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Mehrheit lehnt Hundespielplatz ab

Die Aktiven Bürger scheitern mit ihrem Antrag, eine Grünfläche anzumieten. CSU/FWS und SPD kritisieren das finanzielle Konzept und Ungleichbehandlung von Vereinen.



Die Stadt Selb wird keinen Hundespielplatz anmieten und unterhalten. Der Stadtrat lehnte den Antrag der Aktiven Bürger ab.	Foto: Lisa Ducret/dpa
Die Stadt Selb wird keinen Hundespielplatz anmieten und unterhalten. Der Stadtrat lehnte den Antrag der Aktiven Bürger ab. Foto: Lisa Ducret/dpa  

Selb - In Selb wird es keinen öffentlichen, von der Stadt unterhaltenen Hundespielplatz geben. Mit 16 zu acht Stimmen hat der Stadtrat einen Antrag der Aktiven Bürger abgelehnt.

Michael Sporer hatte dem Gremium den Antrag vorgestellt. Nach seinen Worten gibt es in Selb rund 850 Hundebesitzer mit knapp 1000 Hunden. Aufgrund der Anleinpflicht sei die Bewegungsmöglichkeit der Tiere zumindest in der Innenstadt stark eingeschränkt. Deswegen sei aus Sicht zahlreicher Hundehalter ein frei zugänglicher Hundespielplatz wünschenswert. Dort könnten sich die Hunde an aufgebauten Geräten spielerisch betätigen. Befragungen haben laut Sporer ergeben, dass der Platz in der Nähe des Tierheims und in der Nähe von Wasser liegen sollte. Für den Hundespielplatz käme der frühere Übungsplatz des Schäferhundevereins am Christian-Höfer-Ring in Frage. Dort könne auf einem 3600 Quadratmeter großen Areal ein derartiger Platz erreichtet werden. Er müsse mit einem Zaun abgegrenzt und mit einer Hundetoilette, einem Spender für Hundekotbeutel und einem Mülleimer versehen werden.

Laut Sporer hat die Besitzerin des Gelände ihre Bereitschaft signalisiert, das Grundstück für diesen Zweck zu verpachten - für 250 Euro pro Monat. Der Antrag der Aktiven Bürger sah vor, diese Kosten zweckgebunden über die Hundesteuer zu decken.

Das Material zur Einzäunung des Geländes sowie die Anschaffung von Spielgeräte wie Wippe, Rohre oder Parcourshindernisse könnten durch Spenden und Sponsoren gedeckt werden. Wie Sporer sagte, stünden bereits 3500 Euro aus dem Vermögen des aufgelösten Schäferhundevereins zur Verfügung. Die Pflege des Geländes sollte der städtische Bauhof übernehmen. In dem Antrag war auch ein Vorschlag für eine Platzordnung aufgeführt. So sollten die Hunde vor der Nutzung des Spielplatzes Auslauf haben, um ihr Häufchen zu machen. Sollte es doch zu Verunreinigungen kommen, solle der Hundebesitzer diese entsorgen. Auch solle für sozial unverträgliche Hunde eine leinen- und Maulkorbpflicht bestehen.

Der erste der den Aktiven Bürgern in die Parade fuhr, war Carsten Hentschel, Fraktionssprecher von CSU und Freie Wähler Selb. Eine Hundespielplatz sei erstens keine städtische Aufgabe. Zweitens müssten andere vereine ihre Plätze selber pflegen. Auch die Finanzierung überzeuge seine Fraktion nicht. Würden sich die Hundehalter zu einem Verein zusammenfinden, könnte man über ein Unterstützung nachdenken.

Rudolf Kirschneck (SPD) meldete ebenfalls Bedenken an. Das Projekt sei nicht ausgegoren. Außerdem stelle sich die Frage, ob ein eingezäuntes Gelände in der Selbbach-Aue wirklich gut sei. Es sei zudem fraglich, ob der Bauhof die Kapazität habe, diese Aufgabe auch noch zu übernehmen. SPD-Fraktionssprecher Walter Wejmelka war ebenfalls nicht überzeugt: Da löse sich ein Hundeverein in Selb auf, "und wir springen dann ein?". Auch er plädierte für eine Vereinslösung.

Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch sagte, der Bedarf sei da. Und nach den Recherchen gebe es vergleichbare Plätze in anderen Städten. Eine Hundespielplatz wäre ein zusätzliches Angebot für die Hundehalter. Auch die Pacht sei fair. Ähnlich äußerte sich Fraktionssprecher Dr. von Stetten.

Dr. Hermann Friedl (CSU/FWS) fragte, wer denn die Satzung kontrollieren oder feststellen soll, welcher Hund sozial unverträglich sei. Und Wolfgang Kreil bemängelte, dass eine durchdachte Finanzierung fehle. Wer stehe denn für weitere Kosten grade? Auch seien 3000 Euro Pacht im Jahr ein "ordentlicher Preis". Kreil führte an, dass in anderen Vereinen Arbeitsdienste der Mitglieder üblich seien. Etwas mehr Engagement der Nutzer wäre durchaus wünschenswert. ago

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Veröffentlicht am:
26. 09. 2019
19:22 Uhr

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Veröffentlicht am:
26. 09. 2019
19:22 Uhr



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