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Selb

Letzte Exkursion in die Häuselloh

Professor Dr. Dr. Mosandl geht in Pension. Die Verbindung zu seinem Selber Forst will er aber nicht abreißen lassen. Seinem Nachfolger legt er die Studien-Fahrt ans Herz.



Das Bild zeigt die Studenten der Forstwirtschaft bei der Führung durch den Schausteinbruch mit Erwin Ott und Dieter Rothemund vom Schausteinbruch-Team sowie Professor Dr. Dr. Reinhard Mosandl (von links). Foto: Gisela König
Das Bild zeigt die Studenten der Forstwirtschaft bei der Führung durch den Schausteinbruch mit Erwin Ott und Dieter Rothemund vom Schausteinbruch-Team sowie Professor Dr. Dr. Reinhard Mosandl (von links). Foto: Gisela König  

Selb - Es ist ein Abschied auf Raten gewesen. Doch nun ist es endgültig: Professor Dr. Dr. Reinhard Mosandl, Lehrstuhlinhaber für Waldbau an der Technischen Universität München, hat am Freitag mit seinen Studenten letztmalig die Häuselloh besucht. Bereits im vergangenen Jahr sollte es sein letzter Tag als Professor sein, aber der ehemalige Selber Forstamtsleiter musste noch ein Jahr anhängen. "Das langwierige Prozedere um einen Nachfolger erforderte ein Nachsitzen", sagte er.

Seit über 25 Jahren war Mosandl jährlich mit den Studenten der Forstwirtschaft zum Abschluss des achten Semesters während einer einwöchigen Rundfahrt durch Bayern "zum krönenden Abschluss" nach Selb gekommen, um den jungen Leuten die Besonderheiten des Selber Forsts und die Attraktionen in der Häuselloh zu zeigen, an deren Entstehung er nicht unwesentlich beteiligt war.

Bereits für 2020 kündigte der zukünftige Ruheständler seinen nächsten Besuch an. Dann aber sicherlich nicht mehr mit Studenten, sondern anlässlich des Jubiläums 25 Jahre Meilerei auf der Häuselloh und als bekennender Freund des Selber Forsts.

Vor der Führung erläuterte Professor Mosandl seinen Studenten die Besonderheiten dieses einzigen Schausteinbruchs nördlich der Alpen und dankte dem Verein Europäische Natur- und Kulturlandschaft Häuselloh (ENKL) mit Ehrenvorsitzendem Hans Popp an der Spitze sowie der Schausteinbruch-Truppe um Erwin Ott für ihr Engagement, dieses einmalige Ensemble mitten im Wald zu erhalten.

Reinhard Mosandl machte deutlich, dass Schausteinbruch und Meilerei in der Häuselloh nicht von allein entstanden sind und erinnerte an die Zeit zu Beginn der 1990er-Jahre, als er das Selber Forstamt leitete und der damalige Revierförster Hans Popp ihn um Unterstützung für die Realisierung seiner Visionen auf der Häuselloh gebeten hatte. Auch er, Mosandl, habe erkannt, dass es schade wäre, den Steinbruch auf der Häuselloh nach seiner Stilllegung wie geplant zu verfüllen und die Gebäude abzubrechen. Gemeinsam mit zahlreichen Fürsprechern sei es Popp und ihm schließlich gelungen, ihre Anliegen bei der Forstdirektion durchzusetzen. Und es sei etwas Beeindruckendes dabei herausgekommen.

Hans Popp seinerseits lobte die Arbeit der Häuselloh- und Schausteinbruch-Idealisten und erinnerte an die Zeit, als es mehr als 60 Granitsteinbrüche im Fichtelgebirge gab. Der Paukersche Steinbruch in Selb sei zwar nur ein kleiner gewesen, er stand jedoch in enger Verbindung zur örtlichen Porzellanindustrie. Denn dort entstanden die früher zur Porzellanherstellung benötigten Kollergänge aus feinkörnigem Granit. Popp erzählte von der harten Arbeit im Steinbruch und betonte, dass die Mannschaft um Erwin Ott sich in den Steinbruchalltag förmlich hineingelebt habe und das zahlreichen Gruppen auch spannend und anschaulich vermittle.

Das gelang Erwin Ott, Dieter Rothemund, Hans Thüring und ihren Helfern auch diesmal, sodass die Studenten aus dem Staunen nicht mehr herauskamen. Professor Mosandl versicherte abschließend, dies sei sicher nicht der letzte Besuch von Forstwirtschafts-Studenten in der Häuselloh gewesen. Davon wolle er seinen Nachfolger überzeugen. Und an Überzeugungskraft mangelt es ihm nicht, wie er schon während seiner Zeit in Selb deutlich gemacht hatte.

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Gisela König

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Veröffentlicht am:
12. 08. 2019
17:00 Uhr

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12. 08. 2019
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