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Selb

Meilerfest zieht die Massen an

Auf der Häuselloh ist am Samstag kaum ein Platz zu finden. Die Besucher lassen sich verwöhnen und genießen die Atmosphäre des traditionsreichen Spektakels.



Selb - Die Meilerwoche 2019 auf der Häuselloh ist rekordverdächtig gewesen. Täglich - von Sonntag bis Freitag - haben Hunderte von Besuchern das abwechslungsreiche, regionale kulinarische Angebot und bei optimaler Witterung die einzigartige Atmosphäre auf dem Meilerplatz genossen. Der Geruch des Kohlemeilers, den manche sonst als intensiv empfinden, schien allen willkommen, hielt er doch die gefürchteten Mücken in Schach. So setzte das große Meilerfest am Samstag einen großartigen Schlusspunkt, denn abermals strömten die Selber und viele Auswärtige in Massen auf den idyllischen Festplatz auf der Waldlichtung.

Der Vorsitzende des ausrichtenden Vereins Europäische Natur- und Kulturlandschaft Häuselloh (ENKL), Hermann Summa, freute sich daher in seiner Begrüßung zur Öffnung des Meilers am Samstagmittag über den großen Erfolg der Veranstaltung und hoffte, dass auch die Ausbeute an Holzkohle groß sein möge, "damit unser Verein genug Kohle für die weiteren Aktivitäten hat".

23.06.2019 - Meilerfest in Selb - Foto: Gisela König

Meilerfest in Selb
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Summa erinnerte an 24 Jahre Köhlerei auf der Häuselloh und begrüßte als Schirmherrn der Veranstaltung den Leiter des Forstbetriebs Selb, Michael Grosch von den Bayerischen Staatsforsten. Dem "Herrn der Selber Höhenkiefer" überreichte Summa einen speziellen Selber Kiefern-Schnaps sowie den mit dunklem Rittertrunk gefüllten Schirmherrn-Bierkrug.

Grosch bedankte sich, dass der Verein ENKL ihm bereits zum zweiten Mal die Schirmherrschaft für Meilerwoche und -fest übertragen hat. "Vor zehn Jahren wurde mir diese Ehre schon einmal zuteil," so Grosch. Damals habe er einen guten Anzug getragen und gelernt, "dass man sich derart gekleidet nicht in die Nähe des Meilers begeben sollte". Seit 14 Jahren begleiteten die Bayerischen Staatsforsten die Veranstaltung auf der Häuselloh: "Ein elementares Stück Selb, das sich heute als immaterielles Kulturerbe darstellt. Darauf dürfen Sie stolz sein," sagte er an Summa und die vielköpfige Köhler-Crew gewandt.

Der Schirmherr blickte zurück in die Geschichte, als der Wald rund um Selb zu 80 Prozent Brennholz geliefert und der Anteil von Nutzholz nur knapp 20 Prozent betragen habe. Die Köhlerei sei damals ein beherrschendes Gewerbe in der Region gewesen, worauf noch die Namen vieler Waldabteilungen und Orte mit den Wortbestandteilen "Kohl" oder "Brand" schließen ließen. Das Köhlerdasein sei mit harter Arbeit verbunden gewesen, "und die Köhler waren raue Gesellen", so Grosch. "Es herrschte aber auch bittere Armut, sodass das Wildgulasch, wenn es denn welches gab, sicher gewildert war", sagte Grosch humorvoll. Mit einem Augenzwinkern ergänzte er, dass dies vielleicht heute auch noch so sei, und spielte damit auf die Spezialität zum Meilerfest an.

Wenn damals die Forstverwaltung ihr Regelwerk geändert habe, seien davon viele Menschen und Familien betroffen gewesen. "Derartige Änderungen waren von existenzieller Bedeutung. Heute interessiert das kaum noch jemand," so der Schirmherr. Er bezeichnete die Köhlerei auf der Häuselloh als gelebte Archäologie. Die Köhler-Truppe mache deutlich, wie wichtig es sei, Gemeinschaft zu praktizieren. Mit dem Versprechen, auch das Holz für den Meiler 2020 wieder zur Verfügung zu stellen, forderte der Schirmherr die Köhler auf, sich ans Werk zu machen.

Die ließen sich das nicht zweimal sagen und öffneten den Meiler. Und bereits nach einer halben Stunde zeigte sich: Die Arbeit rund um die Uhr während der Woche hat sich gelohnt. Die Ausbeute an Holzkohle konnte sich auch sehen lassen. Diese wird, wie in den Vorjahren, nach kürzester Zeit vergriffen sein, ist es doch Holzkohle nach historischem Vorbild, hergestellt im Selber Forst.

Während die junge Köhler-Crew Schwerstarbeit leistete, füllte sich der Meilerplatz immer mehr, und der Besucherandrang knüpfte fließend an die Erfolge unter der Woche an. Gut unterhalten vom Selber Spielmannszug, der den offiziellen Teil eingeleitet hatte, von der Egertaler Blaskapelle und später vom Bierorchester genossen die Menschen das Meilerfest, das inzwischen an das Selber Wiesenfest anknüpft.

Hermann Summa demonstrierte eindrucksvoll Pechsieden und Teerbrennerei, ein Töpfer und ein Schmied gaben Einblick in alte Handwerksberufe, außerdem gab es Schmuck, Honig, Kräuter und Dekoartikel. Doch nicht nur die Köhler arbeiteten hart, auch am Zapfhahn, am Grill und in der Fledermaushütte hatten die vielen Helfer mächtig zu tun, um die Besuchermassen zu versorgen.

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Gisela König

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Veröffentlicht am:
23. 06. 2019
16:34 Uhr

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Gisela König

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23. 06. 2019
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