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Selb

Industrie macht Lust auf Technologie

Neun Firmen aus der Region öffnen am MINT-Tag ihre Türen und geben Schülern Tipps für den Berufseinstieg. Damit gehen sie gegen den Fachkräftemangel an.



Ausbildungsleiter Thorsten Schönauer führte die Schüler durch die Produktion der Firma Netzsch. Foto: Katharina Melzner
Ausbildungsleiter Thorsten Schönauer führte die Schüler durch die Produktion der Firma Netzsch. Foto: Katharina Melzner   » zu den Bildern

Selb - Als Technologiestandort braucht Selb viele kluge Köpfe. In Oberfranken gibt es einige "Hidden Champions", also relativ unbekannte Unternehmen, die aber in ihrer Branche Weltmarktführer sind. So groß das Potenzial ist, so sehr fehlt es der Region aber ganz gravierend an etwas anderem, nämlich an Fachkräften. Denn immer weniger Jugendliche entscheiden sich nach dem Schulabschluss für eine naturwissenschaftlich-technische Ausbildung oder ein Studium in diesem Bereich.

Beim sogenannten MINT-Tag - die Abkürzung steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik - konnten am Dienstag knapp 200 Gymnasiasten, Fachober- und Berufsschüler aus neun Schulen in weltweit agierende Unternehmen der Region hineinschnuppern und dabei wertvolle Tipps für einen praxisorientierten Berufseinstieg erhalten. Mit dem MINT-Tag, der bis 2016 Selber Hochschultag hieß, haben die Veranstalter eine Veranstaltung weitergeführt, die in dieser Form einmalig ist. Dabei waren die Firmen BHS Tabletop, BSZ Produktdesign und Prüftechnik, H. C. Starck, Lamilux, Linseis, Netzsch, Rapa, Textilveredlung Drechsler und Vishay.

"Dieser Tag ist für junge Menschen gemacht", sagte Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch bei der Begrüßung im Rosenthal-Theater. "Er hat einen besonderen Wert, weil die Schüler die Fachkräfte von morgen sind und entscheidend zur zukünftigen Entwicklung unserer High-Tech-Region beitragen." Die Initiative könne jungen Menschen zeigen, welche attraktiven Arbeitsplätze die Firmen zu bieten haben und ihnen dadurch Zukunftsperspektiven aufzeigen. "Es ist beeindruckend, was unsere Selber Unternehmen auf die Beine stellen, um junge Menschen für technische Berufe zu begeistern", sagte Pötzsch. Mit der Unterstützung des Oberbürgermeisters starteten die neun Unternehmen, die neun Schulen sowie vier Organisationen - die Stadt Selb, die Wirtschaftsregion Hochfranken, die Agentur für Arbeit und das Landratsamt Wunsiedel - die Initiative, um dem Engpass an Fachkräften gezielt entgegenzuwirken.

Begonnen hatte die Veranstaltungsreihe bereits am 16. Januar. Im Schloss Erkersreuth trafen sich damals Schüler mit Vertretern der Unternehmen zu einer Diskussionsrunde. Professor Stefan Wengler, Dozent für Internationales Marketing und Marketing Management an der Hochschule Hof, referierte dort zum Thema "Digitale Revolution".

Nach einer kurzen Einführung am Dienstag im Rosenthal-Theater ging es für die Schüler aus dem Walter-Gropius-Gymnasium Selb, dem Otto-Hahn-Gymnasium Marktredwitz, dem Luisenburg-Gymnasium Wunsiedel, dem Hochfranken-Gymnasium Naila, dem Jean-Paul-Gymnasium Hof, dem Johann-Christian-Reinhard Gymnasium Hof, dem Gymnasium Münchberg, dem Schiller-Gymnasium Hof und der Staatlichen Fachoberschule und Berufsschule Hof zu ihren gebuchten Exkursionen in die Unternehmen aus Selb und der Umgebung. "Die Hauptattraktion seid heute ihr", gab Dr. Roman Pausch, geschäftsführender Gesellschafter bei dem Selber Familienunternehmen Rapa den Schülern mit auf dem Weg. Das Unternehmen hat den MINT-Tag auf die Beine gestellt.

Schon vor der Veranstaltung konnten die Schüler aus neun verschiedenen Exkursionen wählen und sich dafür anmelden. Hineinschnuppern konnten die Jugendlichen in Zukunftsthemen wie Ressourceneffizienz, Digitalisierung, E-Mobilität, Industrie 4.0, Internet of Things und deren Herausforderungen. Einblicke gewannen sie unter anderem in die Textilveredlung, Tageslichtsysteme, Glasdachkonstruktionen, Gebäudesteuerungen, in die moderne Porzellanfertigung, in Messmethoden zur Erforschung physikalischer Eigenschaften von Werkstoffen oder in Chemielabore.

Bei der Firma Netzsch etwa zeigte Dajana Prellwitz aus der Personalentwicklung 28 Schülern, wie spannend und vielfältig die Einsatzbereiche von Ingenieuren und Naturwissenschaftlern sind und welchen Herausforderungen sie sich zukünftig stellen - darunter die Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen, die Entwicklung der Mobilität von morgen, die Revolutionierung von Blut- und Organspenden oder die Probleme des Klimawandels, des Plastikmülls und des Umweltschutzes. Bei einem Rundgang durch das Gebäude in der Wittelsbacherstraße erklärte Physikerin Rebekka Taubmann den Schülern unter anderem, wie das "Isotherm Battery Colorimeter" funktioniert, das die Effizienz von Batterien über Temperatur misst.

In Anschluss machten die Schüler Experimente mit Gummibärchen, die die teilweise komplexen Messverfahren veranschaulichen. Nach einer Diskussionsrunde und einem Mittagessen ging es für die Schüler wieder zurück ins Rosenthaltheater.

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Katharina Melzner
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Veröffentlicht am:
06. 02. 2018
16:18 Uhr

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Katharina Melzner

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Veröffentlicht am:
06. 02. 2018
16:18 Uhr



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