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Marienplatz wird zum Kreisverkehr

Der Selber Stadtrat gibt grünes Licht für den Umbau im Jahr 2020. Damit will das Gremium der zukünftigen Verkehrsbelastung gerecht werden.



Fünf Straßen, eine Kreuzung: der Marienplatz in Selb. Das soll sich nun ändern. Nach dem Willen des Stadtrates münden (von links unten im Uhrzeigersinn) die Weißenbacher Straße, die Heine-/Vielitzer Straße, die Marienstraße, die Mühlstraße und der Papiermühlweg in einen Kreisverkehr. Foto: David Trott
Fünf Straßen, eine Kreuzung: der Marienplatz in Selb. Das soll sich nun ändern. Nach dem Willen des Stadtrates münden (von links unten im Uhrzeigersinn) die Weißenbacher Straße, die Heine-/Vielitzer Straße, die Marienstraße, die Mühlstraße und der Papiermühlweg in einen Kreisverkehr. Foto: David Trott  

Selb - "Wir trauen uns ran, wollen aber keine Watschn." Mit diesem ehrlichen Eingeständnis hat Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch die Beratungen über den Um- und Ausbau des Marienplatzes am gestrigen Mittwoch im Selber Stadtrat eröffnet. Watschn befürchtet er vor allem deswegen, weil der Ausbau des Platzes zum Kreisverkehr längere Zeit in Anspruch nehmen und zu erheblichen Verkehrseinschränkungen führen wird. Das schreckte den Stadtrat nicht, der Grundsatzbeschluss fiel einstimmig.

In der Tat ist der Umbau des Marienplatzes ein Thema, das den Stadtrat seit mindestens 30 Jahren beschäftigt. Deswegen sprach Pötzsch auch von einem Tagesordnungspunkt, der in die Geschichte der Stadt eingehen werde. Viele Stadtväter hätten das Thema gescheut. Sicher auch, weil der Umbau eine Baustelle nach sich ziehe, "die nicht zu unterschätzen" sei.

Immerhin verlaufen laut Pötzsch fast alle wichtigen Versorgungsleitungen unter diesem Platz, der zudem in den Zuständigkeitsbereich verschiedener Stellen falle: der Stadt, des staatlichen Bauamtes, der Energieversorgung Selb-Marktredwitz, der Abwasserbetriebe Selb und fast aller Breitbandanbieter. Pötzsch erinnerte auch daran, dass unter dem Marienplatz alte Kanäle verlaufen, dass sich dort zwei Bäche treffen und dass dort einmal der Stadtbrunnen stand.

Nichtsdestotrotz sei eine Neugestaltung dringend notwendig und längst überfällig. Allerdings werde sich damit über mehrere Monate eine Baustelle auftun. "Aber da müssen wir alle durch."

Bauamtsleiter Helmut Resch legte die Grundzüge der Planung dar. Mit einem Verkehrsaufkommen von etwa 9000 Fahrzeugen pro Tag stelle der Marienplatz eine der meist frequentierten Kreuzungen der Stadt dar. Die Ampelanlage sei veraltet und müsste erneuert werden, die Fahrbahnen und Gehwege seien ebenso. Gerade im Hinblick auf die Neuordnung des Verkehrs im Zusammenhang mit dem Outlet-Bau und der Innenstadtentwicklung sei ein Kreisverkehr eine Alternative zu einer neuen Ampel. Vor allem stelle er eine leistungsfähige Lösung für die für 2030 prognostizierten Verkehrszahlen dar.

Um den Kreisverkehr wird ein Gehweg führen, der durch einen fünf Meter breiten Grüngürtel getrennt ist. Beim Ausbau sollen die Ver- und Entsorgungsbetrieb zeitgleich die Leitungen im Untergrund erneuern. Der städtische Anteil des Ausbaus kann laut Resch über die Städtebauförderung bezuschusst werden. Dies hätten Gespräche mit der Regierung von Oberfranken ergeben.

Die jetzige Entwurfsplanung ist laut Pötzsch das Ergebnis eines langen Beratungsprozesses mit vielen Beteiligten. Eingeflossen seien die Planungen für das Outlet, die angestrebte Entwicklung der Innenstadt und das Verkehrsgutachten aus dem Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes. "Diese Lösung schafft den Verkehr heute und in der Zukunft." Die Marienstraße bleibe in beide Richtungen befahrbar, gleichzeitig müsse die Heinestraße mehr Verkehr aufnehmen, wenn der Sparkassenplatz nicht mehr direkt zu überfahren sei. In der Heinestraße soll auch die Zufahrt zur Parkgarage gegenüber dem Outlet sein. "Sie sehen, da sind viele Aspekte drin."

Kai Hammerschmidt (SPD) sagte, es sei äußerst wichtig, dass die Bürger informiert und bei den Planungen mitgenommen würden. "Der Marienplatz wird lange Zeit nicht befahrbar sein. Und es wird Staus geben." Den eher scherzhaft gemeinten Rat, die Stadtverwaltung solle sich ob der zu erwartenden Beschwerden eine neue Telefonnummer zulegen, nahm der Oberbürgermeister gleich auf. Natürlich werde man die Bürger mitnehmen, zum Beispiel bei den Informationsveranstaltungen in der Schillerstraße 1, der ehemaligen Buchhandlung Nerb. Er versprach, die Bevölkerung frühzeitig zu informieren und mögliche Ängste abzubauen. Er wies auch darauf hin, dass der Umbau auf der Prioritätenliste zu den bayerisch-tschechischen Freundschaftswochen basiere. "Gut, dass wir das angegeben haben."

Auf die Frage von Rudolf Kirschneck (SPD), ob der Anschluss der Marienstraße an den Marienplatz ganz auf die Pläne von Investor Patrick Müller ausgerichtet oder flexibel sei, sagte Resch, man könne durchaus auf geänderte Planungen reagieren. Und auf eine Frage von Dr. Hermann Friedl (CSU/FWS), ob ein Fachbüro die Verkehrsströme beurteilen werde, sagte Oberbürgermeister Pötzsch, dass werde der Verkehrsplaner der Stadt übernehmen.

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Andreas Godawa

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Veröffentlicht am:
24. 07. 2019
22:08 Uhr

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24. 07. 2019
22:08 Uhr



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