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In Selb heißt es bald "Bei Anruf Bus"

Am 15. Dezember beginnt der Bedarfsverkehr. Dann fahren Kleinbusse nach dem konkreten Wunsch der Passagiere. Die können sich telefonisch anmelden.



Flexibler und bedarfsgerechter soll der Öffentliche Personennahverkehr in Selb werden. Deswegen startet in zwei Wochen der Bedarfsverkehr. Foto: Florian Miedl
Flexibler und bedarfsgerechter soll der Öffentliche Personennahverkehr in Selb werden. Deswegen startet in zwei Wochen der Bedarfsverkehr. Foto: Florian Miedl  

Selb - Der Busverkehr in Selb wird sich verändern - und zwar grundsätzlich. Bereits am 15. Dezember beginnt die Testphase des Bedarfsverkehrs in Selb. Das bedeutet schlicht nichts anderes, als dass der Anrufbus seinen Dienst aufnimmt. Das neue Konzept stellten jetzt Tobias Köhler und Eduard Frank aus dem Landratsamt dem Stadtrat vor.

Autonomer Bus und Car-Sharing

Selb wird eine von zwei ausgewählten Teststrecken für einen autonom fahrenden Bus . Laut Thomas Köhler soll der zwischen dem Bahnhof und der Innenstadt verkehren. Walter Wejmelka regte an, mit dem autonomen Bus das Rosenthal-Outlet mit der Schillerstraße zu verbinden.

Köhler äußerte sich auch zum laufenden Car-Sharing-Projekt in Selb. Sein Fazit: Es läuft gut. Seit dem 25. Juni gebe es Car-Sharing in Selb. In den 600 gebuchten Stunden sind nach seinen Angaben 11 000 Kilometer gefahren worden, pro Fahrt im Durchschnitt 300 Kilometer. Die längste Fahrt lag bei 1503 Kilometern. Insgesamt haben sich 70 Nutzer beim Betreiber Mikar registriert, sagte Köhler.

 

Schon vor dem Referat dankte Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch den beiden Experten. "Wir wollen einen attraktiven Öffentlichen Personennahverkehr." Dazu müsse er innovativ weiterentwickelt werden. Das bedeute aber auch Veränderung und Umdenken.

 

Tobias Köhler, Büroleiter des Landrates, erläuterte zunächst den Ist-Zustand. Die Linie 11, also der Selber Stadtbus, sei für die Verkehrsgemeinschaft Fichtelgebirge (VGF) langfristig nicht wirtschaftlich. Das liege an den sinkenen Einwohner- und Schülerzahlen, aber auch an den steigenden Dieselpreisen und dem schon problematischen Fahrermangel. Deswegen sei eine Überarbeitung des Fahrplans unumgänglich, bringe aber auch Leistungseinschränkungen. Wirksam werden die Änderungen voraussichtlich zum 1. April. Bis dahin läuft der Linienverkehr wie gehabt.

"Wir müssen flexibler und bedarfsorientierter werden", sagte Köhler. Die Lösung sei der Bedarfsverkehr. Das bedeutet im Klartext: Kleinbusse oder Pkw fahren nur, wenn ein konkreter Fahrtwunsch angemeldet wird. "Wir sprechen hier im Prinzip von einem Anrufbus."

Das System ist eigentlich ganz einfach: Der Passagier meldet sich spätestens eine Stunde vor der gewünschten Abfahrtszeit telefonisch bei der Fahrtwunschzentrale unter der Telefonnummer 09232/80700 an. Die Zentrale ist nach Angaben von Köhler täglich von 6.30 bis 21 Uhr erreichbar. Der Bus fährt dann wirklich nur an die Haltestellen, an denen auch ein Passagier steht. Der Fahrer kann somit die schnellste Route wählen. Die Preise bleiben dabei gleich, es gilt der normale Hochfranken-Tarif.

