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Selb

Mehr Vielfalt im Wald

Forstbesitzer Louis von der Borch fördert den Umbau der Fichtenkultur zum Mischwald. Wie wichtig Laubhölzer und Tannen sind, erklärt er CSU-Mitgliedern bei einem Besuch.



Über Probleme im Wald informierten sich CSU-Mitglieder bei der Forstverwaltung von der Borch im Schloss Sophienreuth: Michael Ott, Ilse Frenzl, Ursula Tuscher, Abgeordneter Martin Schöffel, Baron Louis von der Borch, Markus Erhard, Landrat Dr. Karl Döhler, Andrea Veit, Wolfgang Theilmann und Jörg Landgraf (von rechts).	Foto: pr.
Über Probleme im Wald informierten sich CSU-Mitglieder bei der Forstverwaltung von der Borch im Schloss Sophienreuth: Michael Ott, Ilse Frenzl, Ursula Tuscher, Abgeordneter Martin Schöffel, Baron Louis von der Borch, Markus Erhard, Landrat Dr. Karl Döhler, Andrea Veit, Wolfgang Theilmann und Jörg Landgraf (von rechts). Foto: pr.  

Schönwald - Die anhaltende Hitze belaste den Wald - mit der Ausbreitung des Borkenkäfers sei zu rechnen. Dies erklärten Louis von der Borch und sein Verwalter Markus Erhard dem CSU-Landtagsabgeordnetem Martin Schöffel in Schönwald. In Begleitung von Landrat Dr. Karl Döhler, der CSU-Fraktionsvorsitzenden Ursula Tuscher sowie Vertretern des CSU-Ortsverbandes besuchte Schöffel die Forstverwaltung von der Borch im Schloss Sophienreuth.

In der Hitze zeige sich, wie wichtig die seit Jahrzehnten betriebene neue Waldbewirtschaftung sei. Es sei nicht auszuschließen, dass auch die Waldbauern irgendwann auf die Hilfe der öffentlichen Hand angewiesen seien, wie sie jetzt von den Landwirten wegen der Ernteverluste eingefordert werde, sagte von der Borch. Der Umbau von einer reinen Fichtenkultur zum Mischwald sei aber eine Aufgabe von Generationen und deshalb im aktuellen Umfeld kaum zu bewerten. Da Martin Schöffel Mitglied im Arbeitskreis Ernährung, Landwirtschaft und Forsten der CSU-Landtagsfraktion sei, brauche der Abgeordneten Informationen aus erster Hand, sagte Tuscher.

Markus Erhard wies darauf hin, dass in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten mehr als 400 000 Pflanzen, darunter keine Fichten, ausgebracht worden seien - man intensivierte den ökologischen Waldbau deutlich. "Ziel ist ein stabiler Mischwald mit hohem Laubholz- und Tannenanteil", sagte Erhard. Die Douglasie werde aufgrund des Klimawandels immer wichtiger. Zusätzlich setze man auf die sogenannte Naturverjüngung.

Von der Borch kritisierte den kürzlich unterzeichneten "Waldpakt" zwischen der Bayerischen Staatsregierung und dem Waldbesitzerverband. Dort finde man in den zentralen Punkten keinen Hinweis auf den Klimawandel, der den Wald massiv betreffen werde. Erhard verwies auf die wirkungsvolle staatliche Förderung, die zwar etwas unbürokratischer sei, aber beibehalten werden müsse. Ebenso wichtig sei die Förderung des Forstwegebaus.

Zur Problematik des Wildbestandes sagte Erhard: "Wenn wir den Umbau des Waldes wollen, so ist der Wildbestand auf niedrigem Niveau zu halten." Er begrüßte die Erleichterungen bei der Jagd aus Schwarzwild. In der Jägerschaft sei ein gewisses Umdenken zu erkennen. Martin Schöffel verhehlte nicht, dass es Spannungen zwischen dem Jagdverband und den Waldbesitzern gebe. Die Staatsregierung setze aber auf den Grundsatz Wald vor Wild. Ebenso sei es Ziel der Staatsregierung, den Umbau des Waldes zu mehr Vielfalt nachhaltig zu unterstützen.

Baron von der Borch bezeichnete seinen etwa 1000 Hektar großen Besitz als mittelständisches Unternehmen, das in enger Kooperation mit anderen Waldbesitzern geführt werde. Als eine große Aufgabe bezeichnete von der Borch die Erhaltung der zahlreichen Gebäude. Hier sei man auf den dem Denkmalschutz angewiesen, erhebliche Summen seien in das Schloss und die Gaststätte "Altes Pfarrhaus" investiert worden.

Eindringlich appellierte von der Borch an den Abgeordneten, sich für ein schnelles und leistungsfähiges Internet einzusetzen. Leider hätten seine Bemühungen auf höchster politischer Ebene bislang keinen Erfolg gebracht. "Ein Betrieb unserer Größenordnung und die Vernetzung mit anderen Waldbesitzern ist ohne diese Technik nicht zu führen", sagte Baron von der Borch. Heute könne man keine Wohnung mehr vermieten, die keine Möglichkeit des Home Office biete. In Sachen schnelles Internet sagte Schöffel im Rahmen seiner Möglichkeiten Unterstützung zu.

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Veröffentlicht am:
05. 08. 2018
16:56 Uhr

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Abgeordnete CSU-Landtagsfraktion Ernährung unter gesundheitlicher und wissenschaftlicher Perspektive Freiherren und Barone Martin Schöffel Mischwald Tannen
95173 Schönwald
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