Lade Login-Box.
Topthemen: HitzewelleHofer Volksfest 2019Bilder vom WochenendeGerch

Selb

Martin Lücke fordert Krankenhaus-Projekt für Selb-Asch

Auch mit Tschechien sollte eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Gesundheitsvorsorge möglich sein. Das mach der SPD-Europakandidat in Selb deutlich.



Martin Lücke fordert Krankenhaus-Projekt für Selb-Asch
Martin Lücke fordert Krankenhaus-Projekt für Selb-Asch  

Selb - Martin Lücke, der oberfränkische Europakandidat, hat im Rosenthal-Casino seine Ideen und Ziele für Europa vorgestellt. Lücke ist Facharzt für Anästhesie am Klinikum in Coburg, Mitglied des Coburger Stadtrates, Betriebsratsvorsitzender des Klinikums Coburg und frisch gewählter Konzernbetriebsratsvorsitzender der Regiomed-Kliniken. Nach der Begrüßung durch den Selber SPD-Vorsitzenden Roland Graf stellte der SPD-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Walter Wejmelka, fest, dass jedes im Raum und im Haus befindliche Deko-Stück an Phillip Rosenthal erinnere. Wejmelka informierte Martin Lücke, dass zwölf Kilometer der Stadtgrenze auch Landesgrenze seien und Selb mit der Nachbarstadt Asch ein gemeinsames Oberzentrum bilde, schreibt die SPD.

Walter Wejmelka sprach die Situation des Klinikums Fichtelgebirge, speziell des Hauses Selb, an. Der defizitäre Betrieb mache Sorge, eine Chance für den Erhalt wäre in einer grenzüberschreitenden Belegung zu sehen, schließlich gäbe es in Asch kein Krankenhaus, erklärte Walter Wejmelka. Allerdings stünden, anders als beispielsweise im Grenzgebiet nach Österreich oder den Niederlanden, versicherungs- und abrechnungstechnische Probleme im Weg. Martin Lücke fordert deshalb ein europäisches Pilot-Projekt zur gemeinsamen Nutzung des Krankenhauses in Selb. "Was mit anderen Nachbarländern möglich ist, sollte auch mit Tschechien funktionieren", sagte er.

Den SPD-Slogan "Europa ist die Antwort", stellte der Kandidat an den Anfang seiner Rede. Martin Lücke selbst stellte sich als "begeisterter Europäer" vor. Wie wichtig die EU für Arbeitnehmer sei, zeigte er mit einigen Beispielen deutlich auf. So seien beispielsweise durch die EU-Richtlinie zur Arbeitszeit überlange Bereitschaftsdienste in Deutschland abgeschafft worden. Die europäische Datenschutzrichtlinie bekomme Internetgiganten wie Facebook unter Kontrolle. Europa erzeuge sichere Arbeitsplätze und freie Beweglichkeit für Arbeitnehmer. "Die Briten tun sich beim Brexit deshalb auch so schwer, weil sie gerne in der Zollunion geblieben wären", stellte Martin Lücke fest.

Der Brexit zeige aber auch deutlich, wie Populismus funktioniere. Nationalistische Brandstifter weckten Erwartungen, die unerfüllbar seien. "Nationalismus passt nicht mehr in die Welt", zeigte sich der Europakandidat überzeugt.

Europa sei ein gutes Beispiel dafür, wie sehr die Gesellschaften von friedlicher Zusammenarbeit profitierten, sagte Lücke: "Das ist die Einzigartigkeit unseres Erdteils, auf der verschiedene Demokratien eng zusammenstehen." Aus der Partnerschaft nach dem Krieg habe sich eine Freundschaft zwischen den Ländern entwickelt.

Deutschland habe eine große Verantwortung, Frieden zu stiften in Europa. Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität nannte Martin Lücke den "Dreiklang der SPD". "Jede Demokratie lebt von der Summe der Demokraten", sagte Lücke.

Martin Lückes große Vision sei, dass Europa eine echte Partnerschaft mit den Ländern Afrikas eingehe. "Eine Partnerschaft, die den Austausch von Arbeitskräften und Wohlstand für beide Seiten ermöglicht", erklärte der Redner. Durch viele Besuche in Ländern Afrikas kenne er die Kulturen und die Potenziale gerade der Länder südlich der Sahara, die der europäischen Kultur ähnlicher seien, als mancher vermute. "Von europäischer Seite wird Afrika vernachlässigt. China und Indien breiten sich dort immer weiter aus, ohne dass in Europa die Chancen erkannt werden", machte Martin Lücke deutlich. Mögliche Märkte und der kulturelle Austausch würden kaum gesehen. Martin Lücke forderte ein vernünftiges Zuwanderungsgesetz, um den Bedarf an Arbeitnehmern zu decken.

