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Selb

Klares Votum für einen Kreisverkehr

Der Selber Stadtrat entscheidet sich gegen eine Ampelregelung auf dem Goetheplatz. Ein Kreisel verhindert laut Expertenaussage Staus vor dem Bahnhof.



Vor dem Bahnhof Selb-Stadt wird ein Kreisverkehr entstehen. Dafür hat sich der Selber Stadtrat einstimmig ausgesprochen. Grafik: Stadt Selb
Vor dem Bahnhof Selb-Stadt wird ein Kreisverkehr entstehen. Dafür hat sich der Selber Stadtrat einstimmig ausgesprochen. Grafik: Stadt Selb  

Selb - Der Straßenverkehr muss fließen - zügig und soweit möglich ohne Staus. Deswegen hat sich der Stadtrat Selb in seiner Sitzung am Mittwoch klar für den Bau eines Kreisverkehrs entschieden. Das Bemerkenswerte: Der Siegerentwurf des Wettbewerbs Europan 15, der im April im Ferienausschuss diskutiert wurde, hatte keinen Kreisverkehr mehr vorgesehen.

Abriss am Marienplatz

Für den geplante Kreisverkehr am Marienplatz müssen die leerstehenden Häuser Vielitzer Straße 2 und 4 sowie Marienstraße 20 abgerissen werden. Die Kostenschätzung dafür lag ursprünglich bei 300 000 Euro, wobei zunächst die Ingenieurleistungen ausgeschrieben werden sollen. Laut Bauamtsleiter Resch ist im Haushalt 2020 dafür kein Geld eingeplant. Der Stadtrat folgte seinem Vorschlag, die benötigten 300 000 Euro durch Einsparungen an anderer Stelle zu decken.

 

Wie Bauamtsleiter Helmut Resch sagte, hat die Verwaltung eben auf Wunsch des Ferienausschusses eine Stellungnahme des Verkehrsplaner Robert Ulzhöfer vom Büro Stadt-Land-Verkehr eingeholt. Der habe daraufhin vier Möglichkeiten verglichen: einen Kreisverkehr, eine abknickende Vorfahrt wie bisher, eine Kreuzung ohne Ampel, eine Kreuzung mit Ampel.

 

Und dabei hat der Kreisverkehr aus verkehrlicher Sicht am besten, nämlich mit der Qualitätsstufe A abgeschnitten: Die Mehrzahl der Verkehrsteilnehmer kann den Knotenpunkt ungehindert passieren. Die abknickende Vorfahrtstraße würde nur die Qualitätsstufe F erreichen: Die Fahrzeuge würden sich stauen, es käme zu extrem langen Wartezeiten und einer Überlastung der Kreuzung. Auch die Kreuzungslösungen mit und ohne Ampel würden zu spürbaren Wartezeiten führen. "Schaut man rein auf die verkehrstechnische Gestaltung des Goetheplatzes, kommt eigentlich nur eine Kreisverkehrsanlage in Frage", fasste Resch zusammen. Allerdings gäben die Planer aus städtebaulicher Sicht eine klar gegliederten Kreuzung den Vorzug. Aus ihrer Sicht könnte der Bahnhofsvorplatz besser strukturiert werden. Außerdem benötige der Kreisel etwas mehr Fläche als eine Kreuzung.

Bei allen Optionen empfehlen die Planer allerdings, das Linksabbiegen von der Friedrich-Ebert in Richtung Albert-Pausch-Ring und auch das Linksabbiegen von der Hofer in die Friedrich-Ebert-Straße nicht mehr zu erlauben.

In der Diskussion sprach sich Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch für den Kreisverkehr aus, der einen geringeren Unterhalt mit sich bringe. Ramona Jülke-Miedl (Aktive Bürger) stimmte dem zu, fragte aber, wie der Fußgängerverkehr geleitet werden soll. Pötzsch antwortete, dass ein Kreisverkehr den Autoverkehr stark abbremse. Dies komme der Sicherheit der Fußgänger und Radfahrer zugute. Eventuell könne man auch noch Fahrbahnteiler einbauen.

Auch für CSU-Fraktionssprecher Wolfgang Kreil ist ein Kreisel besser als eine Ampel. Er plädierte aber dafür, das Linksabbiegen aus der Ebert-Straße weiter zuzulassen, da die Einmündung kein Unfallschwerpunkt sei. Er brachte auch den früher diskutierten ellipsenförmigen Kreisverkehr ins Gespräch. Dazu sagte Pötzsch, dass die Ellipsenform von der Fläche ein doppelter Kreisverkehr sei und auch aus finanzieller Hinsicht in keinem Verhältnis stehe.

Resch fügte an, dass die früher diskutierte Ellipse aus städtebaulicher Sicht die schlechteste Lösung sei. Dann könne man den Bahnhofsvorplatz nicht wirklich gestalten, zum anderen bilde diese Form des Kreisverkehrs eine große Barriere auf dem Weg in die Innenstadt.

Roland Schneider (Freie Wähler Selb) plädierte ebenfalls für einen "normalen" Kreisverkehr: "Das ist die beste Lösung." Er stimmte mit Kreil überein, dass man das Linksabbiegen aus der Ebert-Straße durchaus zulassen sollte. Aus Richtung der Geschwister-Scholl-Straße gebe es ja eine ähnliche Situation. Die gleiche Position vertrat auch Walter Wejmelka für die SPD-Fraktion.

Letztlich stimmte der Stadtrat einstimmig für einen Kreisverkehr. Die Situation beim Linksabbiegen soll noch einmal geprüft werden.

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Andreas Godawa

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Veröffentlicht am:
26. 06. 2020
16:14 Uhr

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26. 06. 2020
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