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Selb

Mehr Plätze für die Kinderbetreuung

Im Haus der Diakonie will der Stadtrat kurzfristig eine Kindergarten- und eine Krippengruppe einrichten. Damit reagiert das Gremium auf den großen Bedarf in Selb.



Eine Kindergarten- und eine Krippengruppe sollen kurzfristig im Haus der Kirche der evangelischen Gemeinde in der Von-der-Tann-Straße entstehen.
Eine Kindergarten- und eine Krippengruppe sollen kurzfristig im Haus der Kirche der evangelischen Gemeinde in der Von-der-Tann-Straße entstehen.   Foto: Andreas Godawa

Selb - In Selb fehlen Plätze für die Kinderbetreuung. Genauer gesagt 58 Krippen- und 76 Kindergartenplätze. Darauf haben die Stadtverwaltung und der Stadtrat jetzt reagiert: In der Sondersitzung am Montag hat der Stadtrat einstimmig beschlossen, zusammen mit der evangelischen Stadtkirchengemeinde kurzfristig eine Kindergarten- und eine Krippengruppe im Haus der Kirche und Diakonie in der Von-der-Tann-Straße 4 einzurichten.

Damit entstehen 25 Kindergarten- und zwölf Krippenplätze. Beide Gruppen sind eine Zwischenlösung, bis das geplante Kinderhaus auf dem Jahnsportplatz fertig ist. Den Betrieb im Haus der Kirche soll das Luise-Scheppler-Haus übernehmen.

Bauamtsleiter Helmut Resch hatte zu Beginn der Sitzung die Ausgangslage erläutert. Angesichts der fehlenden Plätze habe man zusammen mit den derzeitigen Trägern nach Interimslösungen gesucht. Die Stadtkirchengemeinde Selb sei zum einen grundsätzlich am Betrieb des Kinderhauses in der Jahnstraße interessiert. Baubeginn dort wird im Jahr 2021 sein, der Betrieb könnte dann 2022 beginnen. Als Zwischenlösung sollen eben zum anderen eine Kindergarten- und eine Krippengruppe im Haus der Kirche entstehen. Laut Resch seien dort nur kleinere Umbaumaßnahmen nötig, das Landratsamt sei einverstanden. Auf Nachfrage von Carsten Hentschel, Fraktionsvorsitzender von CSU und FWS, sagte Resch, die Umbauten seien in drei bis vier Monaten machbar.

Die katholische Pfarreiengemeinschaft Herz Jesu und Heilig Geist habe signalisiert, dass sie den Sankt-Michael-Kindergarten dauerhaft um eine Gruppe erweitern wolle, sagte Resch. Als Zwischenlösung würde die Pfarrgemeinde Heilig Geist ihren Gemeindesaal samt Nebenraum zur Verfügung stellen. Allerdings müsse die Diözese Regensburg zustimmen. Diese Entscheidung werde aber erst am 19. September fallen.

Der Ortsverband Selb der Arbeiterwohlfahrt (AWO) würde laut Resch ihre Einrichtung auf der Kappel gerne zu einem zweigruppigen Kindergarten mit zwei Krippengruppen ausbauen. Allerdings fehle es am Platz. Auch würde dieser Umbau eine Generalsanierung des bestehenden Kindergartens nach sich ziehen. Eine Lösung könne es deswegen nur mit dem AWO-Bezirksverband geben, der aber ebenfalls erst Mitte September tagt. Der AWO-Ortsverband habe aber angeboten, eine Krippengruppe übergangsweise in einem Container unterzubringen. Dem würde auch das Landratsamt zustimmen.

Die evangelische Christuskirchengemeinde will den Nikolaus-Kindergarten um zwei Krippengruppen erweitern. Für den Anbau mit zwei Gruppen- und zwei Nebenräumen sowie Sanitäreinrichtungen und einem Speiseraum ist laut Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch bereits Geld im Haushalt 2019 eingeplant.

Wie Pötzsch sagte, ist das Problem sehr komplex, aber nicht unlösbar. Aufgrund der steigenden Zuzüge und der Änderung der Einschulungsregelung fehle es an Plätzen. Um neue Plätze zu schaffen, brauche man erstens Raumkapazitäten, zweitens einen Träger und drittens müsse dieser Träger wiederum Personal finden.

Pötsch dankte in diesem Zusammenhang ausdrücklich den derzeitigen Trägern in Selb sowie dem Landratsamt für die gute und flexible Zusammenarbeit.

Die Frage von Rudolf Kirschneck, ob man die Vorhaben der anderen Träger weiter begleite, bejahte Pötzsch. Man müsse allerdings abwarten, was die Diözese und der AWO-Bezirksverband im September beschließen. Irene Pohl (Aktive Bürger) wollte wissen, ob die Tagesmütter noch Kapazitäten haben. Eher nein, sagte Pötzsch, vielmehr sei es schwierig, Tagesmütter zu finden.

Die zweite Bürgermeisterin Dorothea Schmid wies auf den allgemeinen Personalmangel im Bereich der Kinderbetreuung hin, der durchaus ein Problem darstelle. Pötzsch gab ihr recht. Auch in diesem Bereich müssten alle Beteiligten zusammenhalten. Vielleicht könne man neues Personal gewinnen, indem man auf das geplante Kinderhaus in der Jahnstraße hinweise, wo es dann ja fest angestelltes Personal gebe.

Wolfgang Kreil (CSU/FWS) sagte, das Angebot der Stadtkirchengemeinde lindere die Not kurzfristig. Alle anderen Träger seien aber offenbar an dauerhaften Erweiterungen interessiert. Er wollte wissen, ob dies möglicherweise eine Konkurrenz zum Neubau in der Jahnstraße werden könnte und ob man den künftigen Bedarf abschätzen könne.

Der Oberbürgermeister sagte, man werde einen Puffer bei der Planung berücksichtigen, um auch ein bis zwei Jahre nach der Eröffnung noch genügend Betreuungsplätze zu haben. Weitere dauerhafte Plätze plane die Stadt nicht.

Die Ortssprecher Matthias Häußer und Joachim Benker regten an, den Kindergarten in Selb-Plößberg als Übergangslösung länger offenzuhalten. Das sei auch so geplant, sagte Pötzsch. Der neue Erkersreuther Kindergarten soll im Sommer 2020 in Betrieb gehen. Als Übergangslösung könne man dann zumindest eine der beiden Gruppen in Selb-Plößberg noch beibehalten.

In der Bürgersprechstunde meldete sich Michaela Pleyer, Elternbeiratsvorsitzende des Sankt-Michael-Kindergartens zu Wort. Auf ihre Frage sagte Pötzsch, dass über einen Anbau und eine Sanierung von Sankt Michael nur der Träger entscheiden könne. Sabine Tröger, Leiterin des Dekan-Schindler-Hauses wies darauf hin, dass in der Diskussion das Problem der Hortplätze nicht behandelt wurde. Das bestätigte der Oberbürgermeister: "Auch da haben wir Bedarf."

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Andreas Godawa

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Veröffentlicht am:
06. 08. 2019
17:14 Uhr

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Andreas Godawa

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Veröffentlicht am:
06. 08. 2019
17:14 Uhr



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