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"Grüner Autohof" kommt nach Selb

Die Arbeitsgemeinschaft "Car & Truck Rastcenter" plant eine umweltverträgliche und hochmoderne Rastanlage. Die 40-Millionen-Euro-Investition soll 120 Arbeitsplätze schaffen.



Auf diesem Grundstück neben der A 93 gleich an der Anschlussstelle Selb-West soll der Autohof entstehen. Am Mittwochabend hat der Stadtrat die Pläne öffentlich beraten. Foto: Florian Miedl
Auf diesem Grundstück neben der A 93 gleich an der Anschlussstelle Selb-West soll der Autohof entstehen. Am Mittwochabend hat der Stadtrat die Pläne öffentlich beraten. Foto: Florian Miedl  

Selb - Der nächste Paukenschlag in Selb: An der Ausfahrt Selb-West soll direkt neben der A 93 ein hochmoderner, umweltverträglicher und mit neuester Energietechnik ausgestatteter Autohof samt einem Hotel mit 80 bis 125 Betten entstehen. Und er wird groß: Wie die Planer am Mittwochabend in einer Sondersitzung des Stadtrates erläuterten, beträgt die Investitionssumme zwischen 38 und 40 Millionen Euro, entstehen sollen zwischen 120 und 140 Arbeitsplätzen. Baubeginn könnte im Oktober 2020 sein, ein gutes Jahr später soll die gesamte, 52 500 Quadratmeter große Fläche schlüsselfertig übergeben werden.

Die Planer waren gleich in Mannschaftsstärke angerückt. Köpfe des Teams sind Helmut Theessen, ein gebürtiger Wunsiedler, und Christoph Hellwig mit ihrer Arbeitsgemeinschaft "Car&Truck Rastcenter" aus Eppingen. Wie Theessen sagte, seien bereits vor einigen Jahren Bund und Land mit der Bitte an ihn und seinen Kompagnon herangetreten, ein Konzept für Autohöfe zu entwickeln. Aufgabenstellung sei aber gewesen, nicht einfach nur Autostopps zu entwickeln, sondern eine moderne Generation von Autohöfen, die nachhaltig sind und auch in zehn bis 15 Jahren noch ihre Berechtigung haben. Diese Autohöfe sollen nicht nur für die Autofahrer und Trucker interessant sein, sondern auch einen Nutzen für die Gemeinden haben.

Selb sei aus mehreren Gründen ein idealer Standort. Die Stadt habe den Strukturwandel bewältigt und sei wieder attraktiv geworden. Zudem habe man seit der ersten Anfrage in der Stadt einen verlässlichen Partner gefunden. "Hier macht die Kooperation Spaß", sagte Theessen, der einen hochinnovativen Autohof versprach, der "nicht nach Diesel riecht, sondern in die Landschaft passt". Deswegen starte man in Selb das Projekt, das insgesamt vier solcher Autohöfe in Bayern umfasst. Besonderen Wert legte Theessen darauf, dass die Einrichtungen und die Gastronomie von den Selbern genutzt werden soll, etwa von Vereinen: "Wir wollen den Autohof in die Stadtentwicklung einbinden."

Wie Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch eingangs erläuterte, hat der Stadtrat bereits 2016 einen Grundsatzbeschluss für die Errichtung eines Autohofes gefasst, und zwar auf dem Gelände direkt angrenzend an das Gelände der SpVgg Selb 13. "Die Projektanten haben nun im Hintergrund gearbeitet und präsentieren nun der Öffentlichkeit ihr Konzept."

Und das übernahmen der Projektsteuerer Jochen Reckzeh, der Architekt Florian Schätz und der Energieexperte Joachim Schröder. Wie Reckzeh sagte, wolle man bei dem Projekt alles eng mit der Kommune abstimmen: "Wir wollen Selb die Möglichkeit geben, sich darzustellen." Und er prägte auch den Begriff "Grüner Autohof". Das konkretisierte sein Kollege Florian Schätz. Demnach sollen moderne Ansätze des Städtebaus in die Anlage einfließen, gleichzeitig aber dem Klimaschutz Rechnung getragen werden.

Auf der Fläche von 52 500 Quadratmetern sollen nicht nur eine Tankstelle mit Waschstraße, Gastronomie, ein Innenhof samt Biergarten sowie verschiedene Gastronomiebetriebe, sondern auch ein Entertainment-Center, also eine Spielothek, ein Kinderspielplatz und ein 37 Meter großes, außen begrüntes Hotelhochhaus entstehen. Dazu kommen 150 Lkw-Stellplätze unter Carports, die wiederum mit Photovoltaikanlagen ausgestattet und videoüberwacht sind. Geplant sind außerdem Sanitärräume für die Lastwagenfahrer, begrünte Dächer über der gewölbten, in Holzbauweise errichteten Tankstellenkonstruktion und ein auf erneuerbare Energien ausgerichtetes Versorgungskonzept.

Das stellte dann Joachim Schröder vor. Man werde der kommenden E-Mobilität-Rechnung tragen. Mit großen Speichersystem soll über die PV-Anlagen genügend Energie erzeugt werden, um Spitzenabnahmen abzupuffern. Vorgesehen seien mindestens acht Ladestationen mit sämtlichen Steckersystemen, aber auch induktive Ladeplätze. Kleinwindanlagen würden auf dem Gelände ebenfalls ihren Platz finden. Von Beginn an werde man ein Umwelt- und Energiemanagementsystem umsetzen und die Möglichkeit von Fahrzeugen mit Wasserstoffantrieben bedenken.

Den Hintergrund des geplanten Hotelhochhauses erläuterte Jochen Reckzeh: Im Jahr 2021 wird auch Deutschland die EU-Richtlinie umsetzen, nach der Lastwagenfahrer nicht mehr in ihren Zugmaschinen schlafen dürfen. Wie Florian Schätz in der Sitzung ausführte, könne er sich für das Hotel auch eine Dachterrasse, ein Fitness-Studio oder eine Bar vorstellen.

Während sich die Stadträte durchweg positiv äußerten, gab es auch Kritik. Der Unterweißenbacher Ortssprecher Dieter Schmidt äußerte harsche Kritik an den Plänen: Die Unterweißenbacher, die sich inzwischen mit der Autobahn abgefunden hätten, wollten keine Lärm- und Geruchsbelästigung durch den Autohof: "Für uns ist das nicht nachvollziehbar." Schätz versprach, die Belange der Anlieger zu berücksichtigen und lud Schmidt zu einem Gespräch ein.

Mit dem Verkauf der Flächen befasste sich der Stadtrat dann in nichtöffentlicher Sitzung.

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Andreas Godawa

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Veröffentlicht am:
11. 12. 2019
21:30 Uhr

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11. 12. 2019
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