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Großes Angebot für die Trucker und die Selber

Der im Stadtrat vorgestellte "Grüne Autohof" bei Selb-West soll nicht nur Fernfahrer anziehen. Auch die Menschen in der Region sollen von den Angeboten profitieren.



So soll es einmal aussehen, das "Car&Truck Rastcenter" samt Hotelhochhaus in Selb. Das Bild stammt aus der Werbebroschüre der Projektentwickler, die am Ende der Sitzung verteilt wurde.
So soll es einmal aussehen, das "Car&Truck Rastcenter" samt Hotelhochhaus in Selb. Das Bild stammt aus der Werbebroschüre der Projektentwickler, die am Ende der Sitzung verteilt wurde.   » zu den Bildern

Selb - Des Lobes voll sind die Selber Stadträte am Mittwoch gewesen, als ihnen die Projektentwickler und die Architekten das Projekt "Grüner Autohof" vorgestellt haben (wir berichteten). Dieses Vertrauen mündete dann auch in einem Verkauf. In nichtöffentlicher Sitzung stimmte der Stadtrat einmütig für das Grundstücksgeschäft. Bei dem 40-Millionen-Euro-Projekt sollen zwischen 120 und 140 Arbeitsplätze entstehen. Baubeginn soll im kommenden Jahr sein, Fertigstellung Ende 2021.

Der Autohof, der eine Fläche von 52 500 Quadratmetern umfasst, soll nach den Aussagen des Projektentwicklers Helmut Theessen, des Projektsteuerers Jochen Reckzeh und des Architekten Florian Schätz nachhaltig ausgerichtet sein. Dazu gehört auch, dass das über die zum Teil begrünten Dächer gesammelte Regenwasser als Brauchwasser in die Gebäude geleitet oder zur Bewässerung der Grünflächen genutzt wird. Zudem sollen die 150 LKW-Stellplätze unter Carports entstehen, auf denen Photovoltaikanlegen entstehen. Für PKW stehen 100 Parkplätze zur Verfügung. Neben den E-Ladestationen werden auch die Vorbereitungen für Induktionsladen und für Wasserstofftechnologie getroffen.

Geplant ist auch ein Hotel mit 80 bis 125 Betten, Dachgarten, Lounge und Bar. In dem eigentlichen Rasthofgebäude sollen mehrere Restaurants und Shops, im Hof in der Mitte ein Biergarten entstehen. Dazu kommen noch ein Spielplatz und eine Waschanlage.

Helmut Theessen wies ausdrücklich auf die Carport-Lösung für die Lastwagen hin: "Die LKW parken sortiert, das Platz ist beleuchtet und videoüberwacht." Damit hätten "Planenschlitzer" keine Chance. Grundsätzlich sollen auch die Bürger in der Region das Angebot des 24 Stunden geöffneten Autohofes nutzen und davon profitieren.

Kai Hammerschmidt (SPD) sagte, die Präsentation des Projektes zeige die hohe Kompetenz der Planer. Die Planung sei eben nicht stinknormal. Er wünschte dem Vorhaben viel Erfolg, der Stadtrat werde dem Autohof wohl keine Steine in den Weg legen.

Auch Dr. Klaus von Stetten, Sprecher der Aktiven Bürger, dankte für die Vorstellung. Nach seiner Meinung hat der Stadtrat mit seiner Grundsatzentscheidung im Jahr 2016 den richtigen Riecher gehabt. Die angekündigten Arbeitsplätze stünden auch weniger Qualifizierten zur Verfügung. Und auch das Hotel sowie der ökologische Ansatz der Planung seien sehr positiv. Von Stetten merkte an, dass die Stadt für den Erwerb der Grundstücke eine erkleckliche Summe ausgegeben habe: "Das Geld fließt jetzt wieder zurück".

Wolfgang Kreil (CSU/FWS) lobte ebenfalls den ökologischen Ansatz und die Hotelplanung. Allerdings wollte er wissen, was es mit der erwähnten Fashion Mall auf sich habe. Ein großflächiger Einzelhandel etwa mit Mode oder anderen innenstadtrelevanten Artikeln könne durchaus mit den anderen Planungen der Stadt im Zentrum kollidieren.
Architekt Florian Schätz relativierte den Begriff Fashion Mall daraufhin. An Modegeschäfte im eigentlichen Sinn sei nicht gedacht, eher an Labels junger Künstler, die im Autohof temporäre Angebote vorstellen könnten. "Uns geht es hier um die Aktivierung von Talenten", sagte Schätz, zum Beispiel auch in Richtung Handwerkskunst. Ein Wertheim werde es auf keinen Fall geben.

Die doch enorme Flächenversiegelung bei dem Projekt sprach Irene Pohl (Aktive Bürger) an. Immerhin gehe es um eine Gesamtfläche von 5,5 Hektar. Schätz verwies auf die begrünten Dächer und das ebenfalls begrünte Hotel. Zudem werde man nach Möglichkeit Rasensteine verlegen und auf teilversiegelte Flächen setzen. Grundsätzlich sollen 25 Prozent der Gesamtfläche begrünt werden oder bleiben. Der Architekt versicherte, dass auch Bäume gepflanzt und Wiesenflächen angelegt würden.

Walter Wejmekla, Fraktionssprecher der SPD, sagte, man müsse sich schon darüber klar sein, dass man Transitregion sei. Das habe zwar Nachteile, "dafür sollten wir aber die Vorteile abgreifen und nutzen". Wichtig sei nach dem Bau eine gute Vermarktung. Wejmelka regte an, bei dem Hotel nicht nur auf Trucker als Kunden zu setzen. In Selb müsse die Zahl der Hotelbetten auch wegen der Besucher beim Festival Mediaval oder dem Porzellinerfest erhöht werden. Auch müsse es möglich sein, die Busgesellschaften unterzubringen.

Wie Schätz erklärte, müsse man die genaue Bettenzahl im Hotel noch eruieren. Er gehe von 80 bis 125 Betten aus - und zwar in allen Kategorien. Grundsätzlich habe man bei dem Hotelhochhaus sehr großstädtisch gedacht. Geplant seien auch offene Decks als öffentlicher Raum.

Carsten Hentschel, Sprecher der CSU/FWS-Fraktion, sprach sich gegen das geplante Automatenspielcasino aus. Er verwies auch darauf, dass vor allem Firmen in Selb Zimmer für ihre Kunden brauchen.

Auch fragte Hentschel nach der Verkehrsanbindung des Autohofes: "Brauchen wir einen Kreisverkehr vor dem Aldi?"

Darauf sagte Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch, dass diese Überlegungen Teil des Mobilitätskonzeptes der Stadt seien. Auch angesichts der Outlet-Besucher werde ein Kreisverkehr wohl nicht ausreichen. Vielmehr sei ein intelligentes Verkehrsleitsystem nötig, das auf die unterschiedliche Verkehrsdichte adäquat reagiere. Möglicherweise könnte auch eine Handy-App den jeweils schnellsten Weg zum Ziel anzeigen. Das gehe dann schon in die Richtung des mit der ESM angedachten Smart-City-Konzeptes.

Lesen Sie dazu auch: Das sind die Planer hinter dem Projekt >>>

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Andreas Godawa

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Veröffentlicht am:
12. 12. 2019
17:06 Uhr

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12. 12. 2019
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