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Hohenberg gedenkt friedlicher Revolution

Zur Feierstunde anlässlich des Tags der Deutschen Einheit spricht Jörg Nürnberger. Er erinnert an die Menschen, die gewaltfrei für ein geeintes Land auf die Straße gegangen sind.



Erinnerten an die friedliche Revolution, die Ost und West zusammenbrachte: SPD-Kreisvorsitzender Jörg Nürnberger und Bürgermeister Jürgen Hoffmann (rechts). Foto: Silke Meier
Erinnerten an die friedliche Revolution, die Ost und West zusammenbrachte: SPD-Kreisvorsitzender Jörg Nürnberger und Bürgermeister Jürgen Hoffmann (rechts). Foto: Silke Meier  

Hohenberg - An der Friedenseiche haben Hohenberger Bürger den Tag der Deutschen Einheit gefeiert. Die "Hohbercher Feierwehrkapelln" umrahmte die Feier musikalisch. Bürgermeister Jürgen Hoffmann betonte, eine Generation ohne Erinnerung an das geteilte Deutschland sei in den vergangenen 28 Jahren heran gewachsen. Hoffmann dankte der Kapelle, den Pfarrern Sandra Herold und Stefan Prunhuber, den zahlreichen Gästen sowie Festredner und SPD-Kreisvorsitzenden Jörg Nürnberger.

"Hohenberg nimmt in der Geschichte unserer Heimat einen besonderen Platz ein", sagte Nürnberger. Seit Jahrhunderten sei Hohenberg eine Stadt an der Grenze, mal als Grenzfestung, mal als Tor zu den Nachbarn. Seit mehr als 600 Jahren sei hier greifbar, was es bedeute, an einer Grenze und mitten in Europa zu leben. Die Länder, die Regime und Regierungen haben gewechselt, die Grenze sei geblieben. Seit fast drei Jahrzehnten nun gelte die Grenze nicht mehr als unüberwindbare Hürde, sondern als Einladung, den Nachbarn kennenzulernen. "Wir Menschen aus der Grenzregion nehmen diese Einladung an. Wir machen etwas daraus." Nürnberger erinnerte an die Wende, als unter dem Ruf "Wir sind das Volk" und "Havel na hrad" (Havel auf die Burg) in der damaligen Tschechoslowakei die Freiheit und die Demokratie neu erkämpft wurden. Unrecht und Willkür seien von der Herrschaft des Rechts abgelöst worden.

Den Bürgerrechtlern und Dissidenten beider Länder sei es zu verdanken, dass die friedliche, im tschechischen Kontext die samtene Revolution, gewaltfrei verlief. Nürnberger würdigte das Vermächtnis der Bürgerrechtler in der Zeit von 1989, die mit friedlichen Mitteln für Demokratie und Freiheit kämpften. "Sie haben sich nicht von rechten Verführern und Volksverdummern zu Hass gegen Fremdes und Unbekanntes aufstacheln lassen." Kein Verständnis hat Nürnberger für Menschen, die "an unsere freiheitliche Demokratie die Axt anlegen wollen". Die freiheitliche, pluralistische Demokratie gelte es gegen Feinde von innen, links, rechts oder religiös motiviert, zu verteidigen. Die Demokratie sei nicht selbstverständlich und Aufgabe und Verpflichtung einer Gesellschaft. Deshalb seien Menschen gefragt, die in der kommunalen Selbstverwaltung, in den Parlamenten und im Ehrenamt bewusst Verantwortung übernehmen.

Es sei zudem Aufgabe der demokratischen Staaten, die technologischen, gesellschaftlichen und globalen Veränderungen menschlich erträglich zu gestalten. Demokratie bedeute, um die besten Lösungen zu ringen, für Überzeugungen zu kämpfen und Andersdenkende zu respektieren. Nürnberger sagte auch, es müsse auf die Streitkultur und die Sprache geachtet werden. Populismus, der für komplexe Probleme einfache Lösungen biete, müsse misstraut werden. Nürnberger wörtlich: "Ich misstraue denen, die vom gesunden Menschenverstand sprechen, der nur eine Lösung kennt."

Mit einer Andacht der beiden Geistlichen und der Nationalhymne endete die Feierstunde an der Friedenseiche.

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Silke Meier
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Veröffentlicht am:
04. 10. 2018
18:18 Uhr

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95352 Hohenberg
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04. 10. 2018
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