Eduard Frank erläuterte das Prozedere an einem Beispiel. Der Kunde gibt in der Wunschzentrale zum Beispiel an, wann er am Selber Bahnhof sein muss, um seinen Zug zu erreichen. Daraus errechnet die Zentrale, wann er abgeholt werden muss, um etwa aus Stopfersfurth zum Bahnhof zu kommen. Sollte sich ein weiterer Fahrgast anmelden, müsste der Stopfersfurther etwas früher abgeholt werden. Allerdings muss man sich bei Busfahrten am frühen Morgen bis 21 Uhr am Vorabend anmelden. "Wir können aber flexibel reagieren, um den Fahrgast zu seiner Wunschzeit am Bahnhof zu haben."

Wie Tobias Köhler weiter erklärte, übernimmt das Unternehmen Mietauto Licha diesen Dienst in Selb. In der Anfangsphase werden zunächst die innenstadtnahen Ortsteile integriert, im Laufe des Jahres dann die weiteren Ortsteile. Ziel ist laut Köhler langfristig die Einführung des Bedarfsverkehrs im gesamten Landkreis.

"Der Vorteil des Bedarfsverkehrs ist die flexible Ergänzung des Linienverkehrs", ist sich Köhler sicher. Vor allem dann, wenn der Linienbus nicht oder nicht mehr fährt, zum Beispiel abends, nachts oder an den Wochenenden.

Den Planern schweben auch mehr Kundennähe und Freundlichkeit vor. So könnte der Fahrer den Fahrgast - wenn es der Fahrplan und die örtlichen Bedingungen zulassen - auf Wunsch auch vor der Haustür aussteigen lassen.

"Wir bauen dabei auf den Erkenntnissen anderer auf", sagte Oberbürgermeister Pötzsch. Im Landkreis Weiden laufe ein ähnliches Konzept bereits erfolgreich. Natürlich werde man nach einer Testphase das ganze Projekt überprüfen und gegebenenfalls anpassen.

Köhler ergänzte, dass auch eine Handy-App für alle Mobilitätsformen im Landkreis entwickelt werden soll. Kai Hammerschmidt (SPD) war in diesem Zusammenhang besonders wichtig, dass man das neue System den Menschen auch erklärt. "Egal, was technisch kommt: Es wird immer die telefonische Anmeldung geben", beruhigte OB Pötzsch.

Carsten Hentschel (CSU) und Anneliese Schade (Aktive Bürger) bemängelten, dass es auch Anpassungen im Schülerverkehr geben soll. Köhler hatte gesagt, dass Schüler im Bus auch stehen müssten. Hentschel stellte die Sicherheit der Schulkinder in den Vordergrund, Schade bemängelte, dass schon jetzt viele Schüler stehen müssten. "Im Schulbus müssen sie stehen, aber wenn wir einen Ausflug unternehmen, müssen alle sitzen und angeschnallt sein."

Auch die Ortssprecher Matthias Häußer und Adolf Stöhr wiesen auf Probleme bei der Schülerbeförderung hin.

Köhler und Frank war das Problem durchaus bewusst. Allerdings seien Stehplätze in ganz Deutschland üblich. Und der Bus bleibe das sicherste Verkehrsmittel für Schüler. Köhler versicherte, dass sich die Situation nicht wesentlich verschlechtern werde.

Carsten Hentschel regte ein Busfahr-Training für die jüngeren Schüler an. Eduard Frank sagte zu, das zu organisieren.

Walter Wejmelka (SPD) sagte, eines der größten Probleme sei die Anbindung von Selb zum Bahnhof Marktredwitz. Die schlechte Verbindung sei ein klarer Standortnachteil für Selb. Laut Eduard Frank sei auch auf dieser Strecke ein Bedarfsverkehr geplant. Außerdem gebe es Pläne des Freistaats Bayern, Schnellbusse auf solchen Strecken einzusetzen. "Da ist aber noch viel im Ungewissen", sagte Frank. "Wir haken permanent nach", versprach Tobias Köhler.

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Veröffentlicht am:
28. 11. 2019
16:00 Uhr

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Veröffentlicht am:
28. 11. 2019
16:00 Uhr



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