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Selb

Luther-Kirche feiert Jubiläum im Lutherjahr

1967 weihte Kreisdekan Flurschütz feierlich die Kirche Selb-Plößberg ein. Am 24. September wird ein Festakt an diesen Moment erinnern.



Das 50. Kirchenjubiläum feiert die evangelische Gemeinde Selb-Plößberg am 24. September. Die Abendmahlsgeräte am Altar sind dagegen relativ neu. Sie wurden vor sechs Jahren angeschafft. Foto: pr.
Das 50. Kirchenjubiläum feiert die evangelische Gemeinde Selb-Plößberg am 24. September. Die Abendmahlsgeräte am Altar sind dagegen relativ neu. Sie wurden vor sechs Jahren angeschafft. Foto: pr.  

Selb-Plößberg - Ein besseres Jahr als 2017 kann es in diesem Falle kaum geben. So feiert die Martin-Luther-Kirche in Selb-Plößberg ganz passend angesichts ihres Namenspatrons im Luther-Jahr 2017 ihr 50. Jubiläum. Mit einem Festgottesdienst und einem Festakt wird die Kirchengemeinde Erkersreuth zur Selb-Plößberger Kirchweih am 24. September an die Einweihung des Gotteshauses 1967 erinnern.

Kanzelrede und Festakt

Der Festakt zum 50. Jubiläum der Martin-Luther-Kirche am Sonntag, 24. September, beginnt um 9.30 Uhr mit einem Festgottesdienst in der Kirche. Dabei wird der Altlandrat und Landessynodale Dr. Peter Seißer eine Kanzelrede halten zum Thema "Die Reformation im Fichtelgebirge". Der Gottesdienst wird vom Posaunenchor Selb musikalisch mitgestaltet. Um 11 Uhr wird es dann einen Festempfang im Gemeinschaftshaus Selb-Plößberg geben. Dabei wird Arno Veit die Festrede unter dem Titel "Zur Baugeschichte der Kirche" halten. Bei dem Empfang werden es auch einige wenige Grußworte gesprochen. Um 12 Uhr soll der Festakt beendet sein. Beim anschließenden Buffet wird es auch die Gelegenheit zum persönlichen Gespräch geben.


Bereits im Jahr 1956 beschloss der Kirchenvorstand der Kirchengemeinde Erkersreuth den Bau einer eigenen weiteren Kirche in Selb-Plößberg. Die Siedlung des früheren "Selb-Bahnhof" wuchs immer weiter an. Neue Baugebiete wie in Vielitz-Siedlung wurden erschlossen. Immer mehr junge Menschen bauten in den Jahren des Wirtschaftswunders neue Häuser. Der Wunsch nach einer eigenen Kirche hatte mehrere Gründe. Das hing auch mit den schlechten Wegverhältnissen zwischen Erkersreuth und Selb-Plößberg zusammen. "Es gab nur einen ausgebauten Feldweg, der im Winter für lange Zeit oft nicht begangen oder befahren werden konnte", erinnerte sich der damalige Pfarrer Friedrich Dietsch, der von 1962 bis 1967 in der Kirchengemeinde Erkersreuth amtierte und den Bau als Pfarrer betreute, zum 25. Kirchenjubiläum im Jahr 1992.

Fünf Gründe nennt der Beschluss des Kirchenvorstands von 1956 und blickt dabei auch auf die katholische "Konkurrenz" und sogar Sekten: "Erstens. Seit langem Anregungen von Seiten der Plößberger Gemeindeglieder zum Kirchbau. Zweitens. drei bis vier Kilometer Entfernung zum Kirchdorf Erkersreuth und schlechte Wegverhältnisse. Drittens. Über 1000 evangelische Christen in der politischen Gemeinde Selb-Plößberg und der Siedlung Vielitz. Viertens: Verstärkte Aktivitäten der katholischen Kirche im Kirchbau. Fünftens: Geschäftigkeit der Sekten verlangt für die evangelischen Gemeindeglieder ein kirchliches Zentrum in Plößberg." Mit diesem Beschluss begannen die Überlegungen im Blick auf die Lage und die Gestalt der neuen Kirche.

Zeitlich relativ parallel wurde 1960 auch bereits die Notwendigkeit eines neuen Kindergartens für Selb-Plößberg und Vielitz-Siedlung erkannt und beschlossen und am 15. September 1963 durch Dekan Bernhard Marx eingeweiht. Zwei Jahre später - im Juli 1965 - wurde die kirchenaufsichtliche Genehmigung für den Neubau der Kirche und des Gemeinderaums mit einem Kostenaufwand von 209 000 Mark erteilt. Am 15. Mai 1966 wurde der Grundsteinlegung für die Kirche gelegt, am 23. September 1966 fand das Richtfest statt. Der Kirchenvorstand beauftragte im März 1967 eine Glockengießerei aus Heidelberg mit dem Guss von drei Bronzeglocken. Am 24. September 1967 war es dann soweit: Feierlich weihte Kreisdekan Emil Flurschütz die neue "Martin-Luther-Kirche" in Selb-Plößberg ein, freilich noch ohne Orgel. Zur Kircheneinweihung kamen rund 500 Gemeindeglieder und Gäste. Begleitet wurde die Zeremonie von den Posaunenchören Selb und Schönwald.

Noch immer hatte die Kirche nicht das jetzige Antlitz. 1986 wurde der Anbau eingeweiht, der bis heute als Veranstaltungsraum für Kindergarten und Gemeinde dient. Der Bau hat noch einmal 200 000 Mark gekostet. "Hier wurde auf Initiative aus der Gemeinde heraus schrittweise ein kleines, aber richtig feines Kirchenzentrum mit Kirche, Kindergarten und Gemeinderäumen geschaffen", würdigt Pfarrer Dr. Jürgen Henkel die Leistungen seiner Vorgänger und der früheren Kirchenvorsteher.

"Wir feiern heuer nicht nur das übliche Kirchweihwochenende. Die Kirchweih und damit das Jubiläum fallen eben genau auf den Tag der Weihe dieser Kirche, den 24. September", hält Vertrauensfrau Gerlinde Weber vom Kirchenvorstand fest. Sie freut sich wie Pfarrer Henkel darüber, dass Arno Veit beim Festakt zum Kirchenjubiläum die Festrede zur Baugeschichte der Kirche halten wird.
Pfarrer Henkel ergänzt: "Eine Kirche ist nie wirklich fertig. 2011 beispielsweise konnten wir neue Abendmahlsgeräte weihen. Als eines unserer nächsten Bauprojekte steht nun die Sanierung auch dieser Kirche an. Das hat sich leider nicht mehr zum Jubiläum 2017 machen lassen." Ein Projekt zur Erneuerung der elektrischen Anlagen und vor allem zur behindertengerechten Neugestaltung des Eingangsbereichs hat der Kirchenvorstand längst erstellen lassen. Knapp 100 000 Euro werden für diese Maßnahmen nötig sein. Die Gemeinde sammelt auch schon für die Sanierung der Kirche. J.H.

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Veröffentlicht am:
06. 09. 2017
00:00 Uhr

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06. 09. 2017
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