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Einigkeit über Kurzzeitpflege am Klinikum

Die Idee der Diakonie Selb-Wunsiedel gefällt dem Aufsichtsrat und dem Geschäftsführer des Krankenhauses. Nun muss die Politik die Weichen für die Finanzierung stellen.



Sind angetan von einer Kurzeitpflege in Selb: Peter Berek und Ulrich Pötzsch, stellvertretende Aufsichtsräte, Stadträtin Christine Hippmann, Markus Hütter vom bayerischen Gesundsheitsministerium, Siglinde Janke und Hannes Kohrhammer von der Diakonie Selb-Wunsiedel, Klinikum-Geschäftsführer Martin Schmid, Wolfgang Kreil, stellvertretender Aufsichtsrat, und Landtagsabgeordneter Martin Schöffel.	Foto: pr.
Sind angetan von einer Kurzeitpflege in Selb: Peter Berek und Ulrich Pötzsch, stellvertretende Aufsichtsräte, Stadträtin Christine Hippmann, Markus Hütter vom bayerischen Gesundsheitsministerium, Siglinde Janke und Hannes Kohrhammer von der Diakonie Selb-Wunsiedel, Klinikum-Geschäftsführer Martin Schmid, Wolfgang Kreil, stellvertretender Aufsichtsrat, und Landtagsabgeordneter Martin Schöffel. Foto: pr.   » zu den Bildern

Selb - Die Nachfrage nach Kurzzeitpflegeplätzen steigt im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge stetig und kann durch die vorhandene Kurzzeitpflege in den stationären Einrichtungen nicht abgedeckt werden. Eine Idee der Diakonie Selb-Wunsiedel könnte, wie der Landtagsabgeordnete Martin Schöffel (CSU), Mitglied des Aufsichtsrats des Klinikums Fichtelgebirge, in einer Mitteilung schreibt, Abhilfe schaffen. Am Klinikum Selb könnten demnach in einer leer stehenden Station 15 Kurzzeitpflegeplätze eingerichtet werden. "Das Konzept hätte viele Vorteile und könnte modellhaft für ganz Bayern wirken." Aus diesem Grund hatte sich Schöffel an die bayerische Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml gewandt und die örtlichen Verantwortlichen zu einem Gespräch am Klinikum Selb mit dem Pflegeministerium eingeladen.

Die Kurzzeitpflege in einer stationären Pflegeeinrichtung könne eine Lösung für Patienten bieten, die nach einem Krankenhausaufenthalt noch nicht ganz fit sind, um in die eigenen vier Wände zurückzukehren, so Schöffel. Jedoch reichten die Plätze hier nicht aus, und Patienten müssten teilweise in über 80 Kilometer entfernte Häuser verlegt werden. "Der Freistaat hat umfangreiche Förderprogramme zur Schaffung von Kurzzeitpflegeplätzen aufgelegt. Allein für die neue staatliche Investitionskostenförderung von Kurzzeit-, Tages- und Nachtpflegeplätzen sind Haushaltsmittel von 60 Millionen Euro pro Jahr veranschlagt. Aber so schnell wie der Bedarf wächst, sind die nicht gebaut", stellt der Abgeordnete fest.

"Am Klinikum Selb hätten wir eine Station in Top-Zustand, die den Erfordernissen einer Kurzzeitpflege-Station entsprechend umgebaut werden und unter der Trägerschaft der Diakonie Selb-Wunsiedel in Betrieb gehen könnte. 15 Plätze in modernen Einzelzimmern könnten so entstehen. Dafür brauchen wir eine modellhafte Lösung mit einer passenden Förderung in der Anlaufphase." Mit dieser Anfrage hatte sich Schöffel an Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml gewandt, die der Idee grundsätzlich positiv gegenübersteht und ihren Mitarbeiter Markus Hütter zur Beratung vor Ort entsandte.

Laut Hannes Kohrhammer, dem Geschäftsführenden Vorstand des Diakonischen Werks Selb-Wunsiedel, ergäben sich weitere Vorteile für die Region: "Patienten können nach ihrem Krankenhausaufenthalt umgehend in die Kurzzeitpflege wechseln. Die psychischen und physischen Belastungen werden so gering gehalten, des Weiteren entfallen hohe Transportkosten zu den Heimen. Auch müssten jüngere Menschen mit ,Übergangspflegebedürftigkeit’ nach schwerwiegender Erkrankung oder nach Operationen nicht in einem Seniorenheim betreut werden." Auszubildende des Klinikums könnten ihre im Rahmen der neuen generalistischen Ausbildung notwendigen Außeneinsätze im Altenhilfebereich in der Kurzzeitpflegestation ableisten. Auch könne die Infrastruktur des Krankenhauses genutzt und mit refinanziert werden.

"Als gemeinnützige Organisation ist die Diakonie nicht auf Gewinnerzielung ausgerichtet. Wir können Wirtschaftlichkeit ein Stück weit wegdenken - es geht uns um die Menschen, denen man helfen kann", betonte Kohrhammer.

Jedoch müsse auch die Diakonie Risikofaktoren wie wechselnde Auslastung, vorsorglichen Personalbedarf zur Einhaltung der Fachkraftquote und belegungsunabhängige Fixkosten wie Miete, Reinigung, Versicherung und Ähnliches im Blick haben. Nun stelle sich die Frage, welche Möglichkeiten es gäbe, dieses Risiko gerade in der Anlaufphase zu senken oder auf mehrere Schultern zu verteilen.

Martin Schmid, Geschäftsführer des Klinikums Fichtelgebirge, begrüßte die Idee: "Unsere Mitarbeiter telefonieren sich oft die Finger wund, bis sie einen Kurzzeitpflegeplatz für Patienten finden." Und er bestätigte die Synergieeffekte für das Klinikum. Auch Landrat Karl Döhler, Vorsitzender des Aufsichtsrates des Klinikums Fichtelgebirge, und die anderen Aufsichtsratsmitglieder sprachen sich für eine solche Umnutzung aus.

Einig war man sich in der Runde, dass die Vorteile so einer Kooperation zwischen Klinikum und Träger einer Pflegeeinrichtung modellhaft für ganz Bayern sein könnten, wo immer vorhandene Bettenkapazitäten in Kliniken aufgrund von Strukturveränderungen nicht mehr für akut-stationäre Behandlung benötigt würden.

Martin Schöffel: "Die Umsetzung einer solchen Kooperation könnten wir in Selb in einem Modellprojekt erproben und aus den Erfahrungen die Anpassung der staatlichen Förderprogramme für die Schaffung von Kurzzeitpflegeplätzen einleiten. Ich setze mich dafür ein, dass gerade die erhöhten Kosten in der Anlaufphase abgesichert werden." Immerhin handle es sich um eine hohe Anzahl von Kurzzeitpflegeplätzen, die in kürzester Zeit Marktakzeptanz erreichen könnten. Da bei den Verantwortlichen darüber Einigkeit herrsche, dass die am Klinikum ungenutzten Räume für die Kurzzeitpflege geeignet seien, und die Ministerin und das Pflegeministerium dem Projekt grundsätzlich positiv gegenüberstünden, werde ein Folgetermin zur Klärung der förderrechtlichen Fragen und Ausgestaltung des angedachten Modellprojektes mit den Beteiligten stattfinden. red

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Veröffentlicht am:
12. 03. 2020
17:38 Uhr

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Veröffentlicht am:
12. 03. 2020
17:38 Uhr



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