Florian Miedl   » zu den Bildern

Selb - "Den großen Löwen hab’ ich noch nicht. Und ich weiß auch nicht, was ich dafür noch machen muss." Staunend blickt die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner dem fingerfertigen Stefan Helgert über die Schulter, der gerade dabei ist, im Rosenthal-Werk am Rothbühl den Körper des Löwen glattzustreichen. Dann kommt er bei 1400 Grad in den Ofen. Die Chefin des Landtags ist am gestrigen Donnerstagnachmittag zu Besuch bei Rosenthal in Selb, um einen Blick hinter die Kulissen des weltbekannten Porzellanherstellers zu werfen. Und nicht nur das: Als sie wieder gen München startet, hat sie ein zwölfteiliges Service, nämlich Jade, im Kofferraum.

Als Ilse Aigner im Oktober vergangenen Jahres das Präsidium im Landtag übernimmt, will sie dem Büro ihrer Vorgängerin erst einmal frischen Wind einhauchen und eine persönliche Note verleihen. "Dazu gehört auch neues Porzellan", entscheidet sich die CSU-Politikerin. Landtagskollege Martin Schöffel bringt ihr etliche Kataloge aus der Heimat mit, "denn das Porzellan sollte schon aus Oberfranken kommen", habe der gemeint. Aigner entscheidet sich für das Jade von Rosenthal. "Die Form hat mir gut gefallen, und dass es aus Oberfranken und von Rosenthal ist, war mir persönlich ganz wichtig", sagt sie freudestrahlend bei der Übergabe nach dem Rundgang.

Werksleiter Joachim Reuer nimmt die Dame aus München in Empfang und erläutert ihr, "dass Sie auf traditionsträchtigem Boden stehen". Zumal im Jubiläumsjahr des Bauhauses. "Denn kein Geringerer als Walter Gropius hat diese Fabrik am Rothbühl gebaut", das Breuer nach wie vor als architektonische Meisterleistung bezeichnet. Schwer beeindruckt, erfährt die Präsidentin noch mehr Handfestes. Nämlich, dass es Philipp Rosenthal ein Anliegen war, den Beschäftigten ein harmonisches Arbeitsumfeld zu bieten. Dass anstelle der Plastik-Flamingos noch bis vor drei Jahren echte Flamingos hier im Teich vor sich hin staksten, ehe der Fuchs sie geholt hat, mag Ilse Aigner nicht glauben. Ebenso wenig, dass die Wasserschildkröten im gläsernen Grünhaus, das viel Tageslicht in die Fertigungshalle lässt, lebendig sind. Sie klopft dennoch an die Scheibe. Zwei Schildkröten flüchten ins Wasser. "Ich dachte, Sie wollen mich auf den Arm nehmen", sagt sie lachend und wendet sich der Produktion zu.

"Hier wird ja zum Teil Kunst gelebt", begeistert sie sich, als sie Harald Sümmerer bei der Arbeit in der Fertigungshalle zusieht. "Über die Jahre bekommt man ein Gefühl dafür, wie viele Masse in die Form kommt", erklärt er. Die Präsidentin des Landtags ist ganz angetan von dem Fingerspitzengefühl. Der berühmte Medusa-Kopf von Versace steht in verschiedensten Variationen zum Brennen bereit. Ebenfalls imposante Hingucker für Ilse Aigner.

"Zu Spitzenzeiten haben hier 600 Menschen gearbeitet", erinnert Werksleiter Reuer an die Hochzeit des Porzellans in Selb. "Heute sind noch 100 Leute in der Fertigung beschäftigt, die jährlich 340 000 Artikel am Rothbühl produzieren."

Rosenthal-Geschäftsführer Gianluca Colonna wartet bereits im Hof auf die Landtagspräsidentin, um sie zusammen mit Daniela Drees durch die Ausstellung "100 Jahre Bauhaus" zu führen. "Das ist ein Teil von Deutschlands Geschichte", verdeutlicht Colonna mit Blick auf die Fabrikfassade, die Bauhaus-Gründer Walter Gropius ebenso geschaffen hat wie den Porzellan-Klassiker TAC, der im Jubiläumsjahr in vielen Variationen von Rosenthal umgesetzt worden ist. "Toll, ich bin ganz beeindruckt", versichert Ilse Aigner - und nimmt ganz bedächtig den Deckel von der schwarzen TAC-Kanne. "Das ist ja cool", schwärmt die 53-Jährige, als sie das limitiert aufgelegte Service der Künstlerin Bethan Laura Wood entdeckt. "Auf so eine Idee muss man erst mal kommen, ganz schön mutig", kommentiert sie das extravagante, bunte Service. Als sie ein Foto der ebenso extrovertierten wie farbenfrohen Künstlerin entdeckt, meint sie lachend: "Jetzt verstehe ich!"

Als sie ihr bestelltes Porzellan in die Hand nimmt, weiß sie, dass sie mit Jade die richtige Entscheidung für ihr Büro getroffen hat. "Sehr schön", betont sie. Die Löwen mit dem bayerischen Wappen von der Marke Arzberg, von denen Stefan Helgert bis zu fünf Stück am Tag fertigt, sind übrigens allesamt für die Staatskanzlei. Bei Ehren-Empfängen, so weiß Rosenthal-Pressesprecherin Iris Reichstein, werden diese vom Ministerpräsidenten an spezielle Gäste überreicht. "Sehr schön", findet Aigner. Und schiebt schmunzelnd wie hoffnungsvoll hinterher: "Man muss ja noch Ziele haben!"

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Peggy Biczysko

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Veröffentlicht am:
09. 05. 2019
18:14 Uhr

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Peggy Biczysko

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Veröffentlicht am:
09. 05. 2019
18:14 Uhr



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