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Freitagsclub soll Barrieren abbauen

Das Angebot fördert das Miteinander zwischen Menschen mit und ohne Behinderung. Leiter und Teilnehmer werden oft Freunde.



OBA-Leiterin Petra Burger (links) und Sarah Loos, Leiterin des Selber Freitagsclubs, ist das Thema Inklusion eine Herzensangelegenheit. Foto: Katharina Melzner
OBA-Leiterin Petra Burger (links) und Sarah Loos, Leiterin des Selber Freitagsclubs, ist das Thema Inklusion eine Herzensangelegenheit. Foto: Katharina Melzner  

Selb - Einen Ausflug in die Therme machen, Pizzaessen gehen, tanzen in der Disco oder ein Kinobesuch - all das sind Dinge, die junge Menschen in ihrer Freizeit gerne unternehmen und an denen auch Jugendliche und junge Erwachsene mit Behinderung teilnehmen können sollen. Das ermöglichen im Landkreis Wunsiedel seit 2013 unter anderem drei sogenannte Freitagsclubs, die die Offene Behindertenarbeit (OBA) organisiert. Träger der Angebote - eines gibt es in Selb und zwei in Marktredwitz - ist die Lebenshilfe. Der Freitagsclub ist nur eines der zahlreichen Angebote des Vereins Offene Behindertenarbeit - Familienentlastender Dienst Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge.

Mitarbeiter willkommen

Die Offenen Behindertenarbeit (OBA) ist auf der Suche nach ehrenamtlichen Mitarbeitern. Interessierte werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 09231/660515 an Petra Burger zu wenden.


Eine der insgesamt neun Leiterinnen ist Sarah Loos vom Selber Freitagsclub. In Selb haben sich dem Club sieben Teilnehmer im Alter von 18 bis 35 Jahren angeschlossen, die die 23 Jahre alte Sozialpädagogin aus Bernstein jede zweite Wochenende bei der "Teilhabe an Angeboten, die im Sozialraum stattfinden" begleitet. Im Klartext bedeutet das: "Wir sind da, wo auch immer bei uns was los ist."

Was bei den Treffen auf freiwilliger Basis ansteht, planen alle zusammen: "Von den Teilnehmern kommen bei den Besprechungen ganz tolle Impulse. Bei den Vorbereitungen kann sich jeder einsetzen, wo seine Stärken liegen."

Neben Besuchen der Kunstnacht, des Wiesenfestes oder neben Ausflügen nach Tschechien stand auch schon einmal der Besuch eines Konzerts der Toten Hosen auf dem Programm, den Bezirk und Freistaat finanziell unterstützten. "Das ist schon eine andere Herausforderung. Wegen der Menschenmassen braucht es für solche Unternehmungen natürlich mehr Betreuer", sagt Loos.

Bei den Treffen soll nicht nur die Freizeit gestaltet, sondern auch die Selbstständigkeit der überwiegend geistig behinderten Männer und Frauen gefördert werden: "Eigentlich versuchen wir, als Betreuer überflüssig zu sein. Sind wir zum Beispiel im Schwimmbad, sollen kleinere Aufgaben wie der Ticketkauf nach Möglichkeit selbst erledigt werden."

Aber auch Menschen ohne Behinderung können bei den Unternehmungen etwas lernen. "Menschen ohne Behinderung sollen verstehen, dass Menschen mit Behinderung einfach dabei sein können, ohne das irgendetwas passiert", erklärt OBA-Leiterin Petra Burger. Dadurch sollen nicht nur bauliche Barrieren, sondern auch die in so manchen Köpfen verschwinden und Berührungsängste abgebaut werden. Denn hin und wieder würden die Gruppen noch auf Ablehnung stoßen. "Das kommt leider immer wieder einmal vor", sagt Loos. Aber auch das Gegenteil passiert. "Da wir in Selb regelmäßig unterwegs sind, kennen uns mittlerweile viele Leute, die uns ansprechen und sehr interessiert sind."
Loos, die hauptberuflich bei der Lebenshilfe arbeitet, ist gerne mit den Teilnehmern unterwegs: "Am meisten schätze ich ihre ehrliche und offene Art und noch mehr ihre Selbstverständlichkeit, jedem eine Chance zu geben." Das sei auch ein Grund, weshalb neue Mitglieder immer begrüßt und herzlich aufgenommen würden.

Loos schätzt, dass sie die Teilnehmer der Freitagsclubs, von denen ein Großteil in der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) arbeitet oder das Förderzentrum der Lebenshilfe be-sucht, über mehrere Jahre hinweg begleitet. "Wir gehen zusammen durch Höhen und Tiefen - das schweißt natürlich zusammen", sagt sie. Das führe dazu, dass trotz der manchmal notwendigen Autorität häufig ein freundschaftliches Verhältnis entsteht.

Autor
Katharina Melzner

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Veröffentlicht am:
16. 10. 2019
18:14 Uhr

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Katharina Melzner

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16. 10. 2019
18:14 Uhr



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