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Gute Chancen, viel Bedarf

Das Planungsbüro UMS legt dem Stadtrat sein Wohnungsmarktkonzept vor. Oberbürgermeister Pötzsch sieht die Stadt auf dem richtigen Weg.



Es lässt sich gut wohnen in Selb. Allerdings gibt es gerade in der Innenstadt, in Selb-Ost und im Vorwerk einen großen Anteil an unsanierten Gebäuden. Auch der Bedarf an Neubauten ist groß. Foto: Florian Miedl
Es lässt sich gut wohnen in Selb. Allerdings gibt es gerade in der Innenstadt, in Selb-Ost und im Vorwerk einen großen Anteil an unsanierten Gebäuden. Auch der Bedarf an Neubauten ist groß. Foto: Florian Miedl  

Selb - Eine Bestandsaufnahme zur Wohnungssituation hat das Büro UMS Stadtstrategien aus Leipzig dem Selber Stadtrat vorgelegt. Wie Professor Jan Schaaf und Dr. Tanja Korzer ausführten, lässt es sich in Selb durchaus gut wohnen, andererseits besteht dringender Sanierungs- und auch Neubaubedarf. Ihr Konzept fließt als Baustein "Wohnen" in das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) ein.

Schaaf stellte zunächst das Angebot dar. Demnach gab es 2017 in Selb 4346 Wohnhäuser mit 8612 Wohnungen. Daraus ergibt sich eine Wohnfläche von insgesamt 780 710 Quadratmetern. Das sind pro Kopf 51,7 Quadratmeter. Der deutsche Durchschnitt liegt laut Schaaf bei 46,5 Quadratmetern. Die meisten Geschosswohnungen, nämlich 1017, bieten das Selbwerk und der Bauverein Selb an.

Angeboten werden laut Schaaf vor allem Wohnungen mit drei oder vier Räumen (50 Prozent). Wohnungen mit sechs oder sieben Räumen machten ein knappes Viertel des Bestandes aus. Dagegen sei der Anteil der Ein- und Zweizimmerwohnungen mit sieben Prozent vergleichsweise gering. Die Mieten bewegen sich zwischen 2,20 und 6,65 Euro pro Quadratmeter. "Das ist etwa auf einem vergleichbaren Niveau mit den umliegenden Städten und Gemeinden." Schaaf merkte aber an, dass dieses Mietpreisniveau "unrentierlich" sei. Das habe zu einem Investitionsstau geführt.

Leer stehen nach Angaben des Planers 465 Wohnungen im Stadtgebiet, eine Quote von 5,4 Prozent. Die meisten Leerstände gebe es in der Kernstadt einschließlich der Ortsteile Erkersreuth und Selb-Plößberg. Grundsätzlich gebe es - vor allem vor dem Hintergrund der guten Nachfrage - einen großen Neubaubedarf.

Das Büro legte auch eine Einschätzung des Sanierungsstandes vor. In Stopfersfurth sowie in den Bereichen Carl-Netzsch-Straße, Kappel, Krötenwiese, Selb-West und Siedlung-Süd gebe es einen guten Sanierungsstand. In der Innenstadt, in Selb-Ost und Vorwerk besteht laut Schaaf höherer Handlungsbedarf. Der Anteil der unsanierten Gebäude sei dort überdurchschnittlich hoch. Wie Schaaf weiter sagte, müssten die bestehenden Wohnungen an die aktuellen Wohnansprüche angepasst werden. Er meinte dabei vor allem barrierearme Ein- und Zweizimmerwohnungen.

Der Nachfrage widmete sich dann Tanja Korzer. Nach dem Bevölkerungsrückgang in den Zeiten des Strukturwandels weise die Stadt seit 2015 wieder leicht wachsende Einwohnerzahlen auf. Das sei vor allem auf die Zuwanderung zurückzuführen. So liege die Einwohnerzahl 2018 bei 15 584. Kleiner werde allerdings die Haushaltsgröße. Lag sie 1987 noch bei 2,16, schrumpfte sie auf 1,9 im Jahr 2011 - und lag damit im bayerischen Trend. Trotzdem könnte die Zahl der Einwohner bis 2032 bis auf knapp 16 000 steigen. Vor dem Hintergrund einer guten und stabilen wirtschaftlichen Entwicklung der Selber Wirtschaft und einer aktuellen Arbeitslosenquote von 5,5 Prozent könne man davon ausgehen, dass Wohnungen gut nachgefragt werden. Gesucht würden zum einen kleine Wohnungen für Singlehaushalte (etwa Fachschüler), andererseits aber auch Zwei-bis Dreizimmerwohnungen für Mieter jenseits der 70. Interessant seien auch die Daten einer Pendlerbefragung. Von 4086 Einpendlern könnten sich hochgerechnet 776 davon vorstellen, in Selb zu wohnen.

Auf der Basis dieser Zahlen ergäben sich drei Handlungsfelder. Zunächst gehe es darum, weitere Anreize für Neubauten zu schaffen sowie die Inhaber bei der Modernisierung zu unterstützen. Inhalt des zweiten Handlungsfeldes sei es, die vorhandenen Bauplätze weiterzuentwickeln, neue zu erschließen und im Rahmen des Generationswechsels kleinere Wohnungen zu bauen. Auch sollten bestehende Wohnungen an die Ansprüche jüngerer Generationen angepasst werden. Drittens sollten die Versorgungsinfrastruktur nicht nur gehalten, sondern verbessert, das Wohnumfeld aufgewertet und die Wohnquartiere an die Innenstadt angebunden werden.

Wie Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch sagte, sind diese Rahmendaten für die Weiterentwicklung sehr wichtig. Der Vortrag bestätige auch den eingeschlagenen Weg. Um für die Einpendler attraktiver zu werden, habe man Neubaugebiete erschlossen, von privater Seite würden Geschosswohnungen gebaut. Zwar habe das Selbwerk aufgrund der vielen Sanierungen momentan keine Möglichkeit, selbst zu bauen oder ein neues IQ-Projekt aufzulegen, aber man habe gut gewirtschaftet. Zudem habe die Stadt im Rahmen des Masterplans Innenstadt mit staatlicher Unterstützung ein kommunales Förderprogramm für die Hausbesitzer aufgelegt. "Dabei haben wir gute Erfahrungen gemacht", sagte Pötzsch. Bislang haben sich demnach 25 Hausbesitzer gemeldet, die in ihre eigene Immobilie investieren. Auch schiebe der Freistaat Bayern im sozialen Wohnungsbau nach. Möglicherweise ergäben sich dort weitere Fördermöglichkeiten.

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Das Wohnungsmarktkonzept des Planungsbüros UMS ist zu den normalen Öffnungszeiten im Bauamt einzusehen.

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Andreas Godawa

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Veröffentlicht am:
02. 12. 2019
16:44 Uhr

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02. 12. 2019
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