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Selb

In Schönwald entsteht ein Friedwald

Einstimmig fasst der Stadtrat einen entsprechenden Grundsatzbeschluss. Die Bestattungsstätte kann damit im Wald der Von-der-Borch’schen Forstverwaltung entstehen.



Immer mehr Menschen wünschen sich eine Bestattung in der Natur, also in einem Friedwald. Einen solchen will die Von-der-Borch’sche Forstverwaltung bei Schönwald anlegen. Der Stadtrat stimmte dem zu.	Foto: Martin Schutt/dpa
Immer mehr Menschen wünschen sich eine Bestattung in der Natur, also in einem Friedwald. Einen solchen will die Von-der-Borch’sche Forstverwaltung bei Schönwald anlegen. Der Stadtrat stimmte dem zu. Foto: Martin Schutt/dpa  

Schönwald - Für viele Menschen ist es eine beruhigende Vorstellung, in der Natur unter einem Baum bestattet zu werden. Das wird wahrscheinlich ab dem kommenden Jahr auch in Schönwald möglich sein: Gleich in seiner ersten Sitzung in der neuen Legislaturperiode hat der Schönwalder Stadtrat einen Grundsatzbeschluss gefasst, nach dem in einem Waldstück der Von-der-Borch’schen Forstverwaltung ein Friedwald entstehen kann - der erste im Fichtelgebirge.

Das Thema hatte der Stadtrat bereits in nichtöffentlicher Sitzung vorberaten, am Mittwoch stellten Louis von der Borch und Franz Freiherr von Rotenhan, Geschäftsführer der Tombar GmbH, die sich mit der Projektierung und Betriebsführung von naturnahen Friedhöfen befasst, die Planungen detaillierter vor.

Beabsichtigt ist demnach, auf einer Teilfläche zweier Waldstücke einen Friedwald für Urnenbestattung anzulegen. Das Areal befindet sich an der Sophienreuther Straße, etwa 500 Meter hinter dem städtischen Friedhof. Wie Bürgermeister Klaus Jaschke sagte, soll der Friedwald in Kooperation mit der Verwaltung des "Wald- und Naturfriedhof Frankenwald" mit Standorten in Issigau und Naila entstehen. Dazu müssten mehrere Verträge zwischen der Stadt, der Forstverwaltung und der Reitzensteiner Land- und Forstwirtschafts GmbH geschlossen werden, damit auch die Friedhofsgebühren abgerechnet werden können. Das darf nämlich nur eine Kommune oder eine kirchliche Einrichtung.

Rechtlich gibt es offenbar keine Schwierigkeiten. Laut Jaschke hat das Landratsamt Wunsiedel auf eine Anfrage der Stadt mitgeteilt, dass in diesem Fall kein Bebauungsplan aufgestellt werden muss und auch eine Änderung des Flächennutzungsplanes nicht zwingend erforderlich ist.

An dem Friedwald selbst soll ein kleiner Parkplatz für etwa fünf bis zehn Autos entstehen. Damit soll auch älteren oder gehbehinderten Trauergästen die Möglichkeit gegeben werden, den Friedwald zu erreichen.

Das Gelände selbst soll zunächst etwa zwei bis vier Hektar groß werden, könnte aber bei entsprechender Nachfrage auf bis zu 15 bis 20 Hektar erweitert werden. Auf Nachfrage von Michael Rehwagen (SPD) sagte Rotenhan, dass pro Hektar etwa 1000 Grabstellen möglich seien, jeweils zehn bis zwölf an jedem Baum. Die Erfahrung zeige, dass etwa an jedem dritten oder vierten Tag mit einer Bestattung zu rechnen sei, wobei allerdings die Trauergesellschaften relativ klein seien.

Diskutiert, aber noch nicht endgültig entschieden wurde der Vorschlag, vom Parkplatz des städtischen Friedhofes einen Fußweg parallel zur Allee in der Sophienreuther Straße zum Friedwald zu führen. Mit diesem Thema will sich der Stadtrat zu gegebener Zeit noch einmal befassen. Bürgermeister Jaschke führte an, dass die Friedhofshalle des städtischen Friedhofes auch für Trauerfeiern genutzt werden kann. Und natürlich könne man auch auf dem Parkplatz parken und den Friedwald dann zu Fuß erreichen.

Auf Nachfrage von Danny Stopp (SPD) sagten von der Borch und von Rotenhan, dass der Friedwald eine Einfriedung erhalten soll. Möglich seien ein Handlauf, eine Hecke oder auch eine stärkere Kordel. Bekanntmachen werde man das Angebot über das Internet, die Bestattungsunternehmen der Region sowie über Broschüren. Laut Louis von der Borch sei das Interesse an Friedwäldern groß, wobei sich nicht nur Einheimische in solchen Anlagen eine Ruhestätte aussuchten.

Grundsätzlich sei der Ort für einen Friedwald ideal. Natürlich werde man das Areal mit Bänken oder einem Kreuz gestalten. Von der Borch dankte dem Stadtrat für das Interesse an der Idee, die große Chancen in sich berge. Immerhin wäre der Friedwald der erste in der Region. Er versicherte, dass mit den Partnern im Hintergrund ein erfahrenes Team stehe.

Ursula Tuscher (CSU) fragte, bis wann die Planung umgesetzt werden könnte. Rotenhan antwortete, dass dies relativ schnell geschehen könnte. Da man keine bürokratischen Hürden wie Bebauungsplan oder Änderung des Flächennutzungsplan im Wege stünden, könnte der Friedwald bis zum Frühjahr oder Sommer des kommenden Jahres vorbereitet sein.

Die beiden Fraktionssprecher Ursula Tuscher und Michael Rehwagen bewerteten das Projekt als sehr positiv, zumal alternative Bestattungsformen durchaus nachgefragt seien. Bürgermeister Klaus Jaschke sagte, der Friedwald eine schöne Ergänzung des städtischen Friedhofes. Einstimmig beauftragte der Stadtrat die Verwaltung, die rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen und die notwendigen Verträge vorzubereiten, über die dann noch beraten werden soll.

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Andreas Godawa

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Veröffentlicht am:
15. 05. 2020
15:46 Uhr

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