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Selb

Letzter Arbeitstag in der Häuselloh

Noch einmal kommt Reinhard Mosandl mit seinen Studenten in den Selber Forst. Der Professor war treibende Kraft hinter den Entwicklungen dort.



Ein letztes Mal in offizieller Mission: Professor Mosandl mit seinen Studenten sowie Hans Popp, Hubert Fellermeyer vom Forstbetrieb und den Helfern aus Steinbruch und Moor.	Fotos: G. K.
Ein letztes Mal in offizieller Mission: Professor Mosandl mit seinen Studenten sowie Hans Popp, Hubert Fellermeyer vom Forstbetrieb und den Helfern aus Steinbruch und Moor. Fotos: G. K.   » zu den Bildern

Selb - Es ist sein letzter Arbeitstag gewesen. Professor Dr. Dr. Reinhard Mosandl, Lehrstuhlinhaber für Waldbau an der Technischen Universität München (TUM), trat zum August in den Ruhestand. Und seinen letzten Tag als Professor verbrachte er mit seinen Studenten in Selb, genauer auf der Häuselloh.

Zur Person

Professor Dr. Dr. Reinhard Mosandl, Jahrgang 1952, war bis vor wenigen Tagen Professor für Waldbau an der TU München. Seine Forschungsinteressen galten unter anderem dem Management von Waldökosystemen in den Tropen. Auch engagierte er sich für Projekte in Südamerika, Afrika und China. Sein besonderes Anliegen war die Verbindung von Forstwissenschaft und Forstpraxis. Nach dem Studium der Forstwissenschaft an der LMU München promovierte er 1984 und habilitierte 1990 am dortigen Lehrstuhl für Waldbau. Nach dreijähriger Tätigkeit als Professor für Forsteinrichtung übernahm Reinhard Mosandl die Leitung des damaligen Bayerischen Forstamtes Selb. 1993 wurde er auf den Lehrstuhl für Waldbau und Forstschutz an der TU Dresden berufen, wobei er anfangs noch in Selb wohnte. Vier Jahre später kam er zurück an die LMU. Mosandl ist Mitglied der Kommission für Ökologie der Bayerischen Akademie der Wissenschaften sowie stellvertretender Vorsitzender des Bayerischen Forstvereins.


Seit mehr als 25 Jahren kam Reinhard Mosandl jährlich mit den Studenten der Forstwissenschaft zum Abschluss des achten Semesters während einer einwöchigen Rundfahrt auch nach Selb, um den jungen Leuten die Besonderheiten des Selber Forsts und natürlich die Attraktionen der Häuselloh, den Schausteinbruch und das Häusellohmoor zu zeigen.

Die Liebe zu Selb und zur Häuselloh kommt nicht vor ungefähr. Immerhin war es Dr. Mosandl, der zu Beginn der 1990er-Jahre das Selber Forstamt leitete und auf Betreiben des damaligen Revierförsters Hans Popp grünes Licht für die Vorhaben auf der Häuselloh gab und sich persönlich für die Realisierung stark machte. Mosandl war treibende Kraft, damit das entstehen konnte, was heute nicht nur Studenten anlockt, sondern viele Interessierte aus nah und fern.

Bereits zum 25. Jubiläum des Schausteinbruchs anlässlich der Meilerwoche weilte Mosandl in Selb. Damals würdigten Landrat Dr. Karl Döhler und "Häuselloh-Motor" Hans Popp Mosandls Einsatz. Anfang der 1990er-Jahre sollte der Vertrag mit der Firma Pauker, nämlich den Steinbruch nach seiner Stilllegung zu verfüllen und die Gebäude abzubrechen, erfüllt werden. Gemeinsam mit Hans Popp besichtigte Mosandl das Gelände und kam zu dem Schluss, dass es schade wäre, diesen Identität stiftenden Bruch, der auch in enger Verbindung zur Porzellanindustrie stand, aufzugeben. Es war nicht einfach, dieses Anliegen bei der Forstdirektion durchzusetzen. Aber gemeinsam mit zahlreichen Fürsprechern gelang es, die Forstverwaltung zu überzeugen, das Areal zu verpachten. Beinahe wäre dann alles am Pachtpreis gescheitert, denn dem FGV, der als Pächter auftreten sollte, erschien die Pacht zu hoch. Daraufhin trat Mosandl dem FGV bei und zahlte mit seinem Beitrag sozusagen die Pacht. Ähnlich engagiert ging Mosandl beim Häusellohmoor zu Werke, dessen Renaturierung der damalige Forstamtsleiter gemeinsam mit seinem engagierten Revierförster gegen die Vorbehalte der Forstdirektion durchsetzte. "Ich hatte hier in Selb eine wundervolle Zeit und eine tolle Mannschaft, die diese Attraktionen auf der Häuselloh geschaffen hat", freute sich der Lehrstuhlinhaber für Waldbau an der Universität München, bei seinem letzten offiziellen Besuch. Wohlgemerkt offiziell, denn Mosandl hat versprochen, Selb auch weiterhin die Treue zu halten, dann zwar nicht mehr als Professor und Lehrstuhlinhaber, "aber als FGV-Mitglied und Freund des Selber Forsts werde ich sicher hin und wieder beim Meilerfest oder anderen Veranstaltungen auftauchen", versprach er.

Hans Popp erläuterte in gewohnt kurzweiliger Weise den Studenten die Entstehung des Häusellohmoores und führte sie auf geheimnisvollen Wegen durch die größte Moorlandschaft Oberfrankens.

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Gisela König

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Veröffentlicht am:
03. 08. 2018
17:04 Uhr

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