In der abschließenden Diskussion berichtet Hans-Joachim Goller über die grenzüberschreitende Arbeit des Kunstvereins mit Tschechien von den Skulpturen und Workshops unter dem Motto "Europa ganz nah".

Roland Graf bedankte sich im Namen des Ortsvereins bei Martin Lücke für seinen Vortrag und seine Vorstellungen von einem vereinten Europa.

Autor

Redaktion
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
20. 05. 2019
16:56 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Betriebsratsvorsitzende Beziehungen und Partnerschaft Brexit Demokratie Europäische Union Facebook Gesundheitsschutz und Vorsorge Ländergrenzen SPD SPD-Fraktionschefs SPD-Vorsitzende
Selb
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Den Menschen zuhören und die Wahrheit sagen: Günther Verheugen beim Europatag der SPD Fichtelgebirge im Selber Rosenthal-Casino. Foto: David Trott

10.05.2019

SPD-Urgestein prangert Populisten an

Günter Verheugen hält beim Europatag in Selb keine Wahlkampfreden, sondern spricht besorgte Worte. Dafür bekommt er langen Beifall. » mehr

Rost am Stahl sei ein Zeichen der Vergänglichkeit, sagen Hans-Joachim Goller (links) und Dr. Claus Triebel. Stahl-skulpturen planen sie auch für das neue deutsch-tschechische Projekt im nächsten Jahr. Foto: Gerd Pöhlmann

14.06.2019

Kunst soll Nähe in Europa schaffen

Der Kunstverein Hochfranken Selb plant ein weiteres deutsch-tschechisches Projekt. Die EU stellt Geld zur Verfügung. Um die Eigenmittel aufzubringen, braucht es Unterstützer. » mehr

Europaabgeordnete Monika Hohlmeier (Mitte) zusammen mit Mitgliedern der CSU, der Jungen Union und der Frauen Union Selb beim Start ihres neuen Veranstaltungsformats "Monika Hohlmeier - persönlich". Foto: pr.

23.04.2019

Hohlmeier startet Kampagne in Selb

Die Europaabgeordnete spricht in Selb über die Zukunft der EU. Dabei geht es auch im die Folgen des Brexit und um die Migration. » mehr

Ausgangspunkt der Selber Planungen. Aus dem ehemaligen Kaufhaus Storg sollte einmal ein Outlet-Center werden. Jetzt verändert sich die komplette Innenstadt. Mehrere Jahre haben die Planer an ihren Überlegungen gefeilt. Foto: Florian Miedl

31.05.2019

Selb macht Weg für neue Innenstadt frei

Die Firma Munitor plant Großes. Damit verändert sich die Porzellanstadt. Die Entwürfe finden Lob in allen Fraktionen. Mancher warnt vor Abhängigkeiten. » mehr

Französische Kunst für Selb (von links): Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch, Künstlerin Liliane Bonnaud, Didier Roisné, Bürgermeister der Stadt Beaucouzé, stellvertretende Bürgermeisterin Hélène Bernugat, Christine Hippmann, Vorsitzende der Deutsch-Französischen Gesellschaft Selb und Sylvie Galorieau, Präsidentin des Städtekomitees in Beaucouzé. Foto: sim

03.06.2019

Freunde pflegen Europa ohne Grenzen

Mit einem Fest verabschiedet Selb den Besuch aus Beaucouzé. Den Austausch loben die Bürgermeister als Basis für ein geeintes Europa. » mehr

Nahles für Selber SPD nicht mehr tragbar

23.10.2018

Nahles für Selber SPD nicht mehr tragbar

Der Ortsverein positioniert sich in einem Brief an Landesvorsitzende Natascha Kohnen. Ihr bescheinigen die Genossen gute Arbeit, der Bundesvorsitzenden dagegen nicht. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Unfall mit Rettungswagen in Weißenstadt

Unfall mit Rettungswagen | 26.06.2019 Weißenstadt
» 27 Bilder ansehen

Rock im Hof 2019

Rock im Hof 2019 | 20.06.2019 Hof
» 98 Bilder ansehen

FC Vorwärts Röslau - SpVgg Bayern Hof 4:5

FC Vorwärts Röslau - SpVgg Bayern Hof 4:5 | 23.06.2019 Röslau
» 84 Bilder ansehen

Autor

Redaktion

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
20. 05. 2019
16:56 